[Rezension] „Der Zorn des Lammes“, Johannes Groschupf (Oetinger)

Inhalt
Sie leben beide in Berlin, und jeder sieht die Welt mit anderen Augen. Dies ist die schockierende Geschichte von Jazz und Milan….

Meinung und Fazit
Als ich mir den Klappentext durchlas erahnte ich schon, um welches Thema sich diese Geschichte ranken dürfte. Zum Teil lag ich damit garnicht so falsch, und doch wurde ich von der Intensität dieser Erzählung überrascht.
Es ging recht locker los, und ich lernte zuerst Jazz kennen. Sie wirkte jugendlich, frisch, voller Tatendrang, auch wenn ich ihr einen gewissen Grat an Naivität zusprechen musste. Trotzdem, oder gerade deswegen, fand ich sie sehr sympathisch, vor allem weil sie mir so lebensnah erschien. Alles wirkte leicht und froh, mit einer positiven Grundstimmung.
Da die Kapitel abwechselnd aus Jazz´ und Milans Sicht geschrieben sind, wandelte sich das Bild jedoch zu Beginn des zweiten Kapitels recht abrupt.
Man erfährt zunächst nicht viel über Milan, er nimmt erst nach und nach Gestalt an. Trotzdem hat es der Autor geschafft, dass ich sofort eine vage Beklemmung verspürte. Im Gegensatz zu Jazz´ Geschichte wirken Milans Schilderungen bedrückend und düster. Nach und nach wurde mir auch klar, warum das so war, denn hier hatte ich es mit einem echten Psychopathen zu tun.
Die Geschichte nahm ihren Lauf, und manchmal konnte ich garnicht glauben was ich da lese. Es war so erschreckend real, dass mich einige Stellen fast atemlos zurück ließen. Ich hoffte und bangte, war geschockt und gefesselt gleichermaßen.
Daher mag es nicht verwundern, dass sich das Buch sehr schnell seinem Ende neigte. Zurück blieb ein Nachhall der Beklemmung und Ungläubigkeit, aber auch eine gewisse Erleichterung machte sich breit.
Vor der Leistung, diese Geschichte derart eindrücklich auf relativ wenige Seiten zu bringen, muss ich den Hut ziehen. Das war sicherlich nicht einfach, aber der Autor hat es mit Leichtigkeit geschafft alles passgenau auf den Punkt zu bringen, ohne sich in Nebensächlichkeiten zu verstricken.
Eine schockierende und gleichzeitig fesselnde Geschichte mit Nachhall. Absolute Kaufempfehlung !

Der Autor
Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, studierte Germanistik, Publizistik und Amerikanistik. Heute lebt er als freier Journalist in Berlin und schreibt für Die ZEIT, die FAZ, den Tagesspiegel, die Berliner Zeitung u.a. Er hat bereits zwei Romane für Erwachsene veröffentlicht und erhielt 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis für das NDR-Feature “Der Absturz”. (Quelle: dtv-dasjungebuch.de)

Buchdaten
Ausgabe: TaschenbuchOetinger
Seiten: 192
Erscheinungsdatum: April 2014
ISBN: 978-3-8415-0282-7
Altersempfehlung: ab 14J.
Verlag: Oetinger Taschenbuch

[Rezension] „Humor und Hausverstand gewünscht“, Brigitte Teufl-Heimhilcher

Inhalt
Eine Powerfrau meistert ihr Leben

Meinung und Fazit
Ich muss schon sagen, dass mich alleine die Hauptfigur Thessa schon dazu bewogen hat das Buch in einem Rutsch zu lesen, denn sie ist alles andere als stereotypisch. Modelmaße und Perfektion sucht man vergebens, nur im Beruf macht ihr niemand so schnell etwas vor. Sie erschien mir recht bodenständig und sympathisch, und sie hatte mit so manchen Widrigkeiten zu kämpfen. Als alleinerziehende Mutter ist sie vermutlich gestählt.
Wie man an dieser (groben) Beschreibung schon merkt, hat die Autorin ihrer Hauptfigur sehr viel Persönlichkeit verliehen. Das macht die Identifikation wunderbar leicht, auch wenn man nicht gerade alleinerziehend ist. Etwas anders sieht das bei den weiteren Figuren aus. Sie bleiben manchmal hinter den Erwartungen zurück. Auch wenn sie sich überwiegend gut in die Geschichte einpassten, waren sie mir etwas zu blaß. Das betrifft natürlich nicht alle Figuren, aber einige. Mich persönlich störte das allerdings nicht so sehr, denn mir blieb ja Thessa…

Locker, leicht und herzlich ist der Schreibstil, mit einem sympathischen österreicher Dialekt. Letzteres aber sehr gut dosiert, so dass man alles versteht. Außerdem hat ein Dialekt für mich immer etwas sehr charmantes.
Die Geschichte an sich wirkt modern, was nicht zuletzt Thessas Lebens- und Beziehungsführung zu verdanken ist. Sie hat mit typischen, aber auch nicht ganz so typischen Situationen zu kämpfen, und versucht ihr Leben zu meistern.
Manchmal schwenkt die Geschichte zu ihrem (noch) Ehemann, der sich im Vorarlberg niedergelassen hat. Das macht die Erzählung abwechslungsreich, aber trotzdem fand ich diesen Teil der Geschichte etwas schwächer. Aber als ich gerade dachte dass die Geschichte jetzt in einen Zickenkrieg mit Eifersuchtsdrama abdriftet, überraschte mich die Autorin mit einer ungeahnten Wende. Das gab neuen Schwung und hat mir sehr gefallen, so dass ich gerne weiter las.

Ein Buch für vergnügliche Lesestunden, mit Liebe, Leid und Überraschungen. Einkuscheln und loslegen!

Die Autorin
Brigitte Teufl-Heimhilcher, geb. 1955, ist verheiratet und arbeitet als Immobilien-Fachfrau in Wien. Darüber hinaus schreibt die kommunikative Hobbyköchin seit einigen Jahren heitere Gesellschaftsromane, in denen sie sich auf unterhaltsame Weise mit dem Alltag, Beziehungen aller Art und gesellschaftspolitisch relevanten Fragen auseinandersetzt.

Buchdaten
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 559 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00CS3NTNW

 

[Rezension] „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“, Gavin Extence (Limes)

Inhalt
Eine ungewöhnliche und berührende Geschichte

Meinung und Fazit
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So könnte man den Anfang des Romans umschreiben.
Alex erzählt auch seine Geschichte, doch anders als zunächst vermutet. Er berichtet von der Reise durch sein bisheriges Leben, welches sich seit seinem 10 Geburtstag radikal veränderte.
Locker und leicht wird man durch das Buch geleitet. Dabei gibt es jede Menge Input, abe immer so wohl dosiert, dass man sich nicht überfahren fühlt. Zwischendurch hatte ich zwar hier und da den Eindruck dass der Autor etwas abschweift, aber das wärte nie lange.
Alex war mir von Anfang an sympathisch. Ich weiß nicht woran das genau lag, manchmal schließt man Hauptfiguren einfach sofort ins Herz. Es wurde aber sicherlich durch „sein Schicksal“ und die Probleme, mit denen er zu kämpfen hatte verstärkt. Außerdem war er weiter entwickelt als seine gleichaltrigen Kollegen, was immer wieder zu nachvollziehbaren Schwierigkeiten, aber auch so manch ungewöhnlicher Erkenntnis führte. Z. B. diskutierte er gerne und ausführlich mit seinem Arzt und der Astrophysikerin, was seine weite Entwicklung unterstrich. Trotzdem war da auch noch die Seite, auf der er wieder ganz Kind und recht naiv war. Ein nicht ungewöhnlicher Gegensatz, aber sehr schön dargestellt.

Auch die anderen (Haupt-)Figuren fand ich ganz wunderbar, weil sie einfach ungewöhnlich waren und die Geschichte bereicherten.
Zunächst ist da Alex´ Mutter, eine weissagende Esotherikerin mit Leib und Seele. Etwas später lernt Alex dann Mr. Peterson kennen, einen weiteren, ganz wunderbaren Charakter, den man einfach ins Herz schließen muss. In seiner sehr eigenen, knurrigen, verschrobenen Art begleitet er Alex und regt ihn immer wieder zum Nachdenken an. Zusammen gaben sie ein tolles Duo ab. Auch mit ihm diskutiert und philosophiert er viel, bis er vor eine recht schwere Entscheidung gestellt wird.
Am Ende der Reise angekommen war ich um einiges Wissen reicher, sehr bewegt und nachdenklich.

Ein emotionales Buch mit Tiefgang. Sehr lesenswert!

Der Autor
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.

Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.

Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman.
(Quelle:
randomhouse)

Buchdaten
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlaglimes
Seiten: 480
Verlag: Limes
Erscheinungsdatum: 03.03.2013
ISBN: 3809026336

[Rezension] „Durch Tod heilbar“, Bernd Niklas (BVK)

Inhalt
Was ist uns ein Menschenleben wert?

Meinung und Fazit
Der Bereich „Wissenschaftsroman“ als solches war mir bisher fremd, daher war ich umso gespannter, was mich hier wohl erwartet.

Es ging recht gemächlich los, doch schon nach wenigen Seiten packte mich die Geschichte.
Das lag zum einen am sehr guten, flüssigen Schreibstil und Ausdruck, außerdem bekam die Geschichte durch Svens Schicksal und der aufkeimenden Hoffnung auf Heilung etwas zuversichtliches, aber zugleich auch mysteriöses. Sollte es wirklich eine Universaltherapie für Krebspatienten geben? Kaum vorstellbar….
So nahm die Geschichte ihren Lauf, und ich erfuhr immer mehr spannende Fakten, bis es zum Ende hin den großen Knall, sprich die Auflösung gab.
Hier wird die Machenschaft der fiktiven Onkopharm AG angeprangert, und es werden Fragen nach den moralisch-ethischen Grundsätzen der Menschheit laut. Mich persönlich hat die Geschichte sehr nachdenklich gemacht. Ich würde gerne behaupten, dass es Forschungen in diese Richtung wohl kaum geben kann und wird, doch das zu glauben wäre wohl naiv. Der Druck auf die Pharmakonzerne ist hoch, Aktionäre wollen befriedigt und potentielle Investoren angelockt werden. Außerdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass man sehr vieles für unwahrscheinlich, gar unmöglich gehalten hat, was letztlich doch Realität wurde. Der Autor hat dieses Thema gut aufbereitet und spannend umgesetzt.

Was ich zudem recht interessant fand war, dass es in diesem Buch keine Hauptfiguren gibt. Man könnte zwar laut Klappentext davon ausgehen, doch die Personen stehen alle recht gleichbedeutend nebeneinander. Der Autor hält sich daher auch wenig an Äußerlichkeiten auf, sondern weist lediglich einige wenige Merkmale zu, so dass sich die Personen nahezu von selbst ins Gedächtnis einbrennen.
Viel mehr Wert legt er auf die Gefühle und Gedanken der Personen, und die sind nicht nur sehr interessant, sondern unterstreichen auch die Brisanz des Themas und die Konflikte, die jeder Einzelne durch zu stehen hat. Die Erzählperspektive wird dabei immer wieder geändert und springt von Figur zu Figur. Auch wenn sich das Schriftbild bei jedem Perspektivwechsel absetzt, ist das hin und her nicht ganz unanstrengend, verleiht der Geschichte aber eine gewisse Rasanz.

Ein neuartiger Roman zu einem hoch brisanten Thema. Sehr lesenswert!

Der Autor
1959– In Deutschland werden erstmals Radarkontrollen durchgeführt. Das Godesberger Programm der SPD wird verabschiedet. Der Monatslohn beträgt im Durchschnitt 398 DM. „Die Blechtrommel” von Günter Grass erscheint.Kein Wunder, dass meine Geburt kaum jemand zur Kenntnis genommen hat!
Zwar soll ich sofort versucht haben, mich lautstark zu Wort zu melden. Zeitzeugen berichten allerdings glaubhaft, dass mir anfänglich die Worte dazu fehlten.
Mit der Zeit hat sich dies geändert.
In der Abitur-Rede der „Wilden 13″ 1978 im Leopoldinum II, Detmold, fiel meine Leidenschaft für das Spiel mit Worten erstmals auf. Danach ging es Jahre lang eher um nüchterne Wissenschaft (z. B. Pharmazie-Studium und Lebensmittelchemie-Studium) – jetzt gewinnt die schriftstellerische Leidenschaft die Überhand. (Quelle: bernd-niklas.de)

Buchdaten
Ausgabe: broschiert
Seiten: 160
Verlag: BVK Buch Verlag Kempen GmbH
Erscheinungsdatum: 16.09.2013 (1. Auflage)
ISBN: 3867404984

[Rezension] „Grühnkohlsuppen-Blues“, Eileen Schlüter (CreateSpace )

InhaltGrünkohlsuppenBlues
Ein vergessenes Leben, eine vergessene Liebe. Stella muss sich neu orientieren…

Meinung und Fazit
Anfangs war ich doch etwas skeptisch, denn die Geschichte erinnerte mich fast an eine Mischung aus „Overboard“ und „Dein Tag ist meine Nacht“. Ich schicke aber schonmal vorweg, dass es die Autorin gut verstand diese ursprüngliche Annahme zu widerlegen. Mehr

[Rezension] „Jaden – Kissing a heart“, Kaisa Arnold (Oldigor)

Inhalt
Erster Teil der (Liebes-)Geschichte von Ava und Jaden

Meinung und Fazit
Nach „Reservierung für Lucky One“ ist auch dies wieder ein Liebesroman, den ich unter YoungAdult einordnen würde.
Es ist der erste Teil der Geschichte von Ava und Jaden, und ich war erstaunt wie leicht mir wiedermal der Einstieg fiel. Der tolle Schreibstil ist das eine, aber die Autorin schaffte es auch diesmal wieder mir die Charaktere und ihre Geschichte sofort nahe zu bringen. Das geschieht mit einer derartigen Leichtigkeit, dass ich gar nicht merkte, wie schnell die Seiten dahin flogen.
Ein Grund dafür ist sicher, dass die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven erzählt wird. Einmal kommt Ava zu Wort, die ich als kleinen Sturkopf, aber auch als sehr ehrliche und taffe Frau erlebt habe. Sie macht es Jaden wirklich nicht leicht, und sich selber irgendwie auch nicht.
Die Situationen, Gedanken und Gefühle werden noch plastischer, weil sie auch aus Jadens Sicht beschrieben werden. Auch ihn mochte ich sehr gerne, wobei ich mir allerdings bis zum Schluss nicht richtig im Klaren darüber war, was er wirklich im Schilde führt, bzw. ob er nicht etwas verbirgt. Ich habe bisher nur eine grobe Vorstellung, was das sein könnte.
Auch die Nebencharaktere fand ich gut, und ich vermute, dass ihnen im Folgeband noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. Zumindest deutet einiges darauf hin. Aber auch bei ihren kurzen Auftritten bekam ich schon einen ausreichend guten Eindruck, mit wem ich es hier zu tun habe, und ich bin gespannt, wie es weiter geht.
„Viel zu kurz…“ war das erste, was mir nach Beenden der Geschichte durch den Kopf ging.
Ich war vollkommen in dieser Geschichte gefangen, und dann kommt sie am Ende mit so einem fiesen, kleinen Cliffhanger daher – sehr gemein. Aber der zweite Teil ist ja zum Glück schon erschienen, dann muss ich nicht lange warten.
Sehr gelungen fand ich auch, dass die Autorin von ihren üblichen Handlungssträngen abgewichen ist. Oft schreibt sie relativ vorhersehbar, wobei ich auch von diesen Geschichten immer sehr begeistert war, aber trotzdem war es erfrischend, dass ich nach dem ersten Teil von “Jaden – …” nicht genau weiß, wo die Reise hingehen wird.

Hier bekommt man eine locker-leichte und wunderbar gefühlsbetonte Geschichte, bei der man hier und da auch schmunzeln kann – absolute Kaufempfehlung!

Die Autorin
Geboren wurde Kajsa Arnold im Ruhrgebiet. Nach mehr als 11 beruflich bedingten Umzügen lebt sie mit ihrer Familie im westlichen Münsterland. Sie schreibt Unterhaltungsromane für Frauen und Fantasy.  Besonders liegen ihr die E-Books to go am Herzen, kleine Romane um die 100 Seiten für “zwischendurch”. Ihr großes Hobby ist die Fotografie. Homepage: www.kajsaarnold.de
(Quelle: oldigor)
Buchdatenoldigor
Ausgabe: eBook (Kindle-Edition)
Seiten: 112
Erscheinungsdatum: 19. August 2013
Verlag: Oldigor
ISBN: 978-3-943697-97-1

Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 112
Erscheinungsdatum: November 2013
Verlag: Oldigor
ISBN: 978-3.943697-99-5

Empfohlen ab 16 Jahre

[Rezension] „Bittere Sünde“, Liselotte Roll (Lyx)

Inhalt
Grausam verübte Morde und ein Ermittler, der selbst ins Fadenkreuz gerät

Meinung und Fazit
Schon der Einstieg in die Geschichte ließ mich erschaudern, denn hier erlebte ich die grausamen Leiden des ersten Opfers. Zugleich war es aber auch eben dieser Beginn, der mich zum weiter lesen bewog, denn mir schoss als erstes durch den Kopf „wer tut so etwas und warum?“.
Danach hatte ich nur kurz Zeit zur Ruhe zu kommen. Es ging gemäßigter, aber nicht uninteressanter weiter, bis schon der zweite Fall auf mich wartete. Zwischen den einzelnen Begebenheiten fand die Autorin jedoch ausreichend Zeit die Protagonisten vorzustellen. Allen voran lernte ich Kommissar Kalo besser kennen, aber nach und nach auch sein Team und seine Familie. Alle Figuren wirkten in sich stimmig und glaubhaft, und sie harmonierten auch im Zusammenspiel sehr gut.
Die Ermittlungsarbeiten fand ich sehr interessant. Man erfährt viele Hintergründe, warum es evtl. zur Tat kam, und selbst wenn man der Meinung war, dass eine Spur im Sand verlief, konnte man sich dessen nie ganz sicher sein. Sehr gut gefielen mir auch die psychologischen Denkansätze, die Kalos Frau Linn mit ihren Erläuterungen lieferte. Es wunderte mich zwar etwas, dass Kalo den Fall so offen mit seiner Frau diskutierte, aber ihre Sicht der Dinge als Psychologin bereicherte die Geschichte sehr.
Der Schreibstil der Autorin würde ich als straight beschreiben. Sie schreibt flüssig, kurz und stichhaltig, ohne unnötiges Geplänkel und bleibt daher weitgehend bei der Sache. Zusammen mit den kurzen Kapiteln und den wechselnden Schauplätzen entstehen daher keine Längen, und die Geschichte ist durchgehend auf hohem Niveau, rasant und spannend, wobei die Spannungskurve kurz vor Aufklärung des Falls nochmals deutlich ansteigt.
Erneut ein sehr lesenswerter Thriller aus dem Lyx-Programm, spannend bis zum Schluss. Klare Kaufempfehlung!

Die Autorin
Liselotte Roll wurde 1973 geboren. Nach einem Archäologie-studium, das sie nach Argentinien und Australien führte, lebt sie heute mit ihrer Familie im Norden Stockholms am Meer. Sie arbeitet als Autorin und Journalistin. (Quelle: egmont-lyx)

Buchdaten
Ausgabe: kartoniert mit Klappe
Seiten: 380
Erscheinungsdatum: 17.10.2013
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 978-3-8025-9225-6

[Hörbuch-Rezension] „Weil ich Layken liebe“, Colleen Hoover (Goya libre)

Inhalt
Eine Geschichte über die mögliche und und unmögliche Liebe und weitere tiefe Gefühle.

Meinung und Fazit
Kurz nach dem hören dieses Buches bin ich immer noch tief in meine Gefühle verstrickt.
Es ist zwar keineswegs so, dass die Geschichte klischeefrei wäre, und auch die Charaktere haben so manch stereotype Merkmale, doch das empfand ich als absolut nebensächlich.
Es handelt sich hier um eine große, tiefgehende Liebesgeschichte. Vielleicht wirkt es am Anfang etwas übereilt und kitschig, aber insgesamt gesehen fand ich es ganz wundervoll. Doch es wäre wohl zu viel erwartet gewesen, dass alles so harmonisch bleibt und da nicht noch etwas nachkommt. Außerdem hätte die Erzählung dann wohl kaum so viele Seiten gefüllt und wäre auch nicht annähernd so hörenswert gewesen.
So kam es wie es kommen musste, und die weibliche Hauptfigur Layken schlitterte von einer Szene zur anderen und durchlebte dabei ein absolutes Gefühlschaos, dass von Euphorie bis Ohnmacht reichte. Manchmal konnte sie nicht glauben, was da gerade passiert, und ich fühlte mit ihr. Freude, Wut, Liebe und Leid lagen hier mehrfach so nah beieinander, dass es mich besonders zum Schluss der Geschichte immer wieder zu Tränen rührte. Dies betraf nicht ausschließlich die Geschehnisse um die Liebe von Layken und Will, sondern auch andere Personen trugen mit ihrer Geschichte entscheidend zur Emotionalität und Intensität des Romans bei.
Ein nicht unwesentlicher Teil des Buches wird durch Poesie bestimmt, was mich persönlich sehr ansprach. Immer wieder, besonders zum Kapitelanfang werden Strophen verschiedener Lieder der „The Avett Brothers“ zitiert. Sie sind ein sehr schöner Einstieg in das jeweilige Kapitel. Darüber hinaus geht es um Poetry Slam. Ich hatte den Begriff vorher schon gehört, aber was es genau bedeutet wurde mir erst während des Lesens klar. Jetzt habe ich richtig Lust, selber mal zu einem solchen Slam zu gehen.

Die Geschichte wird erzählt von Wanda Perdelwitz. Ihre Stimme passte ganz wunderbar zu Laken und die sprachliche Umsetzung war gelungen, auch wenn ich mir hier und da, außerhalb der Poetry Slams ein klein wenig mehr Emotionalität gewünscht hätte. Doch letztlich hat sie es trotzdem geschafft mich zu Tränen zu rühren, also kann man wirklich nicht von komplett unemotionalem Vortragen sprechen.

Eine emotional geladene Geschichte über Freundschaft, Liebe, Vertrauen, Verzicht und Verlust, die immer wieder Anlass zum Nachdenken gibt. So wundervoll und poetisch wie Romeo und Julia.

Die Autorin
Colleen Hoover lebt mit ihrem Mann und ihren drei Söhnen in Texas. Ihren Erstling ›Weil ich Layken liebe‹ veröffentlichte sie zunächst als E-Book und stand damit sofort auf der New York Times-Bestsellerliste. Mittlerweile hat sie weitere Romane geschrieben, die allesamt eine große Fangemeinde haben und zu internationalen Bestsellern wurden. (Quelle: dtv)

Hörbuchdaten
Ausgabe: 1 Audio CDgoya_libre_logo_gross
Erscheinungsdatum: 24. Januar 2014
Verlag: JUMBO Neue Medien & Verlag GmbH
ISBN-10: 3833732105
ISBN-13: 978-3833732102
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre

Bestellen könnt ihr das Hörbuch hier (klick)

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich bei
blogdeinbuch und  jumbo.logo

[Rezension] „Herzenskälte“, Saskia Berwein (Lyx)

Inhalt
Erneut treibt ein Serienkiller sein Unwesen und ruft das Ermittlerduo Leitner und Grohmann auf den Plan. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt…

Meinung und Fazit
Nachdem Saskia Berweins mit „Todeszeichen“ im letzten September ein sehr gutes Debüt veröffentlicht hat, war das Lesen ihres neusten Werkes quasi Pflicht.

Es ging wieder sehr spannend los. Ich wurde direkt in die Geschichte und damit in den Fall hineingezogen. Das Wort “gruselig” beschreibt es wohl am besten, denn der Mörder hat schon eine besonders schaurige Art sein erstes Opfer herzurichten. Danach beginnt erstmal die Ermittlungsarbeit von Kommissarin Leitner und Staatsanwalt Grohmann, die ich allerdings keineswegs als trocken und sachlich, sondern als sehr interessant empfand. Es wurde in Ansätzen auch ein Profiler hinzugezogen, aber die überwiegende, nicht immer ganz unkomplizierte Arbeit oblag dem Duo.
Aufgelockert wurde die Geschichte dadurch, dass der Fokus diesmal nicht so sehr auf Jennifer Leitner, sondern mehr auf Oliver Grohmann lag und ich weitere, private Details über ihn erfuhr. Auf beruflicher Ebene blieb er mir nach wie vor ein kleines Rätsel, da er überwiegend vor Ort im Einsatz ist. Ich bin aber auch davon überzeugt, dass er als Schreibtischtäter wesentlich schlechter abgeschnitten hätte, weil es dann nur halb so interessant geworden wäre – auf beruflicher und privater Ebene.
Der weitere Hergang der Geschichte war schaurig schön und bescherte mir viele atemlose Spannungmomente. Natürlich fehlten weitere (potentielle) Opfer nicht und die Autorin hat zudem Figuren geschaffen, die das düstere Nervenkitzelszenario wunderbar unterstützen. Zudem führte sie mich mehrfach in die Irre und schuf Kapitelenden, die mich fast atemlos zurück ließen. Es setzte ein Sog ein, dem ich spielend von Kapitel zu Kapitel folgte.
Nun warte ich gespannt auf den nächsten Thriller, damit ich weiter mitfiebern kann.

Fesselnd von Anfang an. Die Autorin ist auf dem besten Weg ein weiblicher Fitzek zu werden.
Absolute Leseempfehlung für alle Thrillerfans!

Die Autorin
Saskia Berwein wurde 1981 in der Nähe von Frankfurt a.M. geboren. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Justizfachangestellten, die den Ermittlungen von Leitner und Grohmann genau das richtige Maß an Authentizität verleiht. Ihre Liebe zum Lesen führte zur Entstehung ihres ersten eigenen Romans. Saskia Berwein wohnt mit ihrem Lebensgefährten in Mühlheim am Main.
Weitere Informationen unter: www.saskia-berwein.de (Quelle: egmont-lyx)

Auf ihrer Autorenhomepage gibt es übrigens als Goodie eine Zusatzszene zu „Herzenskälte“ :-)

Buchdaten
Ausgabe: kartoniert mit Klappe
Seiten: 450
Erscheinungsdatum: 09.01.2014
Verlag: Egmont Lyx
ISBN: 978-3-8025-8982-9

[Rezension] „Sechs Richtige und eine Falsche“, Birgit Hasselbusch (dtv)

Inhalt
Ein Roman über Lottogewinner, Glücksklee und reichlich merkwürdige Zufälle

Meinung und Fazit
Direkt im ersten Kapitel wurde ich schon überrascht und bekam einen Eindruck, dass ich es hier vermutlich mit reichlich Humor und Sprachwitz zu tun bekommen würde. So kam es dann auch, dass ich mich sehr gut unterhalten fühlte, und zuweilen laut lachen musste.

Die leicht chaotische Jule war mir von Anfang an sehr sympathisch, denn sie wirkte einfach lebensnah. Einzig ihren Schuhtick fand ich persönlich etwas komisch, aber jeder hat ja bekanntlich ein Laster. Im Grunde rankt sich der Kern der Geschichte Jule selbst, beginnt mit der Recherche zu einer Reportage und gipfelt immer wieder in Überraschungsmomenten, Missverständnissen, Offenbarungen und unerwarteten Erkenntnissen. Eine wunderbare Geschichte! 
Jules Weg wird von vielen Personen begleitet. Dem Gewürz- und Teehändler Carl, dessen Laden ich selber gerne einmal betreten hätte, ihrer Freundin Verena, die auch mal eine ganz unfreundschaftliche Seite zeigen kann, einer Mieterin, die man sich selber nicht als Nachbarin wünscht, hinterhältigen Kollegen, einem Zumba-Lehrer, der mich das gruseln lehrte und vielen mehr.
Man ahnt anhand dieser Aufstellung vielleicht schon, dass die Autorin mit ihren Figuren einen absoluten Glanzpunkt geschaffen hat. Sie sind sehr unterschiedlich und alles andere als Stereotyp. Sie weisen auch so manche Ecken und Kanten auf, die für Reibungspotential sorgten, und trotzdem hatte ich sie alle gern. Den einen natürlich mehr, den anderen weniger, aber im Zusammenspiel waren sie wunderbar und wussten selbst dann noch zu überraschen, wenn man nicht mehr damit rechnete.
Alles passte ganz hervorragend zusammen, einzig das Ende hinterließ ein klein wenig Wehmut, denn ich hatte es mir etwas anders vorgestellt. Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja noch eine Fortsetzung….

Hier bekommt man locker, leichte Unterhaltung, die für schöne Couch-Kaffee-Lesestunden sorgt.

Die Autorin
In der Schule hat die gebürtige Hamburgerin (geboren 1969) die Bücher aus Langeweile rückwärts gelesen. Seitdem kann sie auch rückwärts sprechen: Deutsch, Englisch, Spanisch und Französisch. In Frankreich moderierte sie zum ersten Mal beim Radio. Das allerdings vorwärts! Dies tut sie auch heute noch in Hamburg bei NDR 90,3. (Quelle: dtv)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten:
272dtv
Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum: 1. Dezember 2013
ISBN-10: 3423249919

Vorherige ältere Einträge

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