[Rezension] „Brombeerliebe“, Andrea Reichart (Oldigor)

Inhalt
Über ein unerwartetes Erbe und unerwartete Folgen

Meinung und Fazit
Diese Geschichte schaffte es, dass ich von Anfang an verzaubert war.
Andrea Reichart hat einen ganz wunderbaren, lockeren Schreibstil und viel Liebe zum Detail.
Die Geschichte beginnt mit einer Autorin, die ihr nächstes Buchprojekt beenden muss. Ihr Mann fährt daher mit den Kindern alleine in den Urlaub, wobei er allerdings von der attraktiven Yvonne, nebst Kind, begleitet wird.
Als ich wenig später schon dachte, dass sich die Geschichte in die Richtung Dreiecksbeziehung/Seitensprung/Eifersucht entwickeln würde, vollzog sich allerdings eine beeindruckende Wende, und es sollte nicht die letzte Überraschung bleiben.
Mit der Benachrichtigung über eine Erbschaft, an die allerdings Bedingungen geknüpft waren, wurde die Geschichte noch besser als sie es ohnehin schon war. Was dann folgte war interessant, stellenweise sehr lustig und auch tragisch. So trug mich die Geschichte spielerisch von Seite zu Seite.

Nicht nur die Geschichte hat mich begeistert, auch die Figuren fand ich alle ganz wunderbar.
Viele verschiedene Charaktere treffen hier aufeinander, ergänzen und bereichern sich gegenseitig.
Die Hauptfigur Sue Sandig ist Autorin und schreibt gerade ihren nächsten, potentiellen Bestseller. Daneben ist sie (zumindest vorrangig) so herrlich durchschnittlich, dass es mir das Herz erwärmt hat. Weil sie so bodenständig und lebensnah rüber kommt, hebt sie sich deutlich von den sonst gebräuchlichen, stereotypen Figuren ab.
Ganz im Gegensatz dazu ist Yvonne eine schillernde, egomane Gestalt. Ein wunderbarer Gegensatz. Später kommen so manche Typen dazu, wie man sie sich besser nicht hätte ausdenken können. Aber ich will hier nicht zu viel verraten, dass muss man einfach selber lesen.

Ein wunderbares, kurzweiliges Lesevergnügen, mit viel Humor, aber auch tragischen Momenten. Absolute Kaufempfehlung!

Die Autorin
Andrea Reichart wurde 1960 in Oberhausen geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA und die weiterführende Schulzeit in Deutschland (Essen). Nach ihrer Buchhandelslehre studierte sie Germanistik und Anglistik (MA, 1989), arbeitete bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Essen am Lehrstuhl von Prof. H. Wenzel und besaß von 1992 bis 2008 in Essen einen Verlag und eine Buchhandlung.
1986 erschien eine von ihr und Peter Gustav Bartschat zusammengestellte Stilblütensammlung aus dem Buchhandel bei Eichborn unter dem Titel ‚Bücher welken nicht‘. 1996 erschien im Item-Verlag die erweiterte Neuauflage unter dem Titel ‚Haben Sie Bücher?‘ und 2006 die nochmals erweiterte Neuauflage ‚Heidi ist tot‘.
Zu ihren wissenschaftlichen Zeiten in den frühen 90er Jahren publizierte sie zu Themen der Alltags- und Genderforschung (Wochenbett und Kindertaufe im Mittelalter) und dem Alltagsleben im spätmittelalterlichen Essen.
2008 kam sie nach Iserlohn, um das Literaturhotel Franzosenhohl zu leiten, dessen literarisches Konzept von ihr stammt. Nachdem das Hotel im Sommer 2009 von der Stiftung Lesen für „die herausragende Initiative“ ausgezeichnet wurde, übergab sie die Geschäftsleitung Ende 2009 an einen Hotelfachmann und ist seit 2010 mit ihrer Agentur Leseziel wieder selbstständig. Das Literaturhotel ist ihr Kunde.
Sie bietet dort mit großem Erfolg 1-Personen-Blitz-Workshops an, stellt aktuelle Neuerscheinungen bei Buchpartys vor oder liest bei Wellness- oder Candlelight-Lesungen, wenn sie nicht an eigenen Texten arbeitet oder fremde Texte lektoriert.
Es fließen aus ihrer Feder immer wieder Kurzgeschichten – aus Freude an der Sache oder gezielt im Auftrag für Privatpersonen und Firmen, die sich dann als literarische Figuren darin wiederfinden.
Sie ist Herausgeberin der Anthologie ‘Sprung’ (erschienen im Mönnig Verlag 2010, ISBN 978-3-933519-48-1), das Ergebnis eines von ihr organisierten Kurzgeschichten Wettbewerbs des Literaturhotels. Im Candela Verlag erschien 2011 eine Kurzgeschichte in der Erotik-Anthologie ‚Venerii‘.
Im Mönnig-Verlag erschien im September 2011 ihr erster Roman: “Nenn mich Norbert” (ISBN 978-3-933519-51-4). Die Startauflage von 1.500 Exemplaren war nach nur 12 Wochen vergriffen, die 2. Auflage wurde im Januar 2012 ausgeliefert, die 3. Auflage im Frühjahr 2013. Am 14.2.2012 wurde „Norbert“ nominiert für den DeLiA Literaturpreis 2012 für den schönsten Liebesroman des Vorjahres. 2012 erschien „Safranträume“ und gleichzeitig in der Anthologie „Der vierte König“ (Kaufmann Verlag) die Geschichte „Adventsträume“. 2013 erscheint „Brombeerliebe“ – ein Roman, der auf Fortsetzungen angelegt ist. Sue Sandig und ihre Familie sind einfach zu nett! Und – für Norbert Fans – Sue’s Agent ist Norbert Schulte … 2013 gab die Autorin die Anthologie „Zauberhafte Welten“ heraus (Oldigor Verlag), darin erschien ihre Kurzgeschichte „Spiralnebel“.
Andrea Reichart organisiert nicht nur für das Literaturhotel in Iserlohn literarische Events. Sie war Mitorganisatorin der NRW Literaturtage 2011 und 2012 im Planungsteam für die DeLiA Liebesromantage 2013, beide in Iserlohn. Sie moderierte zwischen 2010 und Sommer 2013 literarische Sendungen für den Förderverein Lokalfunk Iserlohn (Fölok). Dazu interviewte sie die Autoren, die sie zu Lesungen ins Literaturhotel nach Iserlohn einlud. Sie ist Mitglied bei DeLiA. (Quelle: Oldigor)

Buchdatenoldigor
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 250
Verlag: Oldigor
Erscheinungsdatum: 21.11.2013
ISBN: 978-3943697827

[Rezension] „Der Zorn des Lammes“, Johannes Groschupf (Oetinger)

Inhalt
Sie leben beide in Berlin, und jeder sieht die Welt mit anderen Augen. Dies ist die schockierende Geschichte von Jazz und Milan….

Meinung und Fazit
Als ich mir den Klappentext durchlas erahnte ich schon, um welches Thema sich diese Geschichte ranken dürfte. Zum Teil lag ich damit garnicht so falsch, und doch wurde ich von der Intensität dieser Erzählung überrascht.
Es ging recht locker los, und ich lernte zuerst Jazz kennen. Sie wirkte jugendlich, frisch, voller Tatendrang, auch wenn ich ihr einen gewissen Grat an Naivität zusprechen musste. Trotzdem, oder gerade deswegen, fand ich sie sehr sympathisch, vor allem weil sie mir so lebensnah erschien. Alles wirkte leicht und froh, mit einer positiven Grundstimmung.
Da die Kapitel abwechselnd aus Jazz´ und Milans Sicht geschrieben sind, wandelte sich das Bild jedoch zu Beginn des zweiten Kapitels recht abrupt.
Man erfährt zunächst nicht viel über Milan, er nimmt erst nach und nach Gestalt an. Trotzdem hat es der Autor geschafft, dass ich sofort eine vage Beklemmung verspürte. Im Gegensatz zu Jazz´ Geschichte wirken Milans Schilderungen bedrückend und düster. Nach und nach wurde mir auch klar, warum das so war, denn hier hatte ich es mit einem echten Psychopathen zu tun.
Die Geschichte nahm ihren Lauf, und manchmal konnte ich garnicht glauben was ich da lese. Es war so erschreckend real, dass mich einige Stellen fast atemlos zurück ließen. Ich hoffte und bangte, war geschockt und gefesselt gleichermaßen.
Daher mag es nicht verwundern, dass sich das Buch sehr schnell seinem Ende neigte. Zurück blieb ein Nachhall der Beklemmung und Ungläubigkeit, aber auch eine gewisse Erleichterung machte sich breit.
Vor der Leistung, diese Geschichte derart eindrücklich auf relativ wenige Seiten zu bringen, muss ich den Hut ziehen. Das war sicherlich nicht einfach, aber der Autor hat es mit Leichtigkeit geschafft alles passgenau auf den Punkt zu bringen, ohne sich in Nebensächlichkeiten zu verstricken.
Eine schockierende und gleichzeitig fesselnde Geschichte mit Nachhall. Absolute Kaufempfehlung !

Der Autor
Johannes Groschupf, 1963 in Braunschweig geboren, studierte Germanistik, Publizistik und Amerikanistik. Heute lebt er als freier Journalist in Berlin und schreibt für Die ZEIT, die FAZ, den Tagesspiegel, die Berliner Zeitung u.a. Er hat bereits zwei Romane für Erwachsene veröffentlicht und erhielt 1999 den Robert-Geisendörfer-Preis für das NDR-Feature “Der Absturz”. (Quelle: dtv-dasjungebuch.de)

Buchdaten
Ausgabe: TaschenbuchOetinger
Seiten: 192
Erscheinungsdatum: April 2014
ISBN: 978-3-8415-0282-7
Altersempfehlung: ab 14J.
Verlag: Oetinger Taschenbuch

[Rezension] „Die Gefangene des Highlanders“, Megan MacFadden (dotbooks)

Inhalt
„Sie ist seine Geisel – doch ihre Schönheit schlägt sein Herz in Ketten.“
Schottland, Ende des 12. Jahrhunderts. Als der tapfere Kreuzritter Braden MacDean aus dem Heiligen Land nach Hause zurückkehrt, steht er vor dem Nichts: Seine Familie wurde getötet, die Burg zerstört, das Land vom Clan der MacArons erobert. Braden bleibt nur eine Möglichkeit: Er entführt die schöne Marian MacAron, um seine Feinde unter Druck zu setzen. Natürlich glaubt der Highlander, dass seine Geisel Widerstand leisten wird – aber er ist nicht darauf vorbereitet, welche Gefühle die temperamentvolle Rothaarige in ihm weckt… (Quelle: dotbooks.de)

Meinung und Fazit
Anfangs war ich etwas skeptisch, denn der Einstieg in die Geschichte ähnelt einem bekannten, mehrfach verfilmten Roman doch recht stark. Doch ich ließ mich davon nicht beirren und stellte fest, dass sich schon nach wenigen Seiten eine sehr interessante, eigene Geschichte entwickelte.

So las ich gerne weiter, liest mich von der Geschichte mitreißen und verzaubern.
Was das Ende angeht nehme ich schon mal vorweg, dass die Geschichte recht vorhersehbar ist, aber auch das schmälerte den Lesegenuss nicht. Bei solchen Romantik-Schmökern erwarte ich das fast schon. Doch im Verlauf passiert auch viel Unerwartetes und Spannendes, was diese Geschichte erheblich aufwertete.
Die Figuren haben mir sehr gut gefallen. Sie waren sehr unterschiedlich in Wesen und Gestalt, passten sich gut in die Zeit und Umgebung ein, und sie hielten so manche Überraschung bereit. Die Autorin schaffte es sogar, dass mir einige der Nebenfiguren ans Herz wuchsen, weil sie ungewöhnlich waren, viel Beachtung fanden und aus der Masse herausragten.

Braden und Marian, die beiden Hauptfiguren, nahmen den größten Raum ein. Was mir an den Beiden gut gefiel war, dass hier die typischen Rollenklischees nicht immer, aber zumindest oftmals durchbrochen wurden. Braden mimte nicht immer den Held und Herrscher, sondern zeigte auch weiche Seiten, und Marian bestritt ihre Rolle mit nicht alltäglicher Präsenz, reichlich Stärke und Durchsetzungsvermögen.
Das einzige was ich den beiden Figuren ankreiden muss ist das Misstrauen und die Zickigkeit, die sie in Beziehungsdingen manchmal an den Tag legten. Ohne diese ständigen Feden und Missverständnisse hätte die Geschichte zwar einige Seiten eingebüßt, aber meinen Nerven hätte es offen gestanden gut getan. So hatte ich leider den Eindruck, dass ich mich in dieser Sache etwas zu sehr im Kreis drehte. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich den Rest der Geschichte nicht trotzdem genossen hätte.

Eine unterhaltsame, spannende Highland-Saga mit viel Romantik. Sehr lesenswert!

Die Autorin
Megan MacFadden ist eins der Pseudonyme, unter denen die Autorin Hilke Sellnick ihre leidenschaftlichen Historienromane veröffentlicht. Sie studierte Russisch und Französisch und arbeitet heute als freie Roman- und Drehbuchautorin. Gemeinsam mit ihrer Familie lebt Hilke Sellnick im Taunus.

Bei dotbooks erschienen die Megan-MacFadden-Romane „Die Gefangene des Highlanders“, „Die Geliebte des Kosacken“ und „In den Fesseln des Wikingers“. (Quelle: dotbooks.de)

Buchdatendb_logo_72dpi
Ausgabe: ePUB
Seiten: (ca.) 396
Erscheinungsdatum: Apr 2013
ISBN: eBook 978-3-95520-187-6
Verlag: dotbooks

 

[Rezension] „Humor und Hausverstand gewünscht“, Brigitte Teufl-Heimhilcher

Inhalt
Eine Powerfrau meistert ihr Leben

Meinung und Fazit
Ich muss schon sagen, dass mich alleine die Hauptfigur Thessa schon dazu bewogen hat das Buch in einem Rutsch zu lesen, denn sie ist alles andere als stereotypisch. Modelmaße und Perfektion sucht man vergebens, nur im Beruf macht ihr niemand so schnell etwas vor. Sie erschien mir recht bodenständig und sympathisch, und sie hatte mit so manchen Widrigkeiten zu kämpfen. Als alleinerziehende Mutter ist sie vermutlich gestählt.
Wie man an dieser (groben) Beschreibung schon merkt, hat die Autorin ihrer Hauptfigur sehr viel Persönlichkeit verliehen. Das macht die Identifikation wunderbar leicht, auch wenn man nicht gerade alleinerziehend ist. Etwas anders sieht das bei den weiteren Figuren aus. Sie bleiben manchmal hinter den Erwartungen zurück. Auch wenn sie sich überwiegend gut in die Geschichte einpassten, waren sie mir etwas zu blaß. Das betrifft natürlich nicht alle Figuren, aber einige. Mich persönlich störte das allerdings nicht so sehr, denn mir blieb ja Thessa…

Locker, leicht und herzlich ist der Schreibstil, mit einem sympathischen österreicher Dialekt. Letzteres aber sehr gut dosiert, so dass man alles versteht. Außerdem hat ein Dialekt für mich immer etwas sehr charmantes.
Die Geschichte an sich wirkt modern, was nicht zuletzt Thessas Lebens- und Beziehungsführung zu verdanken ist. Sie hat mit typischen, aber auch nicht ganz so typischen Situationen zu kämpfen, und versucht ihr Leben zu meistern.
Manchmal schwenkt die Geschichte zu ihrem (noch) Ehemann, der sich im Vorarlberg niedergelassen hat. Das macht die Erzählung abwechslungsreich, aber trotzdem fand ich diesen Teil der Geschichte etwas schwächer. Aber als ich gerade dachte dass die Geschichte jetzt in einen Zickenkrieg mit Eifersuchtsdrama abdriftet, überraschte mich die Autorin mit einer ungeahnten Wende. Das gab neuen Schwung und hat mir sehr gefallen, so dass ich gerne weiter las.

Ein Buch für vergnügliche Lesestunden, mit Liebe, Leid und Überraschungen. Einkuscheln und loslegen!

Die Autorin
Brigitte Teufl-Heimhilcher, geb. 1955, ist verheiratet und arbeitet als Immobilien-Fachfrau in Wien. Darüber hinaus schreibt die kommunikative Hobbyköchin seit einigen Jahren heitere Gesellschaftsromane, in denen sie sich auf unterhaltsame Weise mit dem Alltag, Beziehungen aller Art und gesellschaftspolitisch relevanten Fragen auseinandersetzt.

Buchdaten
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 559 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00CS3NTNW

 

[Rezension] „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“, Gavin Extence (Limes)

Inhalt
Eine ungewöhnliche und berührende Geschichte

Meinung und Fazit
Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So könnte man den Anfang des Romans umschreiben.
Alex erzählt auch seine Geschichte, doch anders als zunächst vermutet. Er berichtet von der Reise durch sein bisheriges Leben, welches sich seit seinem 10 Geburtstag radikal veränderte.
Locker und leicht wird man durch das Buch geleitet. Dabei gibt es jede Menge Input, abe immer so wohl dosiert, dass man sich nicht überfahren fühlt. Zwischendurch hatte ich zwar hier und da den Eindruck dass der Autor etwas abschweift, aber das wärte nie lange.
Alex war mir von Anfang an sympathisch. Ich weiß nicht woran das genau lag, manchmal schließt man Hauptfiguren einfach sofort ins Herz. Es wurde aber sicherlich durch „sein Schicksal“ und die Probleme, mit denen er zu kämpfen hatte verstärkt. Außerdem war er weiter entwickelt als seine gleichaltrigen Kollegen, was immer wieder zu nachvollziehbaren Schwierigkeiten, aber auch so manch ungewöhnlicher Erkenntnis führte. Z. B. diskutierte er gerne und ausführlich mit seinem Arzt und der Astrophysikerin, was seine weite Entwicklung unterstrich. Trotzdem war da auch noch die Seite, auf der er wieder ganz Kind und recht naiv war. Ein nicht ungewöhnlicher Gegensatz, aber sehr schön dargestellt.

Auch die anderen (Haupt-)Figuren fand ich ganz wunderbar, weil sie einfach ungewöhnlich waren und die Geschichte bereicherten.
Zunächst ist da Alex´ Mutter, eine weissagende Esotherikerin mit Leib und Seele. Etwas später lernt Alex dann Mr. Peterson kennen, einen weiteren, ganz wunderbaren Charakter, den man einfach ins Herz schließen muss. In seiner sehr eigenen, knurrigen, verschrobenen Art begleitet er Alex und regt ihn immer wieder zum Nachdenken an. Zusammen gaben sie ein tolles Duo ab. Auch mit ihm diskutiert und philosophiert er viel, bis er vor eine recht schwere Entscheidung gestellt wird.
Am Ende der Reise angekommen war ich um einiges Wissen reicher, sehr bewegt und nachdenklich.

Ein emotionales Buch mit Tiefgang. Sehr lesenswert!

Der Autor
Gavin Extence, geboren 1982, wuchs in der englischen Grafschaft Lincolnshire in einem kleinen Dorf mit dem interessanten Namen Swineshead auf. In seiner Kindheit machte er eine kurze, aber glanzvolle Karriere als Schachspieler; er gewann zahlreiche nationale Turniere und reiste nach Moskau und St. Petersburg, um sich dort mit den besten jungen Denkern Russlands zu messen. Er gewann nur ein Spiel.

Sein erster Roman »Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat« schlug in Großbritannien ein wie ein Meteorit – Alex Woods eroberte die Herzen der Leser im Sturm und die Presse feierte den Roman als DIE Entdeckung des Jahres.

Heute lebt Gavin Extence mit seiner Familie in Sheffield und schreibt an seinem zweiten Roman.
(Quelle:
randomhouse)

Buchdaten
Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlaglimes
Seiten: 480
Verlag: Limes
Erscheinungsdatum: 03.03.2013
ISBN: 3809026336

[Rezension] „Durch Tod heilbar“, Bernd Niklas (BVK)

Inhalt
Was ist uns ein Menschenleben wert?

Meinung und Fazit
Der Bereich „Wissenschaftsroman“ als solches war mir bisher fremd, daher war ich umso gespannter, was mich hier wohl erwartet.

Es ging recht gemächlich los, doch schon nach wenigen Seiten packte mich die Geschichte.
Das lag zum einen am sehr guten, flüssigen Schreibstil und Ausdruck, außerdem bekam die Geschichte durch Svens Schicksal und der aufkeimenden Hoffnung auf Heilung etwas zuversichtliches, aber zugleich auch mysteriöses. Sollte es wirklich eine Universaltherapie für Krebspatienten geben? Kaum vorstellbar….
So nahm die Geschichte ihren Lauf, und ich erfuhr immer mehr spannende Fakten, bis es zum Ende hin den großen Knall, sprich die Auflösung gab.
Hier wird die Machenschaft der fiktiven Onkopharm AG angeprangert, und es werden Fragen nach den moralisch-ethischen Grundsätzen der Menschheit laut. Mich persönlich hat die Geschichte sehr nachdenklich gemacht. Ich würde gerne behaupten, dass es Forschungen in diese Richtung wohl kaum geben kann und wird, doch das zu glauben wäre wohl naiv. Der Druck auf die Pharmakonzerne ist hoch, Aktionäre wollen befriedigt und potentielle Investoren angelockt werden. Außerdem hat die Vergangenheit gezeigt, dass man sehr vieles für unwahrscheinlich, gar unmöglich gehalten hat, was letztlich doch Realität wurde. Der Autor hat dieses Thema gut aufbereitet und spannend umgesetzt.

Was ich zudem recht interessant fand war, dass es in diesem Buch keine Hauptfiguren gibt. Man könnte zwar laut Klappentext davon ausgehen, doch die Personen stehen alle recht gleichbedeutend nebeneinander. Der Autor hält sich daher auch wenig an Äußerlichkeiten auf, sondern weist lediglich einige wenige Merkmale zu, so dass sich die Personen nahezu von selbst ins Gedächtnis einbrennen.
Viel mehr Wert legt er auf die Gefühle und Gedanken der Personen, und die sind nicht nur sehr interessant, sondern unterstreichen auch die Brisanz des Themas und die Konflikte, die jeder Einzelne durch zu stehen hat. Die Erzählperspektive wird dabei immer wieder geändert und springt von Figur zu Figur. Auch wenn sich das Schriftbild bei jedem Perspektivwechsel absetzt, ist das hin und her nicht ganz unanstrengend, verleiht der Geschichte aber eine gewisse Rasanz.

Ein neuartiger Roman zu einem hoch brisanten Thema. Sehr lesenswert!

Der Autor
1959– In Deutschland werden erstmals Radarkontrollen durchgeführt. Das Godesberger Programm der SPD wird verabschiedet. Der Monatslohn beträgt im Durchschnitt 398 DM. „Die Blechtrommel” von Günter Grass erscheint.Kein Wunder, dass meine Geburt kaum jemand zur Kenntnis genommen hat!
Zwar soll ich sofort versucht haben, mich lautstark zu Wort zu melden. Zeitzeugen berichten allerdings glaubhaft, dass mir anfänglich die Worte dazu fehlten.
Mit der Zeit hat sich dies geändert.
In der Abitur-Rede der „Wilden 13″ 1978 im Leopoldinum II, Detmold, fiel meine Leidenschaft für das Spiel mit Worten erstmals auf. Danach ging es Jahre lang eher um nüchterne Wissenschaft (z. B. Pharmazie-Studium und Lebensmittelchemie-Studium) – jetzt gewinnt die schriftstellerische Leidenschaft die Überhand. (Quelle: bernd-niklas.de)

Buchdaten
Ausgabe: broschiert
Seiten: 160
Verlag: BVK Buch Verlag Kempen GmbH
Erscheinungsdatum: 16.09.2013 (1. Auflage)
ISBN: 3867404984

[Rezension] „Grühnkohlsuppen-Blues“, Eileen Schlüter (CreateSpace )

InhaltGrünkohlsuppenBlues
Ein vergessenes Leben, eine vergessene Liebe. Stella muss sich neu orientieren…

Meinung und Fazit
Anfangs war ich doch etwas skeptisch, denn die Geschichte erinnerte mich fast an eine Mischung aus „Overboard“ und „Dein Tag ist meine Nacht“. Ich schicke aber schonmal vorweg, dass es die Autorin gut verstand diese ursprüngliche Annahme zu widerlegen. Mehr

[Rezension] “Familientreffen mit Leiche“, Helmut Exner (EPV)

Inhalt
Lilly Höschens nächster Fall….

Meinung und Fazit
Helmut Exner hat es auch mit diesem Buch wieder geschafft, mich von Anfang an zu begeistern. Seine Krimis sind ungewöhnlich humorvoll, und genau darum mag ich sie so, denn sie heben sich auf diese Weise positiv aus der Masse ab.
Diesmal stößt man nicht direkt auf den Kriminalfall und seine Ermittlung, allerhöchstens wenn man den Begriff auf die gesellschaftlich-soziale Ebene herunter bricht. Stattdessen wird man in die Vergangenheit versetzt und erfährt viel über den Werdegang der Mitglieder des Familientreffens. Diesen Teil fand ich sehr unterhaltsam, wobei ich manchmal auch den Kopf über soviel Dummheit/Starrsinn schütteln musste. Aber in ländlichen Gegenden sind die Ansichten und Gepflogenheiten, gerade zur damaligen Zeit, vermutlich etwas anders. Ich denke, dass hat der Autor gut vermittelt.
In straffen Schritten nähert sich die Geschichte dann der Gegenwart, wo es nochmals richtig zur Sache geht, spannend wird und so mancher Aha-Effekt aufkommt. Aber auch hier bleibt der Autor seiner Linie treu und würzt das Ganze mit etwas (schwarzem) Humor.
Helmut Exner zeichnete sich schon immer damit aus, dass er seine Figuren äußerst liebevoll kreiert und ihnen Unverwechselbarkeit verleiht. In diesem Roman hat er sich dabei selbst übertroffen und sehr viel Kreativität walten lassen, was in Anbetracht der Vielzahl der Figuren nicht selbstverständlich ist. Von locker-lustig bis verschroben-schrullig waren alle Typen vertreten, in ihrem Zusammenspiel waren sie einfach nur spitze und machten das Lesen zum Genuss.
Ich muss allerdings auch sagen, dass diese Geschichte nach meinem Empfinden diesmal etwas mehr Gesellschaftsroman als Krimi war, wenn man Krimi ausschließlich mit Mord und Totschlag verbindet. Mir persönlich war das allerdings egal, denn ich fühlte mich bestens unterhalten.

Leicht und locker, aber auch spannend mit Überraschungseffekten, daher: lesen!

Der Autor
Mein Name ist Helmut Exner und ich wurde 1953 in Lautenthal im Harz geboren. Meine große Liebe ist das Schreiben.

Geschrieben habe ich schon immer, ohne dass mein Name groß in Erscheinung getreten ist. Mein erster Roman, »Die Frauen von Janowka«, eine Aufarbeitung meiner eigenen Familiengeschichte, kam 2010 heraus. Da ich die Buchbranche von Jugend an kenne und viele Autoren betreut habe, hätte ich es nie für möglich gehalten, so viel Resonanz zu bekommen. Es erreichen mich Zuschriften aus aller Welt von Menschen, die das Buch gelesen haben. Das hat dazu geführt, dass diese »wahre« Geschichte nun auch auf dem amerikanischen bzw. englischsprachigen Markt verfügbar ist. Nur: Bücher wie dieses kann man wohl im Leben nur einmal schreiben, weil es eine Herzensangelegenheit ist.

2011 kamen meine beiden ersten Krimis heraus, drei weitere folgten in 2012, darunter auch ein Kriminalroman mit einer etwas ernsthafteren Thematik: »Die Toten von Silbernaal«. Die Hauptprotagonisten haben sich so weiterentwickelt, dass daraus eine Serie geworden ist. Allen voran Fräulein Lilly Höschen, die alte, resolute Dame, die kein Blatt vor den Mund nimmt, hat sich selbstständig gemacht. Natürlich ist die Handlung in jedem Buch in sich abgeschlossen, sodass kein Serienzwang besteht. Aber es hat sich gezeigt, dass viele LeserInnen gern alles erfahren möchten, was je über die Dame geschrieben wurde. Es gibt sogar Leute, die mich regelrecht antreiben, weiterzuschreiben… So erscheint im April 2013 die»Mörderische Harzreise«. Weitere Projekte sind bereits in Arbeit.

Meine Krimis spielen überwiegend im Harz, aber auch in Schleswig-Holstein, und bedienen sich der derben Sprache der jeweiligen Region. Und es gibt Ausflüge in ferne Gefilde, z.B. Kanada oder Australien. Aber es müssen immer Orte sein, an denen ich mich auskenne. Ich schreibe zwar Krimis, weil ich es gern spannend habe. Aber mit Blutorgien und der Aneinanderreihung von Grausamkeiten hab ich nichts am Hut. Ich bin ein Mensch, der gern lacht. Der Humor darf auch ruhig mal schwarz sein, auf jeden Fall skurril und ein bisschen schräg. Die Kombination von Spannung und Humor liegt mir am Herzen und charaktersiert dadurch auch mein Schreiben. Ich bin selbst ein großer Leser. Und ich finde es einfach wunderbar, ein Buch vor lauter Spannung nicht mehr aus der Hand legen zu können und dabei richtig gut Laune zu haben.

Ich habe zwei Söhne, vier Enkelkinder und lebe mit meiner Frau in Duderstadt, Südniedersachsen. (Quelle: helmutexner)

Buchdaten
Ausgabe: broschiert
Seiten: 192
Verlag: Epv
Erscheinungsdatum: 11. Februar 2014 (1.Auflage)
ISBN-13: 978-3943403343

[Rezension] „The Darkest Red – Aus Nebel geboren“, Emily Bold (CreateSpace)

Inhalt
“Die Wahrheit” ist mächtig und muss geschützt werden…

Meinung und Fazit
Dieser Roman ist der Auftakt zu einer Reihe, auf die man sich freuen darf.
Die Idee, die hinter der Geschichte steckt, ist aus christlicher Sicht betrachtet vielleicht etwas heikel. Ich muss aber gestehen, dass ich sie dadurch nur noch interessanter fand.
Bis man allerdings zum Kern des Geschehens vordringt und den Sinn des Titels versteht, werden erstmal die verschiedenen Figuren vorgestellt. Dabei legt die Autorin etwas weniger Wert auf die äußere Gestalt, und schaffte es trotzdem jeder Person so einzigartige Merkmale zuzuweisen, dass sie mir dauerhaft im Gedächtnis haften blieb. Das empfand ich besonders gut gelungen und auch wichtig, denn die Geschichte spielt in zwei verschiedenen Zeiten.
Einmal befindet man sich in Jerusalem zu Zeiten des heiligen Krieges im Hochmittelalter, die zweite Geschichte spielt in der Gegenwart. Die Begebenheiten in Jerusalem bilden die Vorgeschichte und erklären wohl dosiert worum es im Kern geht. Wie im Ping-Pong wechseln sich diese Kapitel mit der Gegenwart ab, was zur Folge hat, dass man gar nicht anders kann als weiter zu lesen. Die Spannung, bis der Aha-Effekt erreicht wird, steigert sich stetig und wird durch viele kleine, ebenso spannende Zwischeneffekte und Begebenheiten ergänzt.
Wo Emily Bold drauf steht, sind auch oft erotische Szenen nicht weit. Hier findet man sie nur selten, aber die Autorin zeigte mir trotz der Kürze erneut, dass sie auch diese Art des Schreibens sehr gut beherrscht. Es wirkt nicht plump und erzwungen, sondern sehr prickelnd und der Situation angemessen.
Sie hat insgesamt einen leichten, lockeren Schreibstil, der mich sofort mit riss und in die Geschichte eintauchen lies. Das Ende des Buches näherte sich für meinen Geschmack viel zu schnell, aber zum Glück lassen die Folgebände nicht lange auf sich warten.

Eine interessante Idee, gemixt mit fesselnder Spannung und einer Prise Erotik. Absolute Kaufempfehlung!

Die Autorin
Ich wurde 1980 in Mittelfranken geboren, wo ich auch heute noch mit meinem Mann und meinen beiden Töchtern lebe. Eine Katze vervollständigt unsere kleine Familie. Wir leben in einem idyllischen Ort mit Blick auf Wald und Wiesen – äußerst ruhig und inspirierend.
Schreiben ist für mich Entspannung, Passion und Leidenschaft. Mit seinen Worten neue Welten zu erschaffen ist wundervoll. Manchmal aber auch die pure Quälerei, die schlimmste Folter und der direkte Weg in den Wahnsinn!
Ich bin absoluter Bon Jovi Fan und musikalisch daher nicht so „flexibel“. Das liegt wohl daran, dass ich mit Bands wie Guns n´ Roses, Bon Jovi, Metallica und Aerosmith groß geworden bin (es geht doch nichts über Männer mit langen Haaren, oder? ;-). Auch die Jungs von 30 Seconds to Mars haben es mir angetan. (Quelle: emilybold.de)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 244
Erscheinungsdatum: 30. Dezember 2013
Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform
ISBN-13: 978-1494710347

Thema des Monats: Indie und Unknown

Ich denke, dass viele Leser mir zustimmen werden wenn ich schreibe, dass nicht nur bekannte Autoren gute Bücher herausgeben.IndieUnknownStern Ich lese seit einiger Zeit immer wieder gerne unbekanntere Autoren und Selfpublisher, weil mich die frischen, zum Teil ungewöhnlichen Ideen begeistern.

Das ist für mich Grund genug, ab jetzt in unregelmäßigen Abständen einen
„Indie-und-Unknown-Monat“ einzulegen.
Ich werde den Schwerpunkt natürlich auf Rezensionen legen, aber zusätzlich möchte ich euch diesen Monat folgende AutorInnen im Interview näher vorstellen:

Woche 1 – Emily Bold
Rezension “The Darkest Red 1″   Interview   Verlosung

Woche 2 – Helmut Exner
Rezension “Familientreffen mit Leiche”   Interview   Verlosung

Woche 3 – Eileen Schlüter
Rezension “Grünkohlsuppen-Blues”   Interview   Verlosung

Woche 4 – Bernd Niklas
Rezension “Durch Tod heilbar”   Interview   Verlosung

Seid dabei, denn es gibt jede Woche etwas zu gewinnen :-)

Ich wünsche euch viel Spaß beim lesen und entdecken !

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