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Archiv der Kategorie: Land und Leute

[Buchmesse-Nachlese] Das war mein Donnerstag

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In der letzten Woche hatte ich gar keine Zeit für Messe-Blues, da ich das Wohnzimmer mit Laminat ausgestattet habe (ich möchte hier sehr lobend meinen Mann erwähnen ❤ ).
Das ist auch der Grund, warum meine Messeberichte erst heute und in den folgenden Tagen kommen.
HarperCollins Bloggertreffen
Die Anfahrt war schon eine Katastrophe. Ich bin so früh losgefahren, dass ich um 9.00Uhr angekommen wäre, entspanntes schlendern durch Halle 3 war geplant, bevor ich um 11.00Uhr zum Bloggertreffen mit Harper Collins gehen wollte. So zumindest der Plan.
Die Wirklichkeit sah so aus, dass ich aufgrund des starken Verkehrs vollkommen abgehetzt um 10.45Uhr an der Messe und beim Bloggertreffen ankam…
Als es losging streikte der Beamer des angemieteten Raumes, aber Paula und Kathrin von Harper Collins improvisierten die Präsentation so toll, dass wir alle Spaß hatten 🙂 Die Vorschau hat mich sehr neugierig gemacht und man darf sich auf tolle Neuerscheinungen freuen! Es wird auch eine leichte Umstrukturierung der Genres innerhalb des Verlags geben, daher bitte nicht irritiert sein, wenn z.B. die Romane von Anne Barns demnächst nicht mehr unter Mira, sondern unter Harper Collins erscheinen…
Ruth Moschner Kindle Storyteller
Dach ging es zum Lesezelt, diesmal wirklich im entspannten Schlenderschritt, denn dort wurde der „Kindle Storyteller Award“ verliehen. Die Jury war mit Ruth Moschner, Adriana Popescu, Anne Freytag, Jobst-Ulrich Brand und Frank Euler hochkarätig besetzt und die Autoren, wie auch das Publikum waren sehr gespannt. Ich muss gestehen, dass ich Michele Schrenk die Daumen gedrückt habe, aber als ich die Bücher der Konkurrenz kennenlernte war klar, dass das schwer werden würde. Gewonnen hat Jutta Maria Herrmann mit dem Psychothriller „Böse bist du“. Sehr verdient wie ich zugeben muss, denn ich lese das Buch gerade. Den ersten Platz beim „Storyteller X“ erreichte zu meinem Erstaunen das „Regenbogen Märchenbuch“ von Jule Markwald. Als ich allerdings erfuhr, was es für Märchen sind, war auch diese Entscheidung mehr als verständlich, denn sie setzen sich in jeglicher Form über Rollenklischees hinweg.Böse bist du Kindle Storyteller
Ich möchte aber betonen, dass alle Finalisten den ersten Preis verdient hätten. Ich wünsche allen eine breite Leserschaft!
Nach einem abschließenden Yogitee, den ich wieder sehr genossen habe, machte ich mich dann auf zum Gmeiner Verlag, um mir dort die Vorschau anzusehen.

Petra Wendler empfing mich und dann ging es auch schon los. Wer Krimis mag, der wird hier sicher fündig, denn auch diese Vorschau war großartig. Ich habe den Verlag erst kürzlich für mich entdeckt und war überrascht, wie breit und gut sortiert das Angebot ist. Ich persönlich werde bald mit weihnachtlicher Lektüre anfangen und da fielen mir besonders die Krimis „Advent, Advent, die Zeche brennt“ von Margit Kruse und „Glück Auf – Oje du fröhliche“ von Petra Steps ins Auge. Als Ruhri lese ich natürlich auch gerne etwas regionales 😉DSC02389

Da ich auch (immer noch) gerne Jugendbücher lese, ging ich danach zum Oetinger Bloggertreffen. Der Saal war gut gefüllt und auch hier fand ich die Vorschau super. Besonders angetan war ich von einem Buch: „Die Tribute von Panem X“. Es ist das Prequel zur drei Panem-Trilogie und erzählt von der Zeit vor den Hungerspielen. Ich bin schon sehr neugierig… Aber auch auf Reckless-Fans kommt etwas zu und es wird schöne „Stand-alones“ geben.

Damit war der Messetag zwar offiziell beendet, aber noch nicht vorbei, Jo Nesbodenn ich hatte eine Karte für Jo Nesbo. Diese Veranstaltung begann um 20Uhr im Congress-Center und der Saal war voll. Kein Wunder, denn solch einen Autor zu erleben ist schon etwas tolles. Die Veranstaltung wurde von Alf Mentzer (hr2) moderiert und er sprach mit dem Autor nicht nur über sein Buch, sondern u.a. auch über seinen Werdegang. Die Gespräche wurden von der kapitelweisen Lesung seines neuesten Harry-Hole-Krimis „Messer“ unterbrochen. Hier glänzte Oliver Mommsen als Sprecher, der die Abschnitte hervorragend las. Es war ein sehr schöner, kurzweiliger Abend!
Damit endete mein erster Tag und es ging für mich ins Hotel.
Wer bis hierhin durchgehalten hat und wen ich auf Jo Nesbo neugierig machen konnte, der kann hier den Abend nachträglich erleben. Viel Spaß!

 

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[Hörbuch-Rezension] „Gut für dich!: Ein Leitfaden für das Überleben in hysterischen Zeiten“, Dieter Nuhr (Lübbe audio)

Ausgabe: 4 Audio CDsGut für dich
Laufzeit: 307 Minuten
Verlag: Lübbe Audio
Erscheinungsdatum: 28. Februar 2019
ISBN-10: 3785759878
ISBN-13: 978-3785759875

Herkunft: gekauft
Sterne: 5 von 5

Lustiger Einstieg

Am Anfang dieses Hörbuches war ich ja schon ein wenig verwirrt. Eigentlich hätte ich das Hören direkt am Anfang beenden müssen, allerdings möchte ich jetzt nicht verraten warum, denn das würde zu viel vorwegnehmen. Daher merke ich nur an, dass ich den Anfang ebenso befremdlich, als auch lustig fand. Ein echter Nuhr…. und ich muss gestehen, ganz daneben lag er mit der Kritik in seiner Anfangssequenz nicht. Aber sei es drum, ich hab das Buch trotzdem gehört, aus Trotz sozusagen 😉

Plädoyer für Gelassenheit

Was das Hören für mich sicherlich vereinfachte war, dass ich Dieter Nuhrs Stimme als sehr angenehm empfinde.
Ich war mir auch keineswegs bewusst, dass wir wirklich in so hektischen Zeiten leben. Aber je mehr er in die Materie vordrang, umso plausibler wurde, dass dem tatsächlich so ist. Ob man es jetzt persönlich so empfindet oder nicht, lasse ich jetzt mal dahin gestellt sein.
Er greift in seinem Buch mehrere, aktuelle Frage- und Problemdarstellungen auf, die vielfach Unmut in der Gesellschaft erzeugen. Mit Feinsinn und Witz versucht er das Gesagte zu analysieren und zeigt die Interpretationsspielräume auf. Damit wird klar, das nicht immer alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint oder wie man es von Seiten der Standpunktverfechter glauben machen will.

Nachhaltige Ratschläge

Dieses Buch hat mehr zu bieten, als eine pure Analyse des Ist-Zustandes. Es gibt auch einen Ausblick darauf was sein könnte, wenn zumindest einige mit wacheren Augen und Ohren durch die Welt gehen würden.
Er plädiert für mehr Gelassenheit im Umgang miteinander und für mehr gegenseitiges Verständnis. Als Denkanstoß gibt es dafür diverse Ratschläge, über die es sich (in Teilen) tatsächlich nachzudenken lohnt. Manchmal fand ich sie sehr treffsicher, manchmal auch sehr lustig. Teilweise ist das ganze etwas überspitzt dargestellt, aber so kenne und mag ich Herrn Nuhrs Art.

Ich fand dieses Hörbuch großartig, bin mir allerdings unsicher, ob ich es als Buch genauso gemocht hätte. Das Hörbuch lebt nicht nur von seinem Inhalt, sondern auch von der Stimme des Sprechers (Dieter Nuhr selbst).
Nichtsdestotrotz kann ich dieses Hörbuch uneingeschränkt empfehlen!

 

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[Rezension] „Bratapfel am Meer“, Anne Barns (Mira)

Format: eBookBratapfel am Meer
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 352 Seiten
Verlag: MIRA Taschenbuch
Erscheinungsdatum: 16. September 2019
ASIN: B07PQRSH71

Herkunft: Rezensionsexemplar des Verlages
Sterne: 5 von 5

Schöner Einstieg

Dieses Buch hat mich von Anfang an gefangen genommen. Zum einen lag das am wunderbaren Schreibstil der Autorin, zum anderen weil ich die Hauptfigur sehr sympathisch fand. Was sie erleben musste war keineswegs schön und glich einem auf und ab der Gefühle, was sie mir umso näher brachte. Ihr Beruf, der sehr gut und authentisch, wenn auch in knappen Worten dargestellt wurde, tat dazu sein übriges.
Außerdem ist mir bei diesem Buch etwas passiert, was ich sonst normalerweise vermeide. Ich habe zu den letzten Seiten geblättert… Direkt am Anfang werden nämlich einige „Köstlichkeiten“ angesprochen und ich musste unbedingt nachsehen, ob diese denn auch im hinteren Teil des Buches aufgeführt sind. Erfreut stellte ich fest, dass dem so ist und ich freue mich jetzt schon das eine oder andere Rezept ausprobieren zu können.

Interessant und liebevoll

Caros Reise auf die Nordseeinsel Juist habe ich sehr gerne mitverfolgt. Sie fängt etwas ungewöhnlich an, denn Caro hat einen Auftrag zu erfüllen. Was ich daraus noch entwickeln würde, wusste ich zu diesem Zeitpunkt natürlich nicht. Außerdem traf sie direkt am Anfang der Reise auf einen Mann, von dem ich hoffte, dass er die Geschichte noch entscheidend beeinflussen würde. Wie sich herausstellte blieb er ein Nebencharakter, aber ein Federführender, der seine Rolle sehr gut erfüllte und ganz nebenbei für ein auf und ab der Gefühle sorgte.

Zum Wohlfühlen

Dieser Roman ist so schön winterlich und weihnachtlich, dass dass ich mich einfach mit einer schönen Tasse Tee in einer Decke einkuscheln wollte. Er hinterließ im Nachklang ein absolutes Wohlgefühl, auch wenn es zwischendurch das eine oder andere Hindernis zu überwinden gab. Das betraf Caros Gefühlsleben, ebenso wie den zu erfüllen den Auftrag. Letzter entpuppte sich als gar nicht so einfach, zumal er auch ganz anders ausging, als ich es ursprünglich erwartet hatte. Hier hat die Autorin nicht nur viel Fantasie, sondern auch Fingerspitzengefühl und Feinsinn bewiesen.

Ein Roman für kuschelige Lesestunden, den ich jedem Leser von Liebesroman gerne ans Herz lege.

 

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[Rezension] „Postscript – Was ich dir noch sagen möchte“, Cecilia Ahern (Krüger)

Ausgabe: gebundenPostscript
Seiten: 432
Verlag: FISCHER Krüger
Erscheinungstermin: 23. Oktober 2019
ISBN-10: 3810530670
ISBN-13: 978-3810530677

Herkunft: lovelbooks Leserunde
Sterne: 4 von 5

Ein eigenständiges Buch

Auch wenn dies das Nachfolgebuch von „P.S. ich liebe dich“ ist, so bekommt man hier ein vollkommen eigenständiges Buch, dessen Geschichte bedenkenlos solo gelesen werden kann. Es gibt einige Rückblicke, aber diese haben mit der Geschichte des aktuellen Buches nichts oder nur am Rande zu tun, erklären aber Hollys Gedanken und Gefühle, die sie z.B. bei der Erfüllung ihrer „Aufträge“ oder bezüglich Begebenheiten im Privatleben hegte. Diese Stellen zeigten sehr gut, dass man die Vergangenheit nie so ohne weiteres ablegen kann und dass sie das Leben auf die eine oder andere Art und Weise verändern. Ob es einem bewusst ist oder nicht.

Bewegend

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir sehr leicht. Der Schreibstil ist wie schon bei „PS. Ich liebe dich“ eingängig und leicht lesbar.
Es geht um eine Gruppe erkrankter, die die Hauptfigur Holly um Hilfe bitten, weil sie sich erhoffen, dass sie ihren Angehörigen auch etwas hinterlassen können. Ähnlich wie es ihr Mann damals bei ihr tat. Die Beweggründe dafür sind ganz unterschiedlich und als ich mehr darüber erfuhr, rührte es mich doch das eine oder andere Mal zu Tränen. Wie im wahren Leben, so ist auch hier jede Hintergrundgeschichte anders, sowie auch der Umgang mit Sterben und Tod.
Aber es gibt auch Erlebnisse, die mich als Leserin durchaus lächeln ließen oder die ich sehr skurril fand. Das lockerte die schwere Thematik etwas auf.

Macht nachdenklich

Einige Stellen des Buches ließen mich auch darüber nachdenken, wie ich mit Tod und Sterben umgehe. Was mich ebenso nachdenklich machte waren die eigentlichen Beweggründe der Todkranken, ihren Angehörigen etwas zu hinterlassen. Es machte mir klar, dass vieles doch im Unterbewussten abläuft, was wir nicht beeinflussen können.
Ganz zum Schluss passierte dann noch etwas, mit dem ich gar nicht gerechnet hatte und nicht erst dann war es um mich geschehen.

Diese Geschichte hat mir sehr gut gefallen, aber sie kommt nicht ganz an „PS. Ich liebe dich“ heran. Vielleicht weil die Thematik anders war, vielleicht auch weil mich das Buch damals sehr mitgenommen hat. Auch wenn man die Geschichten nicht vergleichen kann, so tut man es vielleicht doch unbewusst immer ein wenig.
Nichtsdestotrotz ist und bleibt es eine sehr schöne, nachdenklich machende Geschichte und ich empfehle sie allen Lesern, die auch mit etwas schwereren, traurigen Thematiken umgehen können.

 

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1000 Fragen an mich selbst #20

Hallo und herzlich willkommen!1000fragen

Ich habe so den Verdacht, dass eine Erkältungsfront heranzieht… Kann ich mom. gar nicht gebrauchen, aber danach fragt ja leider keiner 😦
Wie auch immer, jetzt geht es erstmal weiter mit denn Fragen an mich selbst.
Viel Freude damit!

191. Ergreifst du häufig die Initiative?
Kommt darauf an, um was es geht. Bei familiären Angelegenheiten ja, sonst wird das nichts. Ist zumindest manchmal mein Eindruck. Ansonsten kann ich mich auch gut im Hintergrund halten.

192. An welches Haustier hast du gute Erinnerungen?
An alle, aber besonders an einen Wellensittich. Er konnte selber das Törchen seines Bauers aufmachen, saß gerne beim Mittagessen am Tellerrand und bediente sich oder setzte sich beim Kartoffelschälen im wahrsten Sinne „auf Messers Schneide“. Der Vogel war ein Knaller :mrgreen:

193. Hast du genug finanzielle Ressourcen?
Wer weiß schon, was wirklich genug ist….

194. Willst du für immer dort wohnen bleiben, wo du nun wohnst?
Vermutlich, denn ich fühle mich hier wohl. Früher wollte ich auswandern, aber das ist schon laaange her 😉

195. Reagierst du empfindlich auf Kritik?
Wenn sie angebracht ist dann nicht, jedem passieren Fehler. Ich neige auch dazu, dass ich jede Kritik erstmal annehme. Wenn ich allerdings nach Überlegungen zu dem Schluss komme, dass sie nicht angebracht war, dann werde ich sauer. Ich versuche das aber dann zu klären und fresse es in der Regel nicht in mich hinein.

196. Hast du Angst vor jemandem, den du kennst?
Mom. nicht, kam aber schon vor

197. Nimmst du dir oft Zeit für dich selbst?
Zu selten. Dafür ist in meinem Leben zu viel los…

198. Worüber hast du dich zuletzt kaputtgelacht?
Über ein Hörbuch von Dieter Nuhr. Der Mann hat´s einfach drauf!

199. Glaubst du alles, was du denkst?
Lustige Frage… Manches muss man sich ja wirklich nur häufig genug einreden, dann glaubt man es irgendwann. Ich neige allerdings nicht zum „Selbstbeschiss“, daher kommt das, wenn überhaupt, sehr selten vor.

200. Welches legendäre Fest wird dir in Erinnerung bleiben?
Für mich ist das legendärste Fest ein Festival und zwar „Rock over Germany“.
3 Tage, vom 27. bis 29. August 1993, konnte man hier alle Stars sehen und hören, die damals Rang und Namen hatten: Prince, Joe Cocker, Tina Turner, Rod Steward, OMD, Duran Duran, aber auch deutsche Größen wie Pur oder Foreigner waren dabei. Alle spielten nahezu Konzertlänge, aber besonders herausheben möchte ich Chris de Burgh. Er spielte mit Zugaben fast 2 Stunden und bat danach um Verständnis, da seine Crew abbauen musste (sie spielten direkt am Tag danach in München). Gleichzeitig sagte er, wenn wir nichts dagegen hätten, dann würde er aber noch ein wenig „a cappella“ spielen, setzte sich mit seiner Gitarre auf einen Barhocker und los gings 🙂
Abgesehen von den Stars habe ich auch viele nette mit-Camper dort kennengelernt. Die Stimmung war auch außerhalb des Festivals super und äußerst entspannt. Jeder half jedem, egal ob beim Zeltaufbau oder wenn Essen und trinken knapp wurde.
Unvergesslich!!!

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 29/09/2019 in Land und Leute, privates

 

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[Rezension] „Der Store“, Rob Hard (Heyne)

Ausgabe : gebundenDer Store
Seiten:
592
Verlag: Heyne Verlag
Erscheinungstermin: 2. September 2019
ISBN-10: 3453272307
ISBN-13: 978-3453272309

Herkunft: gekauft
Sterne: 5 von 5

 

Licht- und Schattenseiten der Verkaufsgiganten

Dieser Roman handelt von einem Großkonzern. Man kennt solche Firmen heute schon, aber ich prophezeie einfach mal, dass „Der Store“ alles schon dagewesene schlägt.

„Der Onlinestore ‚Cloud‘ weiß, beschafft und liefert alles“. So würde ich das Konzept dieses Onlinegigannten grob umreißen und auch das kennt man heute (fast) schon. Zunächst hört sich vieles sehr positiv an, nicht nur für den Kunden, sondern ebenso für den Arbeiter, aber schnell werden auch die Schattenseiten in den Fokus gerückt.
Schon dem Klappentext kann man eine Groteske entnehmen, die mir persönlich sauer aufstieß und im Roman gibt es noch einige mehr.

Fiktion trifft Non-Fiktion

Einiges was dieser Roman thematisiert existiert heute schon, ist gängige Praxis oder befindet sich zumindest in Planung. Manches fand ich nicht gut, aber es erschreckte mich beim lesen auch nur mäßig. Scheinbar lässt die Realitätsnähe eine gewisse Abstumpfung aufkommen, was mir allerdings schon zu denken gab. Dann passierten aber wiederum Dinge und es kam zu Begebenheiten, die ich zum Teil wirklich gruselig fand wenn ich mir vorstelle, dass so etwas mal Realität werden würde. An diesen Stellen kam nicht nur Spannung, sondern auch Unbehagen auf. Ich persönlich hoffe, dass einiges wirklich Fiktion bleiben wird.

Sehr spannend

Was diesen Roman noch auszeichnet ist, dass er nicht einfach nur von den Machenschaften eines riesigen Konzerns erzählt. Je weiter man in die Geschichte vordringt, umso spannender wird sie.
Hierbei spielen die zwei Hauptfiguren, Paxton und Zinnia tragende Rollen, denn sie arbeiten wie viele andere bei ‚Cloud‘.
Zunächst beherrschte daher noch „der Store“ selbst, sowie seine Hintergründe, Arbeitsbedigungen und andere Details die Bühne, die aus der unterschiedlichen Sichtweise von Paxton und Zinnia präsentiert wurden. Doch zum Glück gingen beide stets mit wachen Augen und klarem Verstand vor und durch ihre unterschiedliche Motivation bei ‚Cloud‘ zu arbeiten, traten immer mehr Details zutage, die nicht nur mir eine Gänsehaut verursachen dürften. Es entwickelte sich fast eine Art Krimi und es blieb bis zum Schluss sehr spannend, da Details nur nach und nach offensichtlich wurden. Erst zum Schluss offenbarte sich ein großes Gesamtbild.

Ich fürchte, dass ich Onlinekäufe von nun an mit anderen Augen sehen werde. Außerdem ruht meine Hoffnung darauf, dass die Politik und andere Kontrollinstanzen solche Konzerne zu verhindern wissen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung!

 
2 Kommentare

Verfasst von - 09/09/2019 in Bücher, Krimi, Land und Leute, Roman

 

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[Rezension] „Generation Weltuntergang“, Stefan Bonner/Anne Weiss (Droemer TB)

Ausgabe: TaschenbuchGeneration Weltuntergang
Seiten:
320
Verlag: Droemer TB
Erscheinungsdatum: 2. Mai 2019
ISBN-10: 3426301989
ISBN-13: 978-3426301982

Herkunft: jellybooks
Sterne: 5 von 5

Überarbeitete Neuausgabe

Dieses Buch erschien bereits 2017 unter dem Titel ‚Planet planlos‘.
Der ursprüngliche Titel trifft vielleicht auch nicht mehr ganz den Nerv der Zeit, denn planlos sind wir keineswegs. Wir haben einen Plan, wir sind nur zu bequem aus unserer Komfortzone heraus zu treten. Daher finde ich den jetzigen Titel ‚Generation Weltuntergang‘ besser, denn wir sind scheinbar nicht willens und in der Lage etwas an unserer Situation zu ändern. Das klingt vielleicht etwas pathetisch, aber nicht nur das Buch lies mich zu der Überzeugung gelangen, dass der Zeiger auf kurz vor 12 steht.

Erschreckend

Nicht erst seit den Debatten um den Klimawandel und seine Folgen oder die ansteigende Popularität von Greta Thunberg wissen wir um die Gefahren, die der Klimawandel mit sich bringt. Wir sehen die Auswirkungen schon seit Jahren, jedoch nehmen viele die Ursachen nicht wirklich wahr.
In diesem Buch werden dem Leser die Katastrophen der letzten Jahre und Jahrzehnte noch mal vor Augen geführt. An manches erinnerte ich mich noch sehr gut, wie z.b. an die verheerenden Verwüstungen durch einen Hurrikan auf Haiti oder die Aussage, dass es einige Inseln bald nicht mehr geben wird. Doch dieses Buch geht noch weiter und schildert auch Einzelschicksale, von denen mir bisher nichts (mehr) bekannt war. Woran das liegt, das bleibt der Interpretation des Lesers überlassen. Mag sein, dass ich sie gar nicht richtig wahrgenommen habe. Ich war an manchen Stellen aber auch überzeugt davon, dass die Politik eventuell gar nicht wollte, dass einige Fälle davon publik werden. Ich bin mir allerdings auch unsicher, ob eine öffentliche Darstellung dieser Einzelschicksale etwas an unserer Einstellung geändert hätte.

Macht nachdenklich

Stefan Bonner und Anne Weiss haben es für meine Begriffe wieder unnachahmlich geschafft, dieses schwierige Thema gesellschaftstauglich und für alle verständlich zu Papier zu bringen. Aufgelockert wird dieses komplexe Thema durch den autoreneigenen Humor und das eine oder andere Augenzwinkern. Dadurch lässt sich das Buch leichter lesen, verliert allerdings nicht an seiner Brisanz. Die genannten Beispiele sind gut recherchiert und sehr plastisch dargestellt, so dass man sich direkt in der Situation wiederfindet und sie noch einmal Revue passieren lassen kann. Ich muss gestehen, dass ich das eine oder andere Mal doch ziemlich geschockt war.
Es werden auch Experten zitiert, die zeitnah oder schon vor etlichen Jahren etwas zu der Thematik geäußert haben. Manchmal war es mir unverständlich, dass die Politik nicht schon viel früher reagiert hat, wobei das eventuell mit der schon oben angesprochenen Komfortzone und wirtschaftlichen Interessen zu tun hat.
Letztlich gibt es noch einen Leitfaden der darlegt, was jeder einzelne tun kann und sollte, um den Klimawandel aufzuhalten. Diesen Abschnitt hätte ich persönlich jetzt nicht gebraucht, denn einiges erklärt sich einfach von selbst, wenn man mit wachen Augen und Ohren durch die Gegend läuft und die Nachrichten verfolgt. Andererseits muss ich gestehen, dass dieser Abschnitt das Buch irgendwie abrundet.

Ich finde, dass viel mehr Leser sich diesem Buch widmen sollten! Es ist wichtig dass wir uns vor Augen führen, was schon passiert ist und was alles noch passieren kann. Vermutlich wird sich nur dann unsere Einstellung zum Leben ändern.

Klimawandel ist global! Lest dieses Buch und tut was! Kommt raus aus der Komfortzone und ändert etwas!

 

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