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[Rezension] „Die Sau ist tot“, Rudolf Jagusch (emons)

08 Dez

Ausgabe: Broschur978-3-95451-461-8
Seiten: 272
Verlag: emons
Erscheinungsdatum: 23. Oktober 2014
ISBN: 978-3-95451-461-8

Inhalt
Ein Mord wurde begangen, und der Mörder ist geständig. Doch was waren seine Beweggründe?

Meinung und Fazit
Dieses Buch fängt für einen Krimi sehr ungewöhnlich an, denn der Mörder (Klaus) steht schon fest. Er erzählt seinem Anwalt die ganze Vorgeschichte und den Tathergang aus seiner Sicht, und es offenbaren sich wahre Schauermärchen.

Die Figuren fand ich alle sehr gut dargestellt. Jeder trägt ein anderes Säckchen mit sich herum, welches aus Sorgen, Nöten und/oder Geheimnissen besteht. Auch wenn ich ihr Handeln aus meiner Weltsicht heraus nicht immer nachvollziehen konnte, so ist es sehr gut vorstellbar, dass sich Menschen so verhalten, wie sie es hier tun. Zumal das Landleben ganz anders abläuft, als das in der Stadt. Das durfte ich selber schon erfahren.
Es gab auch undurchsichtige Haupt- und Nebencharaktere, von welchen ich nicht sofort wusste, was ich von ihnen halten sollte. Sind sie gut oder böse, was führen sie im Schilde? Auch diese Unsicherheit trug wesendlich zur anhaltenden Spannung und somit zur Lesefreude bei.
Was Klaus seinem Anwalt erzählt war manchmal wirklich unglaublich. Ebenso unglaublich schien es, dass dieser vermeintliche „Gutmensch“ ein Mörder sein soll. Immer wieder schwang das Gefühl mit, ob ihn nicht doch etwas in der Anklage entlasten könnte. Außerdem kam die Frage auf, wieviel der Mensch oder die Seele eines Menschen ertragen kann, bevor er austickt. Ich muss gestehen, dass ich diese Frage für mich immer noch nicht beantworten kann. Man muss vermutlich selbst in einer solchen Situation stecken, dann wird man es wissen…
In diesem Krimi werden direkt mehrere Tabuthemen aufgegriffen und sehr gut umgesetzt. Manche davon sind offensichtlich, andere zeigen sich erst mit der Zeit. Manchmal war ich wirklich schockiert, weil ich immer dachte, dass es viel schlimmer nicht werden kann. Ich vermute aber, dass es auch das geballte Auftreten der Vorfälle war, welches mich manchmal sprachlos werden ließ.
Was mir in diesem Zusammenhang ein klein wenig gefehlt hat war „die wegschauende Gesellschaft“. Ich muss jedoch auch gestehen, dass das jammern auf hohem Niveau ist, und sich daher nicht auf die Gesamtbewertung auswirkt.

Ein hervorragender Krimi über ein Familiendrama. Ermittlerarbeit kommt hier nicht zum Tragen, aber das war weder meiner Lesefreude, noch der Spannung abträglich.

Der Autor
Rudi Jagusch, Jahrgang 1967, studierte Verwaltungswirtschaft in Köln. 2006 erschien sein erster Krimi, weitere folgten im Jahreszyklus. Inzwischen ist er aus dem Literaturbetrieb nicht mehr wegzudenken. Heute lebt und arbeitet er als freier Schriftsteller mit seiner Familie im Vorgebirge am Rande der Eifel. Mehr über den Autor erfährt man unter: http://www.krimistory.de

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4 Kommentare

Verfasst von - 08/12/2014 in Bücher, Krimi, Rezension

 

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4 Antworten zu “[Rezension] „Die Sau ist tot“, Rudolf Jagusch (emons)

  1. karin

    08/12/2014 at 10:20

    Hallo und guten Tag,

    ja das Landleben ist auch nicht so beschaulich, wie viele Städter denken.

    Danke für diesen Lesetipp..guten Start in die neue Woche.

    LG..Karin..

     
  2. gaby2707

    08/12/2014 at 10:20

    Das hört sich richtig gut und ungewöhnlich an. Ich sollte doch mal wieder einen „Autor“ lesen.

     
  3. Daggi

    31/12/2014 at 10:22

    Das ist ja wirklich ungewöhnlich. Ich habe kürzlich auch einen Thriller gelesen, bei dem recht schnell klar war, wer der Täter ist, das ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, aber muss keinesfalls negativ sein 🙂

     
    • lesenundmehr

      31/12/2014 at 16:25

      Also hier war es definitiv nicht so. Man rollt es dann halt nur von der anderen Seite auf, was auch spannend sein kann

       

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