[Rezension] „Die Wandler. Der Beginn“, Laura Bitterlich (Edition Zweihorn)

Inhalt
Wie alle Wandler wird Leara dann eine Tierform zugewiesen bekommen, in welche sie sich zu jeder Zeit verwandeln kann. wandlerDiese Tierform wird über ihren sozialen Status und über den weiteren Verlauf ihres Lebens bestimmen. Doch es herrscht Unruhe in diesem Königreich. Die Herrscher kümmern sich kaum um die Belange des Volkes, die Krieger tyrannisieren das einfache Volk, das zu schwach ist, um sich gegen die Übergriffe zu wehren. Trotz allem existiert Hoffnung. Denn seit Jahrhunderten wird eine Prophezeiung überliefert, welche besagt, dass eines Tages der Allwandler – ein Gestaltwandler, welcher sich in jedes beliebige Tier verwandeln kann – kommen und die Herrscher stürzen wird. Der jungen Autorin Laura Bitterlich ist ein Fantasy-Debüt gelungen, das ganz ohne Elfen, Zwerge und Feen auskommt, dafür aber umso packendere und ungewöhnlichere Abenteuer bereithält. (Quelle: editionzweihorn)

Meinung und Fazit
Dieses Buch ist der erste Teil einer Trilogie, und ich bin sehr angetan.
Die Autorin hat eine sehr schöne, fantastische Welt geschaffen, die sehr gut ausgestaltet ist. Dabei verliert sie sich nicht in Details, sondern legt das Augenmerk auf die Geschichte an sich, so dass sich auch bei jungen Lesern sicher sofortiges Lesevergnügen einstellt.
Die Geschichte begeistert auch durch die unterschiedlichen Gestalten, die man im Verlauf kennen lernt. Sie sind nicht immer direkt als gut oder böse zu kennzeichnen, manchmal ergibt sich das erst im Verlauf der Handlung. Vielschichtige Spannungsmomente komplettieren die Geschichte, so dass man immer weiter lesen möchte.
Der Schreibstil ist auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten und lässt sich dadurch sehr flüssig und zügig lesen. Auch die Kapitellängen fand ich sehr gut gewählt. Gerade für jüngere Kinder sind die Kapitel nicht zu lang, zudem sind sie nochmals in Abschnitte unterteilt, so dass man jederzeit unterbrechen kann.
Hier und da hätte ich mir persönlich gewünscht, dass die Gefühle und Gedanken der Hauptpersonen etwas mehr Raum eingenommen hätten, und auch die Problembewältigung hätte etwas detailreicher sein können. Da dies allerdings ein Buch für jüngere Leser ist, halte ich die Ausgestaltung für ausreichend.
Was mich persönlich auch ein ganz klein wenig gestört hat war, dass die Autorin an einigen Stellen die spätere Handlung schon vorweg genommen hat. Doch das hat meinen Lesespaß nur sehr gering gemindert, und auch hier ist es vermutlich so, dass man als Erwachsener anders liest, und dass das für Kinder/Jugendliche durchaus o.k. ist.

Ein modernes Märchen, vorwiegend für Kinder und jüngere Jugendliche, wobei die Geschichte auch mich als Erwachsenen begeistern konnte. Zum vor- und selber lesen ebenso gut geeignet wie als Klassenlektüre.

Die Autorin
Laura Bitterlich, geboren am 17.09.1996, begann mit dreizehn Jahren ihr erstes Manuskript „Die Wandler – Der Beginn“ zu schreiben.
Aktuell arbeitet sie am Folgeband und hat auch noch andere Projekte in Planung.
Laura wohnt zusammen mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf am Rand des Saarlandes.
Weitere Informationen, Aktuelles zum Buch und ausgewählte Leseproben finden Sie unter: www. laura-bitterlich.de (Quelle: editionzweihorn)

Buchdatenedition zweihorn
Format: Taschenbuch, broschiert
Seiten: 175
Erscheinungstermin: 1. Auflage, 8. März 2013
ISBN-10: 3943199126

[Rezension] „Danke für meine Aufmerksamkeit“, Cordula Stratmann (KiWi)

Inhalt
Britta, eine europäische Hausmaus, ist die Erzählerin der Geschichte.
Nebenbei erfahren wir von ihren Partnerschafts- und sonstigen Problemen, doch im Kern der Geschichte geht es darum, Dankewie sie uns Menschen erlebt….

Meinung und Fazit
Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass eine Maus die Geschichte erzählt. Dies gelang mir aber schon nach einigen Seiten sehr gut, so dass ich mich auf die Geschichte einlassen konnte.

Der Anfang gestaltete sich durchaus amüsant, denn Britta schlug sich mit Problemen herum, die auch uns Menschen nicht fremd sind.. Als sie dann bei den Menschen (Polly und ihrer Familie) einzog, drang die Geschichte zum Kern vor. Die Autorin beleuchtete das Verhalten von Eltern und Kindern sehr gekonnt, wobei ich mir oft ein schmunzeln nicht verkneifen konnte. Die Treffsicherheit, mit der sie besonders Gedankengänge der Kinder wiedergab, war vermutlich nicht zuletzt ihrer Ausbildung zur Familientherapeutin zuzuschreiben. Dabei hebt sie allerdings nicht mahnend den Zeigefinger, sondern schildert mehr die Begebenheiten, ihre Hintergründe und Auswirkungen. Das fand ich auch vollkommen in Ordnung, denn bei dieser Autorin war meine Erwartung auf lustige Unterhaltung gepolt – mehr nicht.
Irgendwann jedoch driftete die Geschichte immer weiter ab. Was ich ursprünglich als lustig empfand wurde leider irgendwann recht nervig, so dass ich das Buch auch gerne mal zur Seite legte, um mir eine Verschnaufpause zu gönnen. Britta wurde an einigen Stellen „zu sehr Mensch“, das passte für mich einfach nicht in die Geschichte. Auch der Ausdrucksweise der beteiligten Figuren konnte ich leider dauerhaft nichts abgewinnen.

Es hätte eine schöne Geschichte werden können, aber ich denke, dass mich der Name „Cordula Stratmann“ voreingenommen an das Buch heran gehen lies. So lustig wie erwartet ist das Buch nicht, eher ab und an amüsant. Schade, denn von ihr als Kabarettistin hätte ich mehr erwartet.

Die Autorin
Cordula Stratmann zählt seit 1998 zu den erfolgreichsten Komödiantinnen Deutschlands. Über ihre Paraderolle der »Annemie Hülchrath« (WDR) führte der Weg in die »Schillerstraße« (Sat.1), Deutschlands bekanntester Wohngemeinschaft. Es folgten eine etwas andere Wissensshow »Das weiß doch jedes Kind«, der ARD-Spielfilm »Ein Fall für Fingerhut« und die Impro-Sitcom »Wir müssen reden«. Erfolgreich ist Cordula Stratmann auch als Bühnenkünstlerin und als Buchautorin (»Ich lese, aber schreiben müssen Sie selbst« und »Sie da oben, er da unten«).
Sie ist eine vielfach preisgekrönte Künstlerin: vom Deutschen Fernsehpreis über den Deutschen Comedy Preis und die Goldene Kamera bis zum Bayerischen Fernsehpreis. (Quelle: kiwi-verlag)

Buchdaten
Ausgabe: gebundenlogoKiWi
Seiten: 208
Erscheinungsdatum:
09. März 2013
ISBN:
978-3-462-04525-3

[Rezension] „Eisige Rache“, Elke Schwab (solibro)

Inhalt
Eine Mordserie erschüttert das provinzielle Örtchen Buweiler. Die Ermittler Baccus und Borg nehmen sich des Falles an 20120914_TB_Schwab_Rache_Cover_V2.inddund geraten dabei selbst in Gefahr.

Meinung und Fazit
Es ging schon spannend los. Aus der Perspektive des Erzählers werden Gedanken und Wahrnehmungen des Täters geschildert. Solche Einschübe gab es auch im Verlauf des Krimis immer wieder, was einen zusätzlichen Thrill-Effekt brachte.
Die Idee und den Aufbau des Krimis fand ich sehr gelungen. Die Kapitellängen waren gut gewählt, wobei sich zum Ende vieler Abschnitte die Spannung immer wieder steigerte. Diese kleinen Cliffhanger sorgten ganz von selbst dafür, dass ich einfach weiter lesen musste.
Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Umgebung greifbar werden zu lassen. Manchmal ist es vielleicht etwas zu detailverliebt, aber ich persönlich fand das sehr gelungen.
Ebenso gut sind die Personenbeschreibungen. Ich bekam es hier direkt mit einer ganzen Reihe an handelnden Personen zu tun, trotzdem traten nie größere Verwirrungen auf. Jede Person war einzigartig. Das betraf die Äußerlichkeiten ebenso wie die kleinen Macken. Meistens finde ich solche Besonderheiten sehr schön, aber eine Person ging mir dabei doch gehörig auf die Nerven, weil sie ständig religiöse Phrasen von sich gab. Solche Sonderlinge können einen Roman durchaus bereichern, mir war es hier leider manchmal etwas zu viel. Was die beiden Kommissare angeht muss ich sagen, dass sie mir gut gefallen haben. Sie sind nicht nur Profis, hier menschelt es auch ab und zu recht stark. Das bringt natürlich Konflikte mit sich, die auf persönlicher Ebene ausgefochten werden. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass auch Kommissare ihre Stärken und Schwächen haben….

Auch wenn dies der dritte Band der Baccus-Borg-Reihe ist, kann man den Krimi ohne Vorkenntnisse lesen. Ich vermisste nichts.
Ein spannender Krimi mit Thriller-Elementen, der hält was er verspricht.

Die Autorin
Inmitten meiner Bücher fühle ich mich wohl, denn Bücher sind mein Leben.
Schon von Kindesalter an gehört das Schreiben zu meinen Leidenschaften. Deshalb ist es kein Zufall, dass ich heute selbst Bücher veröffentliche. Früher habe ich spannende Abenteuergeschichten geschrieben. – von Hand mit einem Füller mit grüner Tinte – Doch leider verschwanden die Manuskripte alle ungeachtet in der Schublade.
Später sollte das anders werden. Aus meinen Abenteuergeschichten sind Kriminalromane geworden. Sie zeigen viel Ähnlichkeit zu meinen Geschichten aus Kindertagen auf – nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie fast alle als Taschenbücher auf den Markt gekommen sind.
Der Spannung und den großen Gefahren bin ich treu geblieben. Denn die seelischen Abgründe der Menschen haben mich schon immer fasziniert. Das setzt meiner Fantasie keine Grenzen. (Quelle: elke-schwab)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbuch
Verlag:
Solibro
Auflage:
1. Aufl. 2013 [subkutan Bd. 4] solibro
Seiten: 384
ISBN: 978-3-932927-54-6

[Rezension] „Dreizehn Tage am Meer“, Markus Thiele (Oldigor)

Inhalt
Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Frau in den Zwängen gesellschaftlicher Konventionen. Und ein Ereignis, das zwanzig Jahre zurückliegt. Dies ist der Auftakt zu einer Reise in die Vergangenheit – einer Reise, die vonDreizehn Tage am Meer den Beteiligten bisher gemieden wurde. Aus Furcht vor der Gegenwart.

Jan Graf, 47-jähriger Sportpilot, mehrfach geschieden und kinderlos, hat wegen eines Herzfehlers seine Fluglizenz verloren. Kurzerhand verkauft er seine Cessnas sowie den Rest seiner Shuttleservicefirma, und reist auf die Île d’Ouessant, jene französische Atlantikinsel, auf der er vor zwanzig Jahren Manon zurückließ – die einzige Frau, die er jemals liebte.

Kaum angekommen, schreibt er seinem zwei Jahre älteren Bruder Christian Haller, einem verheirateten Grundschullehrer und Vater eines Sohnes – der erste Kontakt zwischen den Männern seit zwei Jahrzehnten. Als Christian den Brief erhält, steht sein Entschluss fest: Er nimmt das nächste Flugzeug.

Der Text blendet immer wieder in die Vergangenheit. Die Ferien von damals endeten in einer Tragödie, die Familien zerstörte und die Liebe zweier Menschen zueinander unmöglich machte.

Vor der rauen Kulisse der bretonischen Insel, deren Klima so unberechenbar ist, wie die menschliche Seele, prallen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Die Zeit alleine kann keine Wunden heilen. Dennoch stellen sich alle Beteiligten nur eine Frage: Kann es einen Neuanfang geben? (Quelle: oldigor)

Meinung und Fazit
Anfangs wusste ich nicht genau was mich erwartet. Laut Inhaltsangabe konnte es ein Schicksalsroman, eine Liebes- oder Lebensgeschichte werden, doch ich musste bald erkennen, dass es eine gute Mischung aus allem ist, die mich fesselte und nachhaltig zum Nachdenken anregte.

Der Roman hat es dabei garnicht nötig besonders spannend oder anderweitig reißerisch zu sein. Er glänzt durch die leisen Töne, die zumeist in Form von Gedankengängen eines in die Jahre gekommenen Mannes (Jan Graf) angeschlagen werden. Irgendwie war er mir in seiner etwas introvertierten Art sehr sympathisch. Obwohl er scheinbar ein klares Ziel vor Augen hat, wirkt er manchmal verunsichert und gehemmt. Warum das so ist wurde mir langsam im Verlauf des Romans klar, denn seine Vergangenheit wird Stück für Stück in eingefügten Rückblenden aufgearbeitet. Mit der Zeit setzte sich somit ein lückenloses Bild zusammen, welches mich klarer sehen und verstehen lies.
Der Autor machte es mir durch seinen Schreibstil wunderbar leicht der Geschichte zu folgen. Seine Stärken lagen dabei in der sehr bildhaften Darstellungen der Umgebung und Personen. Stück für Stück bauten sich die einzelnen Szenarien in meinem Kopf auf, und das Zusammenspiel der Hauptfiguren passte sich sehr gekonnt ein.
Zurück bleiben gleich mehrere Erkenntnisse. Das Handeln des Einzelnen beeinflusst i.d.R. nicht nur dessen Leben, sondern es werden zwangsläufig auch andere Personen tangiert – mal mehr, mal weniger stark. Das Buch beinhaltet für mich zudem eine Aufforderung mehr miteinander und weniger übereinander zu reden. Außerdem zeigt die Geschichte sehr deutlich, dass man die Vergangenheit zwar nicht ändern kann, dass sie aber nicht zwingend die Zukunft bestimmen muss.

Trotz dieses Resümees hebt der Autor keineswegs den „pädagogischem Zeigefinger“. Er hat lediglich einen wunderbaren Roman geschaffen, welcher durch nachdenkliche, nachhaltige Töne besticht.

Der Autor
Markus Thiele, 1971 in Hildesheim geboren, ist hauptberuflich als selbständiger Rechtsanwalt in Göttingen tätig. Mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern lebt er auf dem Land – für ihn der Ort, an dem er den nötigen Ausgleich zum oftmals turbulenten Berufsalltag findet. Mit dem Schreiben begann er 2007 während eines Provenceurlaubs. Schon länger hatte ihn der Wunsch verfolgt, prosaische Kurz- als auch längere Texte zu verfassen. Als der Startschuss gefallen war, entstand ein erstes Romanmanuskript.
Zahlreiche Kurzprosa folgte, 2009 erhielt er für einen seiner Texte den „Wiener Werkstattpreis“, 2012 folgte der Publikumspreis des Kulturpreises der Stadt Göttingen. Mehrere seiner Werke wurden in Anthologien veröffentlicht.
2010 begann er die Arbeiten zu Dreizehn Tage am Meer. Am Ende stand der Roman, wie er nun (2013) im Oldigor Verlag veröffentlicht wird.
Schreiben ist für Markus Thiele das Abbilden von Wirklichkeiten. Das Schwierige ist nur, so sagt er, dass es so viele verschiedene davon gibt. Als Anwalt ist er ständig in Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen, teilweise mit geradezu skurrilen Charakteren – eine Möglichkeit, in die Untiefen und Tiefen der menschlichen Seele zu blinzeln. Seine Texte sind keine juristisch konnotierten, sind keine Krimis oder gar Gerichtsdramen. Seine Geschichten haben den Menschen zum zentralen Inhalt, dessen Gefühle, Ängste und Freuden und die Verhältnisse zu den Mitmenschen. Und so zitiert Thiele immer wieder gern seinen Lieblingsautor Siegfried Lenz: „Ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.“ (Quelle: Oldigor)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbucholdigor
Seiten: 251
ISBN: 978-3-943697-56-8
Erscheinungsdatum: 7. März 2013

Ausgabe: eBook
ISBN: 978-3-943697-57-5
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2013

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[Rezension] „Auracle – Ein Mädchen, zwei Seelen, eine Liebe“, Gina Rosati (bloomoon)

Inhalt
Zwei Seelen, ein Körper

Die 16-jährige Anna Rogan ist ein ganz normaler Teenager – hätte sie nicht die Gabe, unbemerkt ihren Körper zu Auracleverlassen. Astral besucht Annas Seele die entlegensten Winkel des Universums. Reisen, deren Schönheit Anna genießt, deren Gefahr sie jedoch übersieht – bis es zu spät ist. (Quelle: http://www.bloomoon-verlag.de)

Meinung und Fazit
Direkt am Anfang wird der Leser mit den Hauptfiguren bekannt gemacht, und erfährt auch sofort was Annas Gabe ist.
Kurze Zeit später nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf, wobei ich allerdings zu bemängeln hätte, dass der Klappentext schon fast etwas zu viel verrät. Ich muss allerdings auch zugeben, dass mich das nur wenig gestört hat. Dafür war der Schreibstil einfach viel zu klar und angenehm zu lesen. Die Geschichte war spannend, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass Annas Kampf etwas spektakulärer gewesen wäre. Aber die Ideen, die die Autorin hierzu hatte, fand ich trotzdem sehr gut weil ungewöhnlich. Auch Annas Astral-Reisen blieben leicht hinter meinen Erwartungen zurück. Hier hätte ich mir etwas mehr Ausschmückung erhofft. Aber auch trotz dieser Kritik verflog Seite um Seite, weil die Kapitelenden oft sehr spannend waren, und das Buch war viel zu schnell zu Ende.
Die Charaktere waren für mich von vornherein so, wie sie sein sollten. Es gab die sympathischen Figuren, wie Anna, Rei und Seth und die Unsympathischen wie Taylor. Daneben gab es noch viele Personen, von denen ich erst im Verlauf der Geschichte einen kompletten Eindruck bekam. Manchmal wusste ich bis zum Schluss nicht genau, wo ich sie emotional einordnen sollte. Was alle Charakteren aber gemeinsam hatten war, dass sie mir sehr natürlich und echt erschienen. Zudem war es ihre Unterschiedlichkeit und ihr Zusammenspiel, die die Geschichte sehr authentisch (Annas Gabe mal außen vor gelassen) und lebendig wirken lies.
Wenn man sich auf genauere Interpretationen einlässt merkt man, dass dieses Buch durchaus gesellschaftskritische Ansätze verfolgt. Ob das so gewollt war oder nicht kann ich nicht beurteilen, aber für meinen Geschmack ist das gut gelungen.
Eine Figur, die mich diesbezüglich nachdenklich gemacht hat, war Reis Mutter. Ich bin mir immer noch nicht ganz schlüssig, aber ich denke dass die Autorin hier eine etwas abgeschwächte Form der „Tigermutter“ darstellen wollte. Das fand ich sehr interessant. Ebenso werden Themen wie Stalking, Mobbing, (häusliche) Gewalt und Alkoholismus angesprochen. Das, in dieser recht geballten Form, in einem Jugendbuch zu lesen, hat mich positiv überrascht.

Eine spannende Geschichte mit tollen Charakteren.

Die Autorin
Alles über Gina Rosati erfahrt ihr unter http://ginarosati.com/bio.html

Buchdaten
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 368
Auflage: 1. (5. Februar 2013)
ISBN-10: 3760789072
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 – 17 Jahre
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Danke an      bloomoon-logo    und    blogdeinbuch     für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares :-)

[Rezension] „Göttlich verliebt“, Josephine Angelini (Dressler)

Inhalt
Der fulminante Abschluss der “Göttlich”-Trilogie. Göttlich verliebt

Ein zweiter Trojanischer Krieg steht unmittelbar bevor. Weil die Scions sich gegenseitig bekämpfen, liegt es allein an Helen, Lucas und Orion, neue Verbündete für ihr bislang größtes Gefecht zu finden. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Doch Helen kann deren Vertrauen zurückgewinnen und den unsterblichen Zeus in letzter Minute bezwingen. Aber was wird aus Helens ganz persönlichem Kampf um ihre Liebe zu Lucas?

Um zu verhindern, dass die sterbliche Welt in die Hände der 12 unsterblichen Götter fällt, brauchen Helen, Lucas und Orion neue Verbündete. Zugleich wächst Helens Macht und mit ihr das Misstrauen ihrer Freunde. Wie kann Helen deren Vertrauen zurückgewinnen? Womit lassen sich die Götter besiegen? Und was wird aus ihrem Kampf um die Liebe zu Lucas? (Quelle: Dressler)

Meinung und Fazit
Auf diesen Abschluss der Trilogie habe ich mich sehr gefreut.
Nachdem ich dem zweiten Band etwas zwiegespalten gegenüber stand hoffte ich, dass das Finale aufregend werden würde.

Im wesentlichen habe ich gut in die Geschichte hinein gefunden, musste aber trotzdem hier und da feststellen, dass ich einige Erinnerungslücken bzgl. des Schicksals einiger Personen aus Bd.2 hatte. Erfreulicher Weise schaffte es die Autorin hervorragend mir auf die Sprünge zu helfen, ohne dass sie dabei zu weit zurück griff. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich bin kein Freund ausschweifender Wiederholungen.
Die Geschichte ging sehr spannend weiter, und ich war direkt wieder gefesselt. Besonders als Cassandra, wieder einmal eine Prophezeiung vortrug, war es um mich geschehen. Sie sprach von einem Held, einem Liebhaber, einem Beschützer, einem Tyrann und einem Krieger. Doch welcher Scion welche Position bekleiden würde blieb sehr lange unklar.
Was mich letztlich mit am meisten beeindruckt hat war, dass die Hauptcharaktere,über die drei Bände hinweg eine beeindruckende Entwicklung hingelegt haben. Hiermit meine ich vor allem Helen, wobei mich bei ihrer Person ein ganz klein wenig gestört hat, dass sie den anderen Figuren gegenüber irgendwann fast zu „groß“ wurde. Aber es gab auch bei den anderen Charakteren Überraschungmomente. Manche zeigten plötzlich ungeahnte Facetten, oder sie blieben bis zuletzt in ihrem Wesen so mysteriös und/oder undurchsichtig, dass ich garnicht umhin kam weiter lesen zu wollen. Bis zum Schluss setzte die Autorin immer wieder den einen oder anderen Charakter sehr gut in Szene, und trieb die Spannung auf die Spitze. Die Geschichte überraschte dabei durch vollkommen unvorhergesehene Wenden, wobei ich mit einigen schönen, aber auch traurigen oder schockierenden Schicksalen konfrontiert wurde.
Es kamen aber diesmal nicht nur die Scions zum Zug, sondern es wurde auch den Göttern noch mehr Aufmerksamkeit gewidmet, als das in den Vorgängerbänden der Fall war. Die Zusammenführung der beiden Gruppen fand ich sehr gut inszeniert, und die Brisanz dieses Zusammentreffens hielt auch was sie versprach – Spannung pur.
Was natürlich auch auf keinen Fall fehlen durfte war die Liebe. Wer die anderen Bände kennt, der weiß um die nicht ganz unproblematische Dreiecksbeziehung zwischen Lukas, Helen und Orion. Hier hat die Autorin einen wundervollen Weg zur Auflösung geschaffen, den ich allerdings nicht verraten möchte.

Ein durchweg spannender, sehr emotionsgeladener, wunderbarer Abschluss der Trilogie.

Die Autorin
Josephine Angelini wurde in Massachusetts geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Tisch School of the Arts, New York University. Dabei interessierten sie besonders die tragischen Helden der griechischen Mythologie. Josephine Angelini lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles. (Quelle: Dressler)

Buchdaten
Format: HC mit Schutzumschlag
Seiten: 464
ISBN-13: 978-3-7915-2627-0
EAN: 9783791526270
Erscheinungstermin: März 2013
Altersempfehlung: ab 14J.

[Rezension] „Himmelstiefe: Zauber der Elemente“, Daphne Unruh (Kindle)

Inhalt
Kühle Morgenluft und ein rosa verfärbter Himmel über Berlin. Vor Kira (17) liegt der erste Tag des letzten Schuljahres. Unruh, Daphne - HimmelstiefeAls sie sich ausrechnet, dass sie jetzt nur noch 250 Schultage überstehen muss, um endlich achtzehn zu sein und bei ihren Eltern auszuziehen, ahnt sie nicht, wie sehr ihre gewohnte Welt bald Kopf stehen wird.

Zuerst trifft sie die Liebe zum neuen Mitschüler Tim wie ein Blitzschlag. Gleichzeitig überfallen sie fiebrig-aggressive Schübe und seltsame Wahrnehmungsstörungen. Was ist nur los? Will sie ihre Verknalltheit in Tim, den Mädchenschwarm, nicht wahrhaben, oder dreht sie durch? Nichts davon trifft zu. Die Symptome sind erste Anzeichen dafür, dass Kira besondere Fähigkeiten entwickelt. Unheimliche Schatten beginnen sie zu verfolgen. Im letzten Moment gelingt ihr die gefährliche Flucht aus der realen in die magische Welt an die Akademie der Elemente. Dort begegnet sie Leuten ihresgleichen, die eine Begabung für eins der Elemente Erde, Feuer, Wasser, Luft besitzen. Doch Kira fühlt sich zwischen den Welten. Sie will zurück zu Tim, aber das ist unmöglich, bevor sie nicht gelernt hat, mit ihren ungewöhnlichen Kräften umzugehen. Gleichzeitig ist da Leo, zu dem sie sich „magisch“ hingezogen fühlt.

Ihre mysteriöse Chat-Freundin Atropa, Kiras Eltern, ihr Mentor Jerome, ihre Engelfreundin Neve oder der eigenartige Pio – alle hüten sie Geheimnisse, die Kiras bisheriges Dasein auf den Kopf stellen. Und nicht nur das: Kira ist auch an der Akademie der Elemente außergewöhnlich. Ihre erwachenden Fähigkeiten gehen weit darüber hinaus, ein Element zu beherrschen. Das bedeutet sehr große Macht und ruft dunkle Kräfte auf den Plan. Die dringendsten Fragen, die sich Kira immer wieder stellen: Wem kann sie vertrauen? Wer gehört zu ihren wahren Freunden? Was ist ihre Bestimmung? Und wen liebt sie wirklich, Leo oder Tim? (Quelle: amazon)

Meinung und Fazit
Es gibt Bücher, da weiß man nach den ersten paar Seiten, wo die Geschichte den Leser wohl hinführt.
Es gibt aber auch „Himmelstiefe“, ein Buch, bei dem ich nach ein paar Seiten zu wissen glaubte wo es mich hinführt, doch dann wurde ich auf das Angenehmste überrascht.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Er ist einfach gehalten ohne langweilig zu wirken und lies sich daher sehr flüssig lesen.
Was die Charaktere angeht, so hat die Autorin auch hier ein Lob verdient. Sie sind alle sehr liebevoll und detailreich gezeichnet. Manche Figuren fand ich sehr ungewöhnlich, und daher kamen sie umso interessanter daher und blieben im Gedächtnis haften, obwohl ihnen nur eine Nebenrolle zugedacht war.
Kira, die Hauptfigur, erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, und so bietet sich eine recht schnelle Identifikationsmöglichkeit. Man lernt sie und ihr Umfeld in Ruhe kennen, und wird dann nach und nach in eine recht mysteriös anmutende Geschichte entführt.
Als sich die Geheimnisse langsam lichten und Kira in eine andere Welt flieht, nimmt die Geschichte, die vorher schon sehr spannend war, nochmals richtig Fahrt auf.
Es geht fortan um die Beherrschung und Verteilung der Elemente, die sich wie folgt gliedert:
Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Das sind die elementaren Kräfte, die die Welt hervorbringen, formen und zusammenhalten. Die Erdwesen nennen sich Gnome, die des Wassers Undinen, Salamander sind die des Feuers, die Sylphen die der Luft und die Engel charakterisieren den Äther.“ (Zitat S. 115, epub-Format)
Hier hat die Autorin ein neuartiges Thema aufgegriffen, welches sehr unverbraucht ist. Das gefiel mir sehr gut.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass es etwas vorhersehbar ist, was als nächstes geschieht. Doch die Autorin konnte mich immer wieder überraschen. Das Wenige, was ich wirklich erahnte, konnte dem Lesegenuss absolut keinen Abbruch tun.

Ein sehr gelungener Serien-Auftakt. Eine spannende Geschichte mit frischen Ideen, die ich sehr empfehlen kann.

Die Autorin
Daphne Unruh wurde in Berlin geboren und studierte dort Kunst, Kreatives Schreiben und Drehbuch. Seitdem illustriert sie Bücher, zeigt ihre bunten Wimmelbilder in diversen Ausstellungen in Berlin und Brandenburg und denkt sich fantastische Geschichten aus. Die Ideen dazu begegnen ihr in Catlantis. Das ist ein magischer Ort in der Märkischen Schweiz, wo die Autorin mit ihrer Familie und ihrer roten Katze in einem kleinen Haus mit großem grünem Dschungelgarten zu Hause ist. Mehr über Daphne Unruh erfahren sie auf: http://www.daphnix.de (Quelle: amazon)

Buchdaten
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 724 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 488 Seiten
ASIN: B009D358CU
Meine Altersempfehlung: ab 14J.

[Rezension] Dann press doch selber, Frau Dokta!: Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin, Dr. Josephine Chaos (FISCHER TB)

Inhalt
Als Frauenärztin schon wieder ungeplant schwanger?! Eine wahre Geschichte, noch lustiger als die Schwarzwaldklinik …Dann press doch selber Frau Dokta

»Ich schwöre: Ich bin lieb! Wirklich! Aber mit Nierenschalen zu werfen – das geht dann doch ein bisschen zu weit. Also schrei ich: ›Frau Pharma? FRAU PHARMA! Es reicht jetzt! Pressen Sie mal, statt hier so rumzufurien!‹ Frau Pharma ist das aber so was von egal!
›Ich press nich mehr, Frau Dokta! Ich will JETZT ´nen Kaiserschnitt! Abba sofoooort!‹
Dann wirft sie mir noch eine ganze Batterie von Schimpfwörtern an den Kopf, deren Bedeutung ich erst googlen muss, bevor sie – und JETZT wird es lustig – einfach aufsteht und davonstürmt …«

Ärzte sind auch nur Kollegen im Kittel: Erleben Sie die Klinik als verrücktes Großraumbüro mit strengen Oberschwestern, attraktiven Chefärzten und vielen tollen Geburten! (Quelle: fischerverlage)

Meinung und Fazit
Schon nach der Leseprobe war mir klar: dieses Buch muss ich lesen.
Bereits auf den ersten Seiten habe ich so viel gelacht wie selten. Bezeichnende Kapitelüberschriften „Wie man Blutegeln das Fliegen beibringt“ oder „Die Steigerung von Wahnsinn lautet – Elternabend“ ließen mich schon schmunzelnd erahnen, was mich im Folgendem wohl erwartet.
Man wird direkt ins Geschehen katapultiert und lernt die diversen Figuren des Romans nach und nach kennen. Allen voran Josephine Chaos, ihres Zeichens schwangere Gynäkologin. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Klinikalltag und zieht dabei gnadenlos über Patienten, Schwestern, Ärzte und Hebammen her, wobei Letztere noch vergleichsweise gut wegkommen. Außerdem erfährt man so manches über ihr Familienleben, welches sich auch nicht immer einfach gestaltet.
Da in diesem Buch die „Ich-Perspektive“ gewählt wurde, war Josephine für mich eine perfekte Identifikationsfigur. Egal ob Klinik oder häusliche Umgebung, ich konnte das meiste sehr gut nachempfinden. Hilfreich war hier allerdings sicherlich, dass ich selber lange Jahre auf einer Gynäkologie gearbeitet habe und Mutter bin.
Was die Klinikgeschichten anbelangt, so könnte man zu der Annahme gelangen, dass Josephine alle Anderen für unfähig hält. Ich denke, dass das auch garnicht so falsch ist. Es spricht für ihr ausgeprägtes Ego und dafür, dass sie für ihre Begriffe normal geblieben ist. Im Familienleben gestaltet sich das jedoch etwas anders. Hier ist es auch die Erzählerin selbst, die manchmal recht kritisch mit sich selbst umgeht. Das fand ich nicht nur glaubwürdig, sondern auch sehr sympathisch. Trotzdem bleibt sie immer die Power-Frau.
Die Autorin hat Figuren gezeichnet, die es in sich haben. Alle wirken mal mehr, mal weniger überspitzt, und sie tragen zumeist bezeichnende Namen wie Bambi, Dr. Rotz, O-Helga oder Frau Sorge. Das alles mag sehr klischeehaft anmuten, aber ich garantiere: Personen, zu denen diese Namen wie die Faust auf´s Auge passen, gibt es wirklich! Man muss nur in einigen Krankenhäusern gearbeitet haben, dann weiß man das. Natürlich treten sie nicht so geballt auf, wie es in diesem Roman dargestellt wird. Aber über die vielen „Normalos“ zu schreiben, die es zweifelsohne auch gibt, wäre nunmal äußerst langweilig. Von daher hat die Autorin aus meiner Sicht alles richtig gemacht.
Bei allem Lob möchte ich aber auch zwei Sachen anmerken, die mir nicht ganz so gefallen haben. Der laxe Sprachumgang, mit immer wiederkehrendem „Ächt jetzt!“ war mir manchmal etwas zu viel. Auf den letzten Seiten hatte ich zudem den leichten Eindruck, dass sich die Geschichten in Teilen wiederholen. Das konnte den positiven Gesamteindruck allerdings nicht schmälern.
Warum dieses Buch in die Kategorie „Sachbuch“ einsortiert wurde erklärt sich dadurch, dass man es mit vielen medizinischen Begriffen zu tun bekommt, die, wenn sie unbekannt sein sollten, sehr gut im Anhang erklärt werden.
Für mich ist es jedoch trotzdem eher ein „Lachbuch“. Unterhaltsam, lustig und überdreht, mit vielen Quäntchen Wahrheit – vom Anfang bis zum Ende.

Die Autorin
Dr. Josephine Chaos ist ein Pseudonym. Die Gynäkologin wurde ungeplant schwanger (mehrfach), ist lange verheiratet (glücklich) und arbeitet für ihr Leben gern in einer mittelgroßen Klinik irgendwo in Deutschland. Und wenn gerade mal keine Patientin in den Wehen liegt oder die Kinder in der Schule sind, bloggt sie, was ihr chaotischer Alltag hergibt, auf http://www.josephinechaos.wordpress.com. (Quelle: fischerverlage)

Buchdaten
Genre: Sachbuch
Ausgabe: Taschenbuch, ET 21.03.2013
Seiten: 256
ISBN: 978-3-596-19634-0

Die Leseprobe gibt es hier (klick)

[Rezension] „Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters“, Tilman Rammstedt (Dumont Buchverlag)

Ich bin durch eine Aktion von Blogg Dein Buch auf dieses Buch aufmerksam geworden. Wer es gewinnt und rezensiert, hat die Möglichkeit ein exklusives Interview mit dem Autor zu führen. Gewonnen habe ich schon, rezensiert jetzt auch, nun heißt es warten…. Drückt mir die Daumen :-)

Inhalt
Man erkennt die Welt nicht gleich wieder, wenn man sie mit den Augen eines melancholischen Bankberaters betrachtet. Besonders wenn es sich um einen Bankberater handelt, der hinter jeder Geldanlage den größeren Zusammenhang sieht: Die Abenteuer meines ehemaligen Bankberaters»Man kann kein Tagesgeldkonto verstehen, ohne zu verstehen, was ein Baum ist.«

Und während der Bankberater auch für sein Leben einen Zusammenhang sucht, bevor es an allen Ecken und Enden auseinanderbricht, gerät er in eine ausweglose Situation, aus der ihn nur ein abenteuerliches Trio retten kann: sein letzter verbliebener Kunde Tilman Rammstedt, Bruce Willis und ein toter Hund. (Quelle: dumont-buchverlag)

Meinung und Fazit
Dieses Buch und ich, wir hatten es nicht leicht miteinander.
Obwohl ich die Leseprobe kannte ahnte ich nicht, dass nahezu das gesamte Buch im eMail-Stil geschrieben ist. Auch der Klappentext suggeriert das in keiner Weise. Ich muss zugeben, dass dieser Stil nicht unbedingt mein Liebling ist, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen.
Alles fing an mit dem Satz „Sehr geehrter Herr Willis, geht es Ihnen gut?“, und damit nahm die Geschichte ihren Lauf. Herr (Bruce) Willis antwortete nicht, und so folgte eMail um eMail, was einem stalking gleichkam. Der Autor, der doch so gerne wollte dass Herr Willis in seinem Buch mitspielt, war in seinen Mitteilungen verständnisvoll, sauer, traurig, gleichgültig oder er machte deutlich, dass er einfach nur die Nase voll hat. In der nächsten Mail jedoch fleht er geradezu darum, ob sich Herr Willis denn nicht doch melden wolle. Quasi nebenbei erfuhr ich dann noch, wie die Geschichte um den Bankberater denn aussehen soll.
Unterbrochen werden diese eMails von kurzen Sequenzen aus dem Leben des „echten“, ehemaligen Bankberaters, und das lockerte die ganze Geschichte nochmals auf. Diese Abschnitte waren, wie eigentlich das gesamte Buch, völlig überspitzt, und gerade deswegen sehr amüsant zu lesen. Eine Figur, die irgendwo zwischen Tragik, irrwitziger Philosophie und unfreiwilliger Komik hängen geblieben ist, verfolgt man einfach gerne.
Der Autor besticht in seinem Buch durch sehr ungewöhnliche Ideen und einen skurrilen, teilweise staubtrockenen Humor. Beides muss man mögen, oder man muss sich zumindest darauf einlassen wollen. Zudem sollte man ein Faible für feinsinnigen Wortwitz haben, denn das war es, was mir mit am besten gefallen hat. Nicht jeder Autor ist in der Lage, solch ein Thema so unterhaltsam in Sprache zu verpacken.
Trotz des Lobes zeigt das Buch besonders im Mittelteil hier und da immer mal wieder kleinere Längen. Hier hätte ich mir eine kleine Straffung gewünscht.

Das ist ein Buch, welches die Gemüter spalten dürfte. Ich kann es Lesern empfehlen, die abgedrehte Geschichten, einen ungewöhnlichen, gleichsam feinsinnigen Humor und Wortwitz mögen und sprachliche Feinheiten zu schätzen wissen.

Der Autor
Tilman Rammstedt wurde 1975 in Bielefeld geboren und lebt in Berlin. Bei DuMont erschienen sein Debüt ›Erledigungen vor der Feier‹ (2003) sowie die Romane ›Wir bleiben in der Nähe‹ (2005) und ›Der Kaiser von China‹ (2008). Neben vielen anderen Auszeichnungen (u.a. dem Förderpreis für grotesken literarischen Humor der Stadt Kassel) wurde Tilman Rammstedt mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis und dem Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis geehrt. (Quelle: dumont-buchverlag.de)

BuchdatenDumont_Buch_CO_R_rgb
Ausgabe: Hardcover
Seiten: 160
Erstverkaufstag: 17.10.2012
ISBN: 978-3-8321-9686-8
Das Buch kannst du hier bestellen (klick)

[Hörbuch-Rezension] Wie Tyler Wilkie mein Leben auf den Kopf stellt und was ich dagegen tun werde“ von Shelle Summers, Sprecherin: Anna Carlson (Argon-Verlag)

Inhalt
Dies ist die Geschichte von Grace und Tyler. Auch wenn Grace verzweifelt versucht, es NICHT zu Tylers und ihrer Tyler WilkieGeschichte werden zu lassen.
Weil sie einen sicheren Plan für ihr Leben hat. Zumindest so lange, bis sie Tyler kennenlernt, den Hundesitter von nebenan. Mit seinem süßen Lächeln und seinen warmen, braunen Augen bringt er alles durcheinander. Außerdem schreibt er umwerfend schöne Songs. Über sie. Für sie.
Doch als er zum gefeierten Star wird, nimmt das Schicksal eine unglaubliche Wendung – und das Leben seinen Lauf … (Quelle: argon-verlag)

Meinung und Fazit
Im Grunde ist dies eine Geschichte, wie sie jederzeit und überall stattfinden kann.
Grace hat alles was sie sich wünscht: einen heiratswilligen Freund, Geld und ein geregeltes Leben. Sie glaubt, dass man nichts anderes wollen kann… und dann lernt sie Tyler kennen.
An dieser Stelle trifft der Titel den Nagel auf den Kopf, denn nichts ist mehr wie es war. Grace fängt an ihr Leben zu überdenken, und muss Entscheidungen treffen.

Was mir als erstes sehr positiv auffiel, war die wunderbare, sprachliche Umsetzung des Buches. Die Sprecherin hat eine sehr angenehme Stimme, der man gerne zuhört. Sie setzt die Betonungen sehr gekonnt und haucht der Geschichte Lebendigkeit ein.

Auch die Erzählung bezauberte.
Grace war mir sehr nah. Ich fand ihr Handeln und ihre Gefühle sehr nachvollziehbar, auch wenn ich sie manchmal gerne geschüttelt hätte, weil sie das Offensichtliche nicht sah oder sehen wollte. Dagegen stand Tyler, ein Lebenskünstler im doppelten Sinn, mit einem jungenhaften Charme. Auch er hatte die Gabe wie ein Stockfisch zu reagieren, sobald er Grace näher kam. Es war zum Haare raufen. Dafür schrieb er wunderbare, tiefgründige Songtexte, die mehr sagten als tausend Worte. Das war seine Art sich auszudrücken.
An diesen Stellen, wo die Texte zitiert werden, läd das Hörbuch dazu ein genauer hinzuhören, mit den Gedanken abzuschweifen und sich hinweg tragen zu lassen. Das fand ich ganz besonders schön, auch wenn ich mir sehr gewünscht hätte, dass zumindest diese Abschnitte mit Musik unterlegt gewesen wären. Das hätte der Geschichte noch etwas mehr fühlbaren Tiefgang verliehen.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt ist der laxe Umgang mit dem Thema Drogen. Es ist kein Geheimnis, dass verschiedenste Süchte im Künstlermilieu verbreitet sind. Es ist jedoch etwas anderes, wenn das in einer recht lockeren Art und Weise per Buch/Hörbuch kommuniziert wird, und sich zudem auf private Bereiche ausdehnt. Ich persönlich kann gut mit dem Thema umgehen, aber ich denke, dass der eine oder andere Leser/Hörer sich daran stoßen könnte.

Ein tolles, tiefgründiges Hörbuch, dass zum genauen hinhören anregt. Die Geschichte lässt mitfiebern, -lieben und -leiden – ein schönes Hörerlebnis !

Die Autorin
Shelle Sumners
Schauspielerin, Kellnerin, Korrektorin, Schulbuchautorin, Buchhändlerin und Empfangsdame in einer Hochzeitskapelle sind nur einige Berufe, in denen Shelle Sumners gearbeitet hat. Sie gibt aber zu, dass sie oft nur so getan hat, als würde sie arbeiten – tatsächlich hat sie sich heimlich Notizen für ihren ersten Roman gemacht. Zum Glück, denn so ist diese wunderbare romantische Komödie entstanden. (Quelle: argon-verlag)

Die Sprecherin
Anna Carlsson, beliebte Schauspielerin und renommierte Synchronsprecherin, absolvierte ihre Ausbildung an der berühmten Schauspielschule Gmelin in München. Im Jahr 2008 gewann sie den Deutschen Hörbuchpreis für das beste Kinder- und Jugendhörbuch. Ihre warme facettenreiche Stimme ist wie geschaffen für diesen ganz besonderen Roman. (Quelle: argon-verlag)

Hörbuchdaten
ArgonLaufzeit
: 6 Std. 10 Min.
Ausgabe: 5 CDs in Multibox
Art: Autorisierte Lesefassung
ISBN: 978-3-8398-1232-7
Erscheinungstermin: 21.02.2013

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