[Rezension] „Die Wandler. Der Beginn“, Laura Bitterlich (Edition Zweihorn)

Inhalt
Wie alle Wandler wird Leara dann eine Tierform zugewiesen bekommen, in welche sie sich zu jeder Zeit verwandeln kann. wandlerDiese Tierform wird über ihren sozialen Status und über den weiteren Verlauf ihres Lebens bestimmen. Doch es herrscht Unruhe in diesem Königreich. Die Herrscher kümmern sich kaum um die Belange des Volkes, die Krieger tyrannisieren das einfache Volk, das zu schwach ist, um sich gegen die Übergriffe zu wehren. Trotz allem existiert Hoffnung. Denn seit Jahrhunderten wird eine Prophezeiung überliefert, welche besagt, dass eines Tages der Allwandler – ein Gestaltwandler, welcher sich in jedes beliebige Tier verwandeln kann – kommen und die Herrscher stürzen wird. Der jungen Autorin Laura Bitterlich ist ein Fantasy-Debüt gelungen, das ganz ohne Elfen, Zwerge und Feen auskommt, dafür aber umso packendere und ungewöhnlichere Abenteuer bereithält. (Quelle: editionzweihorn)

Meinung und Fazit
Dieses Buch ist der erste Teil einer Trilogie, und ich bin sehr angetan.
Die Autorin hat eine sehr schöne, fantastische Welt geschaffen, die sehr gut ausgestaltet ist. Dabei verliert sie sich nicht in Details, sondern legt das Augenmerk auf die Geschichte an sich, so dass sich auch bei jungen Lesern sicher sofortiges Lesevergnügen einstellt.
Die Geschichte begeistert auch durch die unterschiedlichen Gestalten, die man im Verlauf kennen lernt. Sie sind nicht immer direkt als gut oder böse zu kennzeichnen, manchmal ergibt sich das erst im Verlauf der Handlung. Vielschichtige Spannungsmomente komplettieren die Geschichte, so dass man immer weiter lesen möchte.
Der Schreibstil ist auf ein jüngeres Publikum zugeschnitten und lässt sich dadurch sehr flüssig und zügig lesen. Auch die Kapitellängen fand ich sehr gut gewählt. Gerade für jüngere Kinder sind die Kapitel nicht zu lang, zudem sind sie nochmals in Abschnitte unterteilt, so dass man jederzeit unterbrechen kann.
Hier und da hätte ich mir persönlich gewünscht, dass die Gefühle und Gedanken der Hauptpersonen etwas mehr Raum eingenommen hätten, und auch die Problembewältigung hätte etwas detailreicher sein können. Da dies allerdings ein Buch für jüngere Leser ist, halte ich die Ausgestaltung für ausreichend.
Was mich persönlich auch ein ganz klein wenig gestört hat war, dass die Autorin an einigen Stellen die spätere Handlung schon vorweg genommen hat. Doch das hat meinen Lesespaß nur sehr gering gemindert, und auch hier ist es vermutlich so, dass man als Erwachsener anders liest, und dass das für Kinder/Jugendliche durchaus o.k. ist.

Ein modernes Märchen, vorwiegend für Kinder und jüngere Jugendliche, wobei die Geschichte auch mich als Erwachsenen begeistern konnte. Zum vor- und selber lesen ebenso gut geeignet wie als Klassenlektüre.

Die Autorin
Laura Bitterlich, geboren am 17.09.1996, begann mit dreizehn Jahren ihr erstes Manuskript „Die Wandler – Der Beginn“ zu schreiben.
Aktuell arbeitet sie am Folgeband und hat auch noch andere Projekte in Planung.
Laura wohnt zusammen mit ihrer Familie in einem kleinen Dorf am Rand des Saarlandes.
Weitere Informationen, Aktuelles zum Buch und ausgewählte Leseproben finden Sie unter: www. laura-bitterlich.de (Quelle: editionzweihorn)

Buchdatenedition zweihorn
Format: Taschenbuch, broschiert
Seiten: 175
Erscheinungstermin: 1. Auflage, 8. März 2013
ISBN-10: 3943199126

[Rezension] „Danke für meine Aufmerksamkeit“, Cordula Stratmann (KiWi)

Inhalt
Britta, eine europäische Hausmaus, ist die Erzählerin der Geschichte.
Nebenbei erfahren wir von ihren Partnerschafts- und sonstigen Problemen, doch im Kern der Geschichte geht es darum, Dankewie sie uns Menschen erlebt….

Meinung und Fazit
Ich musste mich erstmal daran gewöhnen, dass eine Maus die Geschichte erzählt. Dies gelang mir aber schon nach einigen Seiten sehr gut, so dass ich mich auf die Geschichte einlassen konnte.

Der Anfang gestaltete sich durchaus amüsant, denn Britta schlug sich mit Problemen herum, die auch uns Menschen nicht fremd sind.. Als sie dann bei den Menschen (Polly und ihrer Familie) einzog, drang die Geschichte zum Kern vor. Die Autorin beleuchtete das Verhalten von Eltern und Kindern sehr gekonnt, wobei ich mir oft ein schmunzeln nicht verkneifen konnte. Die Treffsicherheit, mit der sie besonders Gedankengänge der Kinder wiedergab, war vermutlich nicht zuletzt ihrer Ausbildung zur Familientherapeutin zuzuschreiben. Dabei hebt sie allerdings nicht mahnend den Zeigefinger, sondern schildert mehr die Begebenheiten, ihre Hintergründe und Auswirkungen. Das fand ich auch vollkommen in Ordnung, denn bei dieser Autorin war meine Erwartung auf lustige Unterhaltung gepolt – mehr nicht.
Irgendwann jedoch driftete die Geschichte immer weiter ab. Was ich ursprünglich als lustig empfand wurde leider irgendwann recht nervig, so dass ich das Buch auch gerne mal zur Seite legte, um mir eine Verschnaufpause zu gönnen. Britta wurde an einigen Stellen „zu sehr Mensch“, das passte für mich einfach nicht in die Geschichte. Auch der Ausdrucksweise der beteiligten Figuren konnte ich leider dauerhaft nichts abgewinnen.

Es hätte eine schöne Geschichte werden können, aber ich denke, dass mich der Name „Cordula Stratmann“ voreingenommen an das Buch heran gehen lies. So lustig wie erwartet ist das Buch nicht, eher ab und an amüsant. Schade, denn von ihr als Kabarettistin hätte ich mehr erwartet.

Die Autorin
Cordula Stratmann zählt seit 1998 zu den erfolgreichsten Komödiantinnen Deutschlands. Über ihre Paraderolle der »Annemie Hülchrath« (WDR) führte der Weg in die »Schillerstraße« (Sat.1), Deutschlands bekanntester Wohngemeinschaft. Es folgten eine etwas andere Wissensshow »Das weiß doch jedes Kind«, der ARD-Spielfilm »Ein Fall für Fingerhut« und die Impro-Sitcom »Wir müssen reden«. Erfolgreich ist Cordula Stratmann auch als Bühnenkünstlerin und als Buchautorin (»Ich lese, aber schreiben müssen Sie selbst« und »Sie da oben, er da unten«).
Sie ist eine vielfach preisgekrönte Künstlerin: vom Deutschen Fernsehpreis über den Deutschen Comedy Preis und die Goldene Kamera bis zum Bayerischen Fernsehpreis. (Quelle: kiwi-verlag)

Buchdaten
Ausgabe: gebundenlogoKiWi
Seiten: 208
Erscheinungsdatum:
09. März 2013
ISBN:
978-3-462-04525-3

[Montagsfrage] Abgebrochene Bücher

Heute ist schon Dienstag, aber ich will natürlich auch diese Woche die Montagsfrage von paperthin beantworten :-)

Welches Buch hast du zuletzt abgebrochen?

Darauf habe ich eine kurze und sehr einfache Antwort: keins…. :-)

Ich finde, dass es jedes Buch verdient hat zu Ende gelesen zu werden, mag es noch so gut oder halt schlecht sein.
Es gibt Bücher, die schleppen sich über die ersten Seiten dahin, doch letztlich waren sie zumindest “lesbar”, weil sich die Geschichte doch noch ganz gut entwickelt hat.
Ich habe auch schon Bücher zur Seite gelegt, weil sie mich einfach nicht fesseln konnten oder ich aktuell nicht in der DankeStimmung war um sie fertig zu lesen.
Das letzte Buch bei dem es mir so ging war “Danke für meine Aufmerksamkeit” von Cordula Stratmann. Ich hatte mir viel von diesem Buch versprochen, halten konnte es das leider nicht.
Aber wie gesagt, auch dieses Buch habe ich beendet, die Rezension folgt heute :-)

[Rezension] „Eisige Rache“, Elke Schwab (solibro)

Inhalt
Eine Mordserie erschüttert das provinzielle Örtchen Buweiler. Die Ermittler Baccus und Borg nehmen sich des Falles an 20120914_TB_Schwab_Rache_Cover_V2.inddund geraten dabei selbst in Gefahr.

Meinung und Fazit
Es ging schon spannend los. Aus der Perspektive des Erzählers werden Gedanken und Wahrnehmungen des Täters geschildert. Solche Einschübe gab es auch im Verlauf des Krimis immer wieder, was einen zusätzlichen Thrill-Effekt brachte.
Die Idee und den Aufbau des Krimis fand ich sehr gelungen. Die Kapitellängen waren gut gewählt, wobei sich zum Ende vieler Abschnitte die Spannung immer wieder steigerte. Diese kleinen Cliffhanger sorgten ganz von selbst dafür, dass ich einfach weiter lesen musste.
Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Umgebung greifbar werden zu lassen. Manchmal ist es vielleicht etwas zu detailverliebt, aber ich persönlich fand das sehr gelungen.
Ebenso gut sind die Personenbeschreibungen. Ich bekam es hier direkt mit einer ganzen Reihe an handelnden Personen zu tun, trotzdem traten nie größere Verwirrungen auf. Jede Person war einzigartig. Das betraf die Äußerlichkeiten ebenso wie die kleinen Macken. Meistens finde ich solche Besonderheiten sehr schön, aber eine Person ging mir dabei doch gehörig auf die Nerven, weil sie ständig religiöse Phrasen von sich gab. Solche Sonderlinge können einen Roman durchaus bereichern, mir war es hier leider manchmal etwas zu viel. Was die beiden Kommissare angeht muss ich sagen, dass sie mir gut gefallen haben. Sie sind nicht nur Profis, hier menschelt es auch ab und zu recht stark. Das bringt natürlich Konflikte mit sich, die auf persönlicher Ebene ausgefochten werden. Es ist immer wieder schön zu sehen, dass auch Kommissare ihre Stärken und Schwächen haben….

Auch wenn dies der dritte Band der Baccus-Borg-Reihe ist, kann man den Krimi ohne Vorkenntnisse lesen. Ich vermisste nichts.
Ein spannender Krimi mit Thriller-Elementen, der hält was er verspricht.

Die Autorin
Inmitten meiner Bücher fühle ich mich wohl, denn Bücher sind mein Leben.
Schon von Kindesalter an gehört das Schreiben zu meinen Leidenschaften. Deshalb ist es kein Zufall, dass ich heute selbst Bücher veröffentliche. Früher habe ich spannende Abenteuergeschichten geschrieben. – von Hand mit einem Füller mit grüner Tinte – Doch leider verschwanden die Manuskripte alle ungeachtet in der Schublade.
Später sollte das anders werden. Aus meinen Abenteuergeschichten sind Kriminalromane geworden. Sie zeigen viel Ähnlichkeit zu meinen Geschichten aus Kindertagen auf – nur mit dem kleinen Unterschied, dass sie fast alle als Taschenbücher auf den Markt gekommen sind.
Der Spannung und den großen Gefahren bin ich treu geblieben. Denn die seelischen Abgründe der Menschen haben mich schon immer fasziniert. Das setzt meiner Fantasie keine Grenzen. (Quelle: elke-schwab)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbuch
Verlag:
Solibro
Auflage:
1. Aufl. 2013 [subkutan Bd. 4] solibro
Seiten: 384
ISBN: 978-3-932927-54-6

[Montagsfrage] Welche Romanfigur würdest du gerne treffen?

Heute ist wieder die Montagsfrage von paperthin dran, und die ist diesmal garnicht so leicht zu beantworten.montagsfrage_banner

Janine schreibt auf paperthin, dass sie gerne Hildegunst von Mythenmetz treffen würde. In der Tat wäre dies auch fast meine erste Wahl gewesen, Mythenmetz1obwohl ich mit den Buchlingen vielleicht noch lieber sprechen und mit ihnen durch die Katakomben stromern würde.

ABER: es gibt eine Person, mit der ich mich noch ein klein wenig lieber unterhalten würde, und das ist die Romanfigur Dracula bzw. Vladimir Tepes.

Ich weiß, dass Einige jetzt vielleicht genervt die Augen verdrehen, von wegen Vampire u.s.w., aber ich stehe zu dieser Affinität.
Was ich nämlich zu gerne wüsste ist, wie es der Roman-Dracula findet, dass Vlad III.  seiner Person als Vorlage gedient hat. Vielleicht findet er das ja gar nicht so toll…. Außerdem gibt es so viele Abwandlungen in der Literatur, wie Dracula ausgesehen hat oder vom Wesen her war. Doch wie ist er wirklich, wie sieht er sich und seine Rolle selbst? Ist er gerne überzeugter Einzelgänger? Was hält er von dem “Kuschelkurs”, den manche Artgenossen eingeschlagen haben? Und nicht zu vergessen: von glitzernden Vampiren….

Alles fiktiv, aber das zu erfahren wär schon was :-)

Gratis Comic Tag 2013

Heute ist es wieder soweit: der “Gratis Comic Tag” geht in die nächste Runde. teaser2013_logo

Wenn ihr euch jetzt fragt “wer, wie, was ist heute?”, dann erkläre ich es kurz:

heute gibt es Gratis-Comics. :-)

Viele Comicverlage und Händler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben gemeinsam  für diesen Tag insgesamt 30 Hefte aus verschiedensten Sparten produziert, die ihr euch in den teilnehmenden Läden mitnehmen könnt. Es gibt Comics für Kinder und Erwachsene, z.B. Manga, Marvel, Disney, Simpsons, Independent-Comics und mehr. Außerdem gibt es bei einigen Händlern noch besondere Aktionen wie Signierstunden, Wettbewerbe, Ausstellungen etc., und auch das eine oder andere Sonderangebot wartet bestimmt auf Käufer.

Wenn ihr jetzt neugierig seid, dann schaut doch mal auf der “Gratis Comic Tag” – Seite vorbei. Dort findet ihr alles Wissenswerte, wie z.B. eine Übersicht aller erhältlichen Comics, und ihr könnt dort auch teilnehmende Händler in eurer Nähe finden.
ABER: zögert nicht zu lange, denn “wenn weg, dann weg” ;-)
Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß !

Und hier zeige ich euch noch meine Favoriten:

thumb_cross_cult_star_trek   thumb_ecc_haegar   thumb_salleck_suskeundwiske   thumb_paninicomics_batman_superman   thumb_paninicomics_bongocomicsfuerumme   thumb_splitter_toonfish_benni_10

[Rezension] „Dreizehn Tage am Meer“, Markus Thiele (Oldigor)

Inhalt
Zwei Brüder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Eine Frau in den Zwängen gesellschaftlicher Konventionen. Und ein Ereignis, das zwanzig Jahre zurückliegt. Dies ist der Auftakt zu einer Reise in die Vergangenheit – einer Reise, die vonDreizehn Tage am Meer den Beteiligten bisher gemieden wurde. Aus Furcht vor der Gegenwart.

Jan Graf, 47-jähriger Sportpilot, mehrfach geschieden und kinderlos, hat wegen eines Herzfehlers seine Fluglizenz verloren. Kurzerhand verkauft er seine Cessnas sowie den Rest seiner Shuttleservicefirma, und reist auf die Île d’Ouessant, jene französische Atlantikinsel, auf der er vor zwanzig Jahren Manon zurückließ – die einzige Frau, die er jemals liebte.

Kaum angekommen, schreibt er seinem zwei Jahre älteren Bruder Christian Haller, einem verheirateten Grundschullehrer und Vater eines Sohnes – der erste Kontakt zwischen den Männern seit zwei Jahrzehnten. Als Christian den Brief erhält, steht sein Entschluss fest: Er nimmt das nächste Flugzeug.

Der Text blendet immer wieder in die Vergangenheit. Die Ferien von damals endeten in einer Tragödie, die Familien zerstörte und die Liebe zweier Menschen zueinander unmöglich machte.

Vor der rauen Kulisse der bretonischen Insel, deren Klima so unberechenbar ist, wie die menschliche Seele, prallen Vergangenheit und Gegenwart aufeinander. Die Zeit alleine kann keine Wunden heilen. Dennoch stellen sich alle Beteiligten nur eine Frage: Kann es einen Neuanfang geben? (Quelle: oldigor)

Meinung und Fazit
Anfangs wusste ich nicht genau was mich erwartet. Laut Inhaltsangabe konnte es ein Schicksalsroman, eine Liebes- oder Lebensgeschichte werden, doch ich musste bald erkennen, dass es eine gute Mischung aus allem ist, die mich fesselte und nachhaltig zum Nachdenken anregte.

Der Roman hat es dabei garnicht nötig besonders spannend oder anderweitig reißerisch zu sein. Er glänzt durch die leisen Töne, die zumeist in Form von Gedankengängen eines in die Jahre gekommenen Mannes (Jan Graf) angeschlagen werden. Irgendwie war er mir in seiner etwas introvertierten Art sehr sympathisch. Obwohl er scheinbar ein klares Ziel vor Augen hat, wirkt er manchmal verunsichert und gehemmt. Warum das so ist wurde mir langsam im Verlauf des Romans klar, denn seine Vergangenheit wird Stück für Stück in eingefügten Rückblenden aufgearbeitet. Mit der Zeit setzte sich somit ein lückenloses Bild zusammen, welches mich klarer sehen und verstehen lies.
Der Autor machte es mir durch seinen Schreibstil wunderbar leicht der Geschichte zu folgen. Seine Stärken lagen dabei in der sehr bildhaften Darstellungen der Umgebung und Personen. Stück für Stück bauten sich die einzelnen Szenarien in meinem Kopf auf, und das Zusammenspiel der Hauptfiguren passte sich sehr gekonnt ein.
Zurück bleiben gleich mehrere Erkenntnisse. Das Handeln des Einzelnen beeinflusst i.d.R. nicht nur dessen Leben, sondern es werden zwangsläufig auch andere Personen tangiert – mal mehr, mal weniger stark. Das Buch beinhaltet für mich zudem eine Aufforderung mehr miteinander und weniger übereinander zu reden. Außerdem zeigt die Geschichte sehr deutlich, dass man die Vergangenheit zwar nicht ändern kann, dass sie aber nicht zwingend die Zukunft bestimmen muss.

Trotz dieses Resümees hebt der Autor keineswegs den „pädagogischem Zeigefinger“. Er hat lediglich einen wunderbaren Roman geschaffen, welcher durch nachdenkliche, nachhaltige Töne besticht.

Der Autor
Markus Thiele, 1971 in Hildesheim geboren, ist hauptberuflich als selbständiger Rechtsanwalt in Göttingen tätig. Mit seiner Ehefrau und seinen beiden Kindern lebt er auf dem Land – für ihn der Ort, an dem er den nötigen Ausgleich zum oftmals turbulenten Berufsalltag findet. Mit dem Schreiben begann er 2007 während eines Provenceurlaubs. Schon länger hatte ihn der Wunsch verfolgt, prosaische Kurz- als auch längere Texte zu verfassen. Als der Startschuss gefallen war, entstand ein erstes Romanmanuskript.
Zahlreiche Kurzprosa folgte, 2009 erhielt er für einen seiner Texte den „Wiener Werkstattpreis“, 2012 folgte der Publikumspreis des Kulturpreises der Stadt Göttingen. Mehrere seiner Werke wurden in Anthologien veröffentlicht.
2010 begann er die Arbeiten zu Dreizehn Tage am Meer. Am Ende stand der Roman, wie er nun (2013) im Oldigor Verlag veröffentlicht wird.
Schreiben ist für Markus Thiele das Abbilden von Wirklichkeiten. Das Schwierige ist nur, so sagt er, dass es so viele verschiedene davon gibt. Als Anwalt ist er ständig in Kontakt mit unterschiedlichsten Menschen, teilweise mit geradezu skurrilen Charakteren – eine Möglichkeit, in die Untiefen und Tiefen der menschlichen Seele zu blinzeln. Seine Texte sind keine juristisch konnotierten, sind keine Krimis oder gar Gerichtsdramen. Seine Geschichten haben den Menschen zum zentralen Inhalt, dessen Gefühle, Ängste und Freuden und die Verhältnisse zu den Mitmenschen. Und so zitiert Thiele immer wieder gern seinen Lieblingsautor Siegfried Lenz: „Ich brauche Geschichten, um die Welt zu verstehen.“ (Quelle: Oldigor)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbucholdigor
Seiten: 251
ISBN: 978-3-943697-56-8
Erscheinungsdatum: 7. März 2013

Ausgabe: eBook
ISBN: 978-3-943697-57-5
Erscheinungsdatum: 19. Februar 2013

Hier könnt ihr bestellen (klick)

 

[Buch-Woche] # 33

Letzte Woche habe ich aus Zeitgründen gepasst, aber nun bin ich wieder dabei und poste euch die aktuelle Buchwoche, die sich Solitary ausgedacht hat.Buchwoche

In dieser Woche lautet mein aktueller Lesestoff “Harte Jungs”. Dieses Buch wurde geschrieben von Florentine Joop, es ist im Eichborn Verlag erschienen und es handelt sich um einen Gesellschaftsroman, der auf die 90er zurück blickt. Bisher gefällt mir das Buch sehr gut.
Die Neuzugänge der Woche lauten “Dunkle Träume” von Inka Loreen Minden (siebenVerlag).
In Sachen Büchern habe ich  mir für die folgende Woche folgendes vorgenommen: Ich werde wieder an der monatlichen Lesechallenge von lovelybooks teilnehmen. Außerdem habe ich wieder so viele gelesene Bücher, die noch unrezensiert sind, da muss ich auch unbedingt etwas tun…

Eine Dystopie, die mir sehr gut gefallen hat und die ich jemandem weiterempfehlen würde, ist Legend von Marie Lu. Darin geht es um die typischen Elemente einer Dystopie, gemixt mit Liebe, Kampfgeist und Verrat.

In meinem Bücherregal stehen viele Fantasy-Romane, denn ich tauche gerne in fremde Welten ab.
Meine liebsten Fantasyfiguren kann ich nicht genau benennen, denn ich mag sie (fast) alle gerne.
Auch Bücher mit Elfen, Feen etc. habe ich bereits gelesen, und dabei hat mir “Engelslust” von Inka Loreen Minden (Fallen Star E.K.) besonders gefallen.
Was ich allerdings nicht mag sind Horror- und SciFi-Gestalten, denn sie sind mir oft zu abstrakt, brutal oder haben Namen, die ich mir beim besten Willen nicht merken kann. Absonderliche Namen bei anderen Wesen machen mir komischer Weise nichts aus, vermutlich weil sie melodischer klingen.

[Rezension] „Ein ganzes halbes Jahr“, Jojo Moyes (rororo)

Inhalt
Lou & Will. Louisa Clark weiß, dass nicht viele in ihrer Heimatstadt ihren etwas schrägen Modegeschmack teilen. Sie weiß, Ein ganzes halbes Jahrdass sie gerne in dem kleinen Café arbeitet und dass sie ihren Freund Patrick eigentlich nicht liebt. Sie weiß nicht, dass sie schon bald ihren Job verlieren wird – und wie tief das Loch ist, in das sie dann fällt. Will Traynor weiß, dass es nie wieder so sein wird wie vor dem Unfall. Und er weiß, dass er dieses neue Leben nicht führen will. Er weiß nicht, dass er schon bald Lou begegnen wird. Eine Frau und ein Mann. Eine Liebesgeschichte, anders als alle anderen. Die Liebesgeschichte von Lou und Will. (Quelle: rowohlt.de)

Meinung und Fazit
Dies ist die Geschichte von Will und Lou.
Anders als im Klappentext beschrieben, würde ich nicht unbedingt von einer Liebesgeschichte sprechen, auch wenn dies einen Teil des Kerns ausmacht. Für mich ist es in der Hauptsache eher eine Schicksalsbegegnung.

Will ist erfolgreich, vermögend, sportlich und hat eine attraktive Partnerin. Doch plötzlich verändert ein Unfall sein ganzes Leben. Die Diagnose Tetraplegie wirft all seine Pläne und Wünsche über den Haufen und raubt ihm den Lebenswillen.
Tetraplegie war mir zwar ein Begriff, aber die Darstellung der Erkrankung in all ihren Facetten schockierte mich hin und wieder doch. Dass Will, der eine recht bewegte Vergangenheit hatte, damit nicht umgehen kann, schien mir irgendwann nur allzu verständlich.
Ihm gegenüber steht Lou. Sie kommt aus der Arbeiterschicht, wirkt auf den ersten Blick etwas exzentrisch, ist aber sehr liebenswert und denkt immer mehr an Andere als an sich selbst. Für meinen Geschmack war sie manchmal etwas zu devot, so dass ich sie gerne geschüttelt hätte, damit sie endlich aufwacht. Auf der Suche nach einer neuen Arbeit landet sie in einer befristeten Anstellung bei den Traynors, und somit nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Will und Lou könnten unterschiedlicher nicht sein und haben anfangs daher auch einige Probleme persönlicher Art zu bewältigen.
Lou möchte Will gerne den Lebensmut zurück geben, er begegnet ihr abweisend und mit einer gehörigen Portion Sarkasmus. Doch Lous stets positive Art veranlasst Will dazu, dass er seine emotionale Mauer einreist. In kleinen Schritten kommen sie sich immer näher. Beide versuchen das Leben des Anderen nach eigenen Maßstäben positiv zu beeinflussen. Ob das gelingen kann ?

Ich fand die Geschichte wundervoll und traurig zugleich und kann mir gut vorstellen, dass es solche Schicksale und schicksalhafte Entscheidungen nicht nur in Romanen gibt.
Die Gegensätzlichkeit der Charaktere war sehr gut gewählt. Lou war mir von Anfang an sympathisch, bei Will dauerte es etwas länger. Über den gesamten Roman hinweg lernten sie voneinander, entwickelten sich und wuchsen zu einer festen Einheit zusammen. Es war Phasenweise kaum vorstellbar, dass es das Schicksal nicht gut mit ihnen meinen könnte. Aber so sehr ich mich für die beiden freute, schwang trotzdem immer ein etwas flaues Gefühl mit, wenn wieder ein Rückschlag daher kam.
Auch wenn das Buch von dem Zusammenspiel zwischen Lou und Will lebt, sticht Lou als Charakter eindeutig hervor. Sie macht mit Abstand die größte Entwicklung durch. Alles ist sehr nachvollziehbar, bemerkenswert und ich konnte es ihr von Herzen gönnen.

Doch auch die Nebenfiguren, obwohl sie seltener in Erscheinung traten, hatten eine sehr gute Präsenz. Wills Eltern erschienen mir zwar recht kalt, doch dieser Eindruck wurde spätestens dann revidiert, als jeder in einem Kapitel selber zu Wort kam. So erlangte man auch einen sehr guten und aufschlussreichen Einblick in ihre Gefühlswelt, der einiges verständlicher erscheinen lies. Hier wurde unter anderem deutlich, dass die Erkrankung eines Angehörigen, in diesem Fall die eines (erwachsenen) Kindes, weitreichende Folgen für alle Beteiligten haben kann. Ein Umstand, den man ja doch mal gerne vergisst….

Ein hochemotionaler Roman, der mich tief bewegt und zum Nachdenken angeregt hat. Zurück bleibt die Frage, wie viel die Liebe im Leben eines Menschen bewirken kann. Vermutlich viel, aber manchmal einfach nicht genug…

Die Autorin
Jojo Moyes, geboren 1969, hat Journalistik studiert und für die «Sunday Morning Post» in Hongkong und den «Independent» in London gearbeitet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren drei Kindern auf einer Farm in Essex. (Quelle: rowohlt.de)

Buchdaten
Ausgabeformat: Broschiert
Seiten: 512
Verlag: rororo
Auflage: 3 (21. März 2013)
ISBN-10: 3499267039
Originaltitel: Me Before You

Blogger schenken Lesefreude: and the winner is….

Hallo ihr Lieben !
Ich hoffe ihr habt schön in den Mai getanzt, ich für meinen Teil habe lieber schön ausgelost :-)

Zu gewinnen gab es im Rahmen der “Blogger schenken Lesefreude”-Aktion den Krimi “Ostfriesenmoor”.
20 (Krimi-)Leser sind in den Lostopf gehüpft, und im Video seht ihr, wer gewonnen hat.
Allen die nicht gewonnen haben gebe ich den Tipp: schaut immer mal wieder rein. Ich werde demnächst noch eine Verlosung starten, und dort gibt es evtl. noch ein Exemplar von Ostfriesenmoor zu gewinnen, nebst anderen schönen Büchern :-)
Aber jetzt zur Auslosung….

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