[Rezension] „Brombeerliebe“, Andrea Reichart (Oldigor)

Inhalt
Über ein unerwartetes Erbe und unerwartete Folgen

Meinung und Fazit
Diese Geschichte schaffte es, dass ich von Anfang an verzaubert war.
Andrea Reichart hat einen ganz wunderbaren, lockeren Schreibstil und viel Liebe zum Detail.
Die Geschichte beginnt mit einer Autorin, die ihr nächstes Buchprojekt beenden muss. Ihr Mann fährt daher mit den Kindern alleine in den Urlaub, wobei er allerdings von der attraktiven Yvonne, nebst Kind, begleitet wird.
Als ich wenig später schon dachte, dass sich die Geschichte in die Richtung Dreiecksbeziehung/Seitensprung/Eifersucht entwickeln würde, vollzog sich allerdings eine beeindruckende Wende, und es sollte nicht die letzte Überraschung bleiben.
Mit der Benachrichtigung über eine Erbschaft, an die allerdings Bedingungen geknüpft waren, wurde die Geschichte noch besser als sie es ohnehin schon war. Was dann folgte war interessant, stellenweise sehr lustig und auch tragisch. So trug mich die Geschichte spielerisch von Seite zu Seite.

Nicht nur die Geschichte hat mich begeistert, auch die Figuren fand ich alle ganz wunderbar.
Viele verschiedene Charaktere treffen hier aufeinander, ergänzen und bereichern sich gegenseitig.
Die Hauptfigur Sue Sandig ist Autorin und schreibt gerade ihren nächsten, potentiellen Bestseller. Daneben ist sie (zumindest vorrangig) so herrlich durchschnittlich, dass es mir das Herz erwärmt hat. Weil sie so bodenständig und lebensnah rüber kommt, hebt sie sich deutlich von den sonst gebräuchlichen, stereotypen Figuren ab.
Ganz im Gegensatz dazu ist Yvonne eine schillernde, egomane Gestalt. Ein wunderbarer Gegensatz. Später kommen so manche Typen dazu, wie man sie sich besser nicht hätte ausdenken können. Aber ich will hier nicht zu viel verraten, dass muss man einfach selber lesen.

Ein wunderbares, kurzweiliges Lesevergnügen, mit viel Humor, aber auch tragischen Momenten. Absolute Kaufempfehlung!

Die Autorin
Andrea Reichart wurde 1960 in Oberhausen geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA und die weiterführende Schulzeit in Deutschland (Essen). Nach ihrer Buchhandelslehre studierte sie Germanistik und Anglistik (MA, 1989), arbeitete bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Essen am Lehrstuhl von Prof. H. Wenzel und besaß von 1992 bis 2008 in Essen einen Verlag und eine Buchhandlung.
1986 erschien eine von ihr und Peter Gustav Bartschat zusammengestellte Stilblütensammlung aus dem Buchhandel bei Eichborn unter dem Titel ‚Bücher welken nicht‘. 1996 erschien im Item-Verlag die erweiterte Neuauflage unter dem Titel ‚Haben Sie Bücher?‘ und 2006 die nochmals erweiterte Neuauflage ‚Heidi ist tot‘.
Zu ihren wissenschaftlichen Zeiten in den frühen 90er Jahren publizierte sie zu Themen der Alltags- und Genderforschung (Wochenbett und Kindertaufe im Mittelalter) und dem Alltagsleben im spätmittelalterlichen Essen.
2008 kam sie nach Iserlohn, um das Literaturhotel Franzosenhohl zu leiten, dessen literarisches Konzept von ihr stammt. Nachdem das Hotel im Sommer 2009 von der Stiftung Lesen für „die herausragende Initiative“ ausgezeichnet wurde, übergab sie die Geschäftsleitung Ende 2009 an einen Hotelfachmann und ist seit 2010 mit ihrer Agentur Leseziel wieder selbstständig. Das Literaturhotel ist ihr Kunde.
Sie bietet dort mit großem Erfolg 1-Personen-Blitz-Workshops an, stellt aktuelle Neuerscheinungen bei Buchpartys vor oder liest bei Wellness- oder Candlelight-Lesungen, wenn sie nicht an eigenen Texten arbeitet oder fremde Texte lektoriert.
Es fließen aus ihrer Feder immer wieder Kurzgeschichten – aus Freude an der Sache oder gezielt im Auftrag für Privatpersonen und Firmen, die sich dann als literarische Figuren darin wiederfinden.
Sie ist Herausgeberin der Anthologie ‘Sprung’ (erschienen im Mönnig Verlag 2010, ISBN 978-3-933519-48-1), das Ergebnis eines von ihr organisierten Kurzgeschichten Wettbewerbs des Literaturhotels. Im Candela Verlag erschien 2011 eine Kurzgeschichte in der Erotik-Anthologie ‚Venerii‘.
Im Mönnig-Verlag erschien im September 2011 ihr erster Roman: “Nenn mich Norbert” (ISBN 978-3-933519-51-4). Die Startauflage von 1.500 Exemplaren war nach nur 12 Wochen vergriffen, die 2. Auflage wurde im Januar 2012 ausgeliefert, die 3. Auflage im Frühjahr 2013. Am 14.2.2012 wurde „Norbert“ nominiert für den DeLiA Literaturpreis 2012 für den schönsten Liebesroman des Vorjahres. 2012 erschien „Safranträume“ und gleichzeitig in der Anthologie „Der vierte König“ (Kaufmann Verlag) die Geschichte „Adventsträume“. 2013 erscheint „Brombeerliebe“ – ein Roman, der auf Fortsetzungen angelegt ist. Sue Sandig und ihre Familie sind einfach zu nett! Und – für Norbert Fans – Sue’s Agent ist Norbert Schulte … 2013 gab die Autorin die Anthologie „Zauberhafte Welten“ heraus (Oldigor Verlag), darin erschien ihre Kurzgeschichte „Spiralnebel“.
Andrea Reichart organisiert nicht nur für das Literaturhotel in Iserlohn literarische Events. Sie war Mitorganisatorin der NRW Literaturtage 2011 und 2012 im Planungsteam für die DeLiA Liebesromantage 2013, beide in Iserlohn. Sie moderierte zwischen 2010 und Sommer 2013 literarische Sendungen für den Förderverein Lokalfunk Iserlohn (Fölok). Dazu interviewte sie die Autoren, die sie zu Lesungen ins Literaturhotel nach Iserlohn einlud. Sie ist Mitglied bei DeLiA. (Quelle: Oldigor)

Buchdatenoldigor
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 250
Verlag: Oldigor
Erscheinungsdatum: 21.11.2013
ISBN: 978-3943697827

[Auslosung] Indie-Aktion zu “Grünkohlsuppenblues” und “Durch Tod heilbar”

Ihr Lieben,

erstmal ein paar Worte in eigener Sache.

Ich muss mich dafür entschuldigen, dass ich diesmal so spät auslose.
Leider gibt es im Privatleben manchmal Ereignisse, denen man Vorrang gewähren muss.
Ich hoffe ihr versteht das.
Ich war schon froh, dass ich die Blogtour letzte Woche schon “vorgeplant” hatte, aber zum auslosen kam ich leider nicht.

Aber dafür gibt es heute gleich drei Gewinner zu verkünden :-) Mehr

[Rezension] „Der Zorn des Lammes“, Johannes Groschupf (Oetinger)

Inhalt
Sie leben beide in Berlin, und jeder sieht die Welt mit anderen Augen. Dies ist die schockierende Geschichte von Jazz und Milan….

Meinung und Fazit
Als ich mir den Klappentext durchlas erahnte ich schon, um welches Thema sich diese Geschichte ranken dürfte. Zum Teil lag ich damit garnicht so falsch, und doch wurde ich von der Intensität dieser Erzählung überrascht.
Es ging recht locker los, und ich lernte zuerst Jazz kennen. Sie wirkte jugendlich, frisch, voller Tatendrang, auch wenn ich ihr einen gewissen Grat an Naivität zusprechen musste. Trotzdem, oder gerade deswegen, fand ich sie sehr sympathisch, vor allem weil sie mir so lebensnah erschien. Alles wirkte leicht und froh, mit einer positiven Grundstimmung.
Da die Kapitel abwechselnd aus Jazz´ und Milans Sicht geschrieben sind, wandelte sich das Bild jedoch zu Beginn des zweiten Kapitels recht abrupt.
Man erfährt zunächst nicht viel über Milan, er nimmt erst nach und nach Gestalt an. Trotzdem hat es der Autor geschafft, dass ich sofort eine vage Beklemmung verspürte. Im Gegensatz zu Jazz´ Geschichte wirken Milans Schilderungen bedrückend und düster. Nach und nach wurde mir auch klar, warum das so war, denn hier hatte ich es mit einem echten Psychopathen zu tun.
Die Geschichte nahm ihren Lauf, und manchmal konnte ich garnicht glauben was ich da lese. Es war so erschreckend real, dass mich einige Stellen fast atemlos zurück ließen. Ich hoffte und bangte, war geschockt und gefesselt gleichermaßen.
Daher mag es nicht verwundern, dass sich das Buch sehr schnell seinem Ende neigte. Zurück blieb ein Nachhall der Beklemmung und Ungläubigkeit, aber auch eine gewisse Erleichterung machte sich breit.
Vor der Leistung, diese Geschichte derart eindrücklich auf relativ wenige Seiten zu bringen, muss ich den Hut ziehen. Das war sicherlich nicht einfach, aber der Autor hat es mit Leichtigkeit geschafft alles passgenau auf den Punkt zu bringen, ohne sich in Nebensächlichkeiten zu verstricken.
Eine schockierende und gleichzeitig fesselnde Geschichte mit Nachhall. Absolute Kaufempfehlung !

Der Autor
Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, studierte Germanistik, Publizistik und Amerikanistik. Heute lebt er als freier Journalist in Berlin und schreibt für Die ZEIT, die FAZ, den Tagesspiegel, die Berliner Zeitung u.a. Er hat bereits zwei Romane für Erwachsene veröffentlicht und erhielt 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis für das NDR-Feature “Der Absturz”. (Quelle: dtv-dasjungebuch.de)

Buchdaten
Ausgabe: TaschenbuchOetinger
Seiten: 192
Erscheinungsdatum: April 2014
ISBN: 978-3-8415-0282-7
Altersempfehlung: ab 14J.
Verlag: Oetinger Taschenbuch

[Blogtour] „Der Zorn des Lammes“, Thema „Stalking“

Heute ist der zweite Tag der Blogtour und ich möchte ein zentrales Thema des Buches behandeln: Stalking.

Der Begriff Stalking kommt von englischen Wort „to stalk“, also jagen, hetzen, belästigen, belauern oder (heran) pirschen.
Es bedeutet, dass der Stalker sein Opfer wiederholt verfolgt und belästigt, weil er es will (kein äußerer Zwang). Das hat nicht selten zur Folge, dass das Opfer psychische und/oder körperliche Schäden davon trägt.

Um zu verdeutlichen was es heißt „gestalkt“ zu werden, möchte ich euch den Erfahrungsbericht einer sehr guten Freundin vorstellen. Mehr

[Blogtour] „Der Zorn des Lammes“ von Johannes Grohschupf

Ab heute findet eine Blogtour zu einem tollen, neuen Buch aus dem Oetinger Verlag statt.

Der Zorn des Lammes Mehr

[Rezension] „Die Gefangene des Highlanders“, Megan MacFadden (dotbooks)

Inhalt
„Sie ist seine Geisel – doch ihre Schönheit schlägt sein Herz in Ketten.“
Schottland, Ende des 12. Jahrhunderts. Als der tapfere Kreuzritter Braden MacDean aus dem Heiligen Land nach Hause zurückkehrt, steht er vor dem Nichts: Seine Familie wurde getötet, die Burg zerstört, das Land vom Clan der MacArons erobert. Braden bleibt nur eine Möglichkeit: Er entführt die schöne Marian MacAron, um seine Feinde unter Druck zu setzen. Natürlich glaubt der Highlander, dass seine Geisel Widerstand leisten wird – aber er ist nicht darauf vorbereitet, welche Gefühle die temperamentvolle Rothaarige in ihm weckt… (Quelle: dotbooks.de)

Meinung und Fazit
Anfangs war ich etwas skeptisch, denn der Einstieg in die Geschichte ähnelt einem bekannten, mehrfach verfilmten Roman doch recht stark. Doch ich ließ mich davon nicht beirren und stellte fest, dass sich schon nach wenigen Seiten eine sehr interessante, eigene Geschichte entwickelte.

So las ich gerne weiter, liest mich von der Geschichte mitreißen und verzaubern.
Was das Ende angeht nehme ich schon mal vorweg, dass die Geschichte recht vorhersehbar ist, aber auch das schmälerte den Lesegenuss nicht. Bei solchen Romantik-Schmökern erwarte ich das fast schon. Doch im Verlauf passiert auch viel Unerwartetes und Spannendes, was diese Geschichte erheblich aufwertete.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Sie waren sehr unterschiedlich in Wesen und Gestalt, passten sich gut in die Zeit und Umgebung ein, und sie hielten so manche Überraschung bereit. Die Autorin schaffte es sogar, dass mir einige der Nebenfiguren ans Herz wuchsen, weil sie ungewöhnlich waren, viel Beachtung fanden und aus der Masse herausragten.

Braden und Marian, die beiden Hauptfiguren, nahmen den größten Raum ein. Was mir an den Beiden gut gefiel war, dass hier die typischen Rollenklischees nicht immer, aber zumindest oftmals durchbrochen wurden. Braden mimte nicht immer den Held und Herrscher, sondern zeigte auch weiche Seiten, und Marian bestritt ihre Rolle mit nicht alltäglicher Präsenz, reichlich Stärke und Durchsetzungsvermögen.
Das einzige was ich den beiden Figuren ankreiden muss ist das Misstrauen und die Zickigkeit, die sie in Beziehungsdingen manchmal an den Tag legten. Ohne diese ständigen Feden und Missverständnisse hätte die Geschichte zwar einige Seiten eingebüßt, aber meinen Nerven hätte es offen gestanden gut getan. So hatte ich leider den Eindruck, dass ich mich in dieser Sache etwas zu sehr im Kreis drehte. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich den Rest der Geschichte nicht trotzdem genossen hätte.

Eine unterhaltsame, spannende Highland-Saga mit viel Romantik. Sehr lesenswert!

Die Autorin
Megan MacFadden ist eins der Pseudonyme, unter denen die Autorin Hilke Sellnick ihre leidenschaftlichen Historienromane veröffentlicht. Sie studierte Russisch und Französisch und arbeitet heute als freie Roman- und Drehbuchautorin. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Hilke Sellnick im Taunus.

Bei dotbooks erschienen die Megan-MacFadden-Romane „Die Gefangene des Highlanders“, „Die Geliebte des Kosacken“ und „In den Fesseln des Wikingers“. (Quelle: dotbooks.de)

Buchdatendb_logo_72dpi
Ausgabe: ePUB
Seiten: (ca.) 396
Erscheinungsdatum: Apr 2013
ISBN: eBook 978-3-95520-187-6
Verlag: dotbooks

 

[Rezension] „Humor und Hausverstand gewünscht“, Brigitte Teufl-Heimhilcher

Inhalt
Eine Powerfrau meistert ihr Leben

Meinung und Fazit
Ich muss schon sagen, dass mich alleine die Hauptfigur Thessa schon dazu bewogen hat das Buch in einem Rutsch zu lesen, denn sie ist alles andere als stereotypisch. Modelmaße und Perfektion sucht man vergebens, nur im Beruf macht ihr niemand so schnell etwas vor. Sie erschien mir recht bodenständig und sympathisch, und sie hatte mit so manchen Widrigkeiten zu kämpfen. Als alleinerziehende Mutter ist sie vermutlich gestählt.
Wie man an dieser (groben) Beschreibung schon merkt, hat die Autorin ihrer Hauptfigur sehr viel Persönlichkeit verliehen. Das macht die Identifikation wunderbar leicht, auch wenn man nicht gerade alleinerziehend ist. Etwas anders sieht das bei den weiteren Figuren aus. Sie bleiben manchmal hinter den Erwartungen zurück. Auch wenn sie sich überwiegend gut in die Geschichte einpassten, waren sie mir etwas zu blaß. Das betrifft natürlich nicht alle Figuren, aber einige. Mich persönlich störte das allerdings nicht so sehr, denn mir blieb ja Thessa…

Locker, leicht und herzlich ist der Schreibstil, mit einem sympathischen österreicher Dialekt. Letzteres aber sehr gut dosiert, so dass man alles versteht. Außerdem hat ein Dialekt für mich immer etwas sehr charmantes.
Die Geschichte an sich wirkt modern, was nicht zuletzt Thessas Lebens- und Beziehungsführung zu verdanken ist. Sie hat mit typischen, aber auch nicht ganz so typischen Situationen zu kämpfen, und versucht ihr Leben zu meistern.
Manchmal schwenkt die Geschichte zu ihrem (noch) Ehemann, der sich im Vorarlberg niedergelassen hat. Das macht die Erzählung abwechslungsreich, aber trotzdem fand ich diesen Teil der Geschichte etwas schwächer. Aber als ich gerade dachte dass die Geschichte jetzt in einen Zickenkrieg mit Eifersuchtsdrama abdriftet, überraschte mich die Autorin mit einer ungeahnten Wende. Das gab neuen Schwung und hat mir sehr gefallen, so dass ich gerne weiter las.

Ein Buch für vergnügliche Lesestunden, mit Liebe, Leid und Überraschungen. Einkuscheln und loslegen!

Die Autorin
Brigitte Teufl-Heimhilcher, geb. 1955, ist verheiratet und arbeitet als Immobilien-Fachfrau in Wien. Darüber hinaus schreibt die kommunikative Hobbyköchin seit einigen Jahren heitere Gesellschaftsromane, in denen sie sich auf unterhaltsame Weise mit dem Alltag, Beziehungen aller Art und gesellschaftspolitisch relevanten Fragen auseinandersetzt.

Buchdaten
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 559 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00CS3NTNW

 

[Rezension] „Durch Tod heilbar“, Bernd Niklas (BVK)

Inhalt
Was ist uns ein Menschenleben wert?

Meinung und Fazit
Der Bereich „Wissenschaftsroman“ als solches war mir bisher fremd, daher war ich umso gespannter, was mich hier wohl erwartet.

Es ging recht gemächlich los, doch schon nach wenigen Seiten packte mich die Geschichte.
Das lag zum einen am sehr guten, flüssigen Schreibstil und Ausdruck, außerdem bekam die Geschichte durch Svens Schicksal und der aufkeimenden Hoffnung auf Heilung etwas zuversichtliches, aber zugleich auch mysteriöses. Sollte es wirklich eine Universaltherapie für Krebspatienten geben? Kaum vorstellbar….
So nahm die Geschichte ihren Lauf, und ich erfuhr immer mehr spannende Fakten, bis es zum Ende hin den großen Knall, sprich die Auflösung gab.
Hier wird die Machenschaft der fiktiven Onkopharm AG angeprangert, und es werden Fragen nach den moralisch-ethischen Grundsätzen der Menschheit laut. Mich persönlich hat die Geschichte sehr nachdenklich gemacht. Ich würde gerne behaupten, dass es Forschungen in diese Richtung wohl kaum geben kann und wird, doch das zu glauben wäre wohl naiv. Der Druck auf die Pharmakonzerne ist hoch, Aktionäre wollen befriedigt und potentielle Investoren angelockt werden. Außerdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass man sehr vieles für unwahrscheinlich, gar unmöglich gehalten hat, was letztlich doch Realität wurde. Der Autor hat dieses Thema gut aufbereitet und spannend umgesetzt.

Was ich zudem recht interessant fand war, dass es in diesem Buch keine Hauptfiguren gibt. Man könnte zwar laut Klappentext davon ausgehen, doch die Personen stehen alle recht gleichbedeutend nebeneinander. Der Autor hält sich daher auch wenig an Äußerlichkeiten auf, sondern weist lediglich einige wenige Merkmale zu, so dass sich die Personen nahezu von selbst ins Gedächtnis einbrennen.
Viel mehr Wert legt er auf die Gefühle und Gedanken der Personen, und die sind nicht nur sehr interessant, sondern unterstreichen auch die Brisanz des Themas und die Konflikte, die jeder Einzelne durch zu stehen hat. Die Erzählperspektive wird dabei immer wieder geändert und springt von Figur zu Figur. Auch wenn sich das Schriftbild bei jedem Perspektivwechsel absetzt, ist das hin und her nicht ganz unanstrengend, verleiht der Geschichte aber eine gewisse Rasanz.

Ein neuartiger Roman zu einem hoch brisanten Thema. Sehr lesenswert!

Der Autor
1959– In Deutschland werden erstmals Radarkontrollen durchgeführt. Das Godesberger Programm der SPD wird verabschiedet. Der Monatslohn beträgt im Durchschnitt 398 DM. „Die Blechtrommel” von Günter Grass erscheint.Kein Wunder, dass meine Geburt kaum jemand zur Kenntnis genommen hat!
Zwar soll ich sofort versucht haben, mich lautstark zu Wort zu melden. Zeitzeugen berichten allerdings glaubhaft, dass mir anfänglich die Worte dazu fehlten.
Mit der Zeit hat sich dies geändert.
In der Abitur-Rede der „Wilden 13″ 1978 im Leopoldinum II, Detmold, fiel meine Leidenschaft für das Spiel mit Worten erstmals auf. Danach ging es Jahre lang eher um nüchterne Wissenschaft (z. B. Pharmazie-Studium und Lebensmittelchemie-Studium) – jetzt gewinnt die schriftstellerische Leidenschaft die Überhand. (Quelle: bernd-niklas.de)

Buchdaten
Ausgabe: broschiert
Seiten: 160
Verlag: BVK Buch Verlag Kempen GmbH
Erscheinungsdatum: 16.09.2013 (1. Auflage)
ISBN: 3867404984

[Geistesblitze] Heute: Helmut Exner

Foto: Ania Schulz

2011 veröffentlichte er seine ersten Krimis, und viele weitere Bücher folgten. Sie spielen hauptsächlich im Harz und geben den teilweise etwas derben Charme der Region sehr gut wieder.
Helmut Exner ist ein Mensch der gerne lacht, und das merkt man auch an seinen Geschichten, die immer mit einer guten Prise (schwarzem) Humor versehen sind.
Mehr zu Helmut Exner erfahrt ihr auf seiner Homepage und auf Facebook

Lieber Herr Exner ! Danke dass Sie Sich Zeit für die Geistesblitze nehmen :-)

Steckbrief
(Real-)Name:
Helmut Exner
Wohnort: Duderstadt
Alter: 60
Sternzeichen: Schütze
Größe: 174 cm
Haarfarbe: normalerweise braun, aber…
Augenfarbe: blau

und nun zu den Geistesblitzen:

Mein liebstes Reiseziel – Kanada

Auf eine einsame Insel würde ich folgende drei Dinge mitnehmen – einen Container Bücher, eine Palette Papier mit Schreibutensilien, noch eine Palette Bücher

Diese Person würde ich gerne mal treffen – Lilly Höschen. Weil sie in ihrer Unvollkommenheit fast schon wieder vollkommen ist. Lieb und herzlich, bösartig und nachtragend. Ernsthaft und komisch bis hin zur Albernheit. Man kann mit ihr Pferde stehlen; sie kann dich aber auch mit ihrer spitzen Zunge zur Weißglut treiben.

Mein Lebensmotto – Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt untergeht, dann würde ich heute mein Apfelbäumchen pflanzen.

Ein optimaler, erfüllter Tag sieht für mich so aus – Ausschlafen, schreiben, den Rest des Tages draußen in der Leseschaukel hängen.

Mein liebstes Hobby – Was sind Hobbies?

Ich schreibe, weil – niemand sonst diese Bücher schreibt.

Mein nächstes Projekt/Buch – Alfie´s Bestattungsladen – eine schräge Kriminalkomödie

Für die Zukunft wünsche ich mir – dass es immer so weitergeht mit dem Schreiben, mit den Lesungen, mit den vielen tollen Kontakten zu Lesern und Buchhändlern.

In eigener Sache -  Ein großes Dankeschön an meine Stammleser, die schon nach dem nächsten Buch fragen, wenn gerade das letzte erschienen ist.

[Lesung] Mit Arno Strobel in Bochum

Letzte Woche war ich bei einer Lesung von Arno Strobel in der Mayerschen Buchhandlung Bochum. Er präsentiertePlakat dort seinen neusten Thriller „Das Rachespiel“.

Direkt am Anfang wurde mir aber schon der Zahn gezogen, dass ich mich auf einer „wirklichen“ Lesung befand. Wenn man erwarten würde, dass er fast die ganze Zeit liest, dann sollte man sich vielleicht besser das Hörbuch kaufen, so Arno Strobel.
Nun, ich hätte nichts dagegen gehabt, wenn viel gelesen worden wäre, denn ich kannte das Buch ja noch nicht. Ich gebe allerdings gerne zu, dass es sehr viel unterhaltsamer und persönlicher ist, wenn man stattdessen einiges über den Autor erfährt. Außerdem hätte ich mir das Buch nicht mehr gekauft, wenn ich schon die Hälfte gekannt hätte. Naja, obwohl…. Natürlich hätte ich es trotzdem gekauft. Wer kann schon (signierten) Büchern widerstehen? Also ich nur unter Zwang…

Aber wie dem auch sei, es wurde ein toller Abend.
Arno Strobel las den Prolog und Teile des ersten Kapitels aus seinem neuen Werk und lockerte den Abend mit zwei seiner Kurzgeschichten auf. Diese kleinen, bitterbösen, sarkastischen und unterhaltsamen Geschichten gibt es auch im Buchformat zu kaufen, allerdings ausschließlich bei seinen Lesungen. Wenn ihr die Möglichkeit habt greift zu, ich kann es nur empfehlen.Lesung

Die gesamte Zeit herrschte eine lockere Atmosphäre, die man einfach nur genießen konnte. Ein sehr sympathischer Autor und ein fragefreudiges Publikum sorgten dafür, dass ich zwischen den Leseabschnitten sehr viel wissenswertes erfuhr.
So geht Arno Strobel, der unlängst seinen 50sten Geburtstag feiern durfte, seit kurzem keinem Brotjob bei der Bank mehr nach, er ist jetzt freiberuflicher/hauptberuflicher Autor. Mich persönlich überraschte das, denn „Das Rachespiel“ ist ja nicht sein erstes Buch, welches er mit Erfolg an den Leser bringt. Und Kritiker gibt es ja überall, aber das nur so nebenbei…

Sein Autorendasein hat streng genommen schon vor ca. 37Jahren angefangen. Die Saarbrücker Zeitung veröffentlichte einen sehr fantasievollen Aufsatz, den der damals 13jährige ursprünglich für die Schule verfasst hatte.
Jahre später schrieb er dann sein erstes Buch, selbstredend sollte es ein Bestseller werden, und kassierte zu seiner Verwunderung nur Absagen.
Daher verlegte er es kurzer Hand selber, putze Klinken bei diversen Buchhandlungen und wurde tatsächlich per soloZufall vom Verlag dtv entdeckt. Das war der Anfang, das Schicksal nahm seinen Lauf, und mittlerweile kann er auf viele erfolgreiche Jahre zurück blicken, wobei er zuletzt im Fischer Verlag veröffentlichte.

Da ich auch sehr gerne Jugendbücher lese freute es mich zu hören, dass im Loewe Verlag bald ein Jugendbuch mit dem Titel „Abgründig“ von ihm erscheint. Weitere sollen folgen. Ich bin gespannt.

Letztlich kann ich sagen, dass der Abend leider viel zu schnell vorbei war. Wenn Arno Strobel in eure Nähe kommt, dann geht hin, es lohnt sich. :-)

Die Bilder zur Lesung wurden mir übrigens von Silvia Borowski zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! :-)

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