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[Blogtour] „Der Zorn des Lammes“, Thema „Stalking“

02 Apr

Heute ist der zweite Tag der Blogtour und ich möchte ein zentrales Thema des Buches behandeln: Stalking.

Der Begriff Stalking kommt von englischen Wort „to stalk“, also jagen, hetzen, belästigen, belauern oder (heran) pirschen.
Es bedeutet, dass der Stalker sein Opfer wiederholt verfolgt und belästigt, weil er es will (kein äußerer Zwang). Das hat nicht selten zur Folge, dass das Opfer psychische und/oder körperliche Schäden davon trägt.

Um zu verdeutlichen was es heißt „gestalkt“ zu werden, möchte ich euch den Erfahrungsbericht einer sehr guten Freundin vorstellen.

„Ich hatte mich gerade von meinem Freund getrennt und war in eine eigene Wohnung gezogen.
Nach kurzer Zeit fing es damit an, dass immer wieder das Telefon klingelte, doch als ich abnahm war die Leitung tot. Ganz ehrlich: wer macht sich da schon Gedanken, kann ja vorkommen. Auch wenn mich ein Auto kilometerlang begleitete, machte ich mir nie Gedanken.
Ich lernte neue Freunde kennen und traf mich regelmäßig mit ihnen in einer Kneipe, ganz bewusst außerhalb meines Wohnortes. Dann wurde ich krank und fehlte zwei Wochen. Als ich mich wieder zu der Runde gesellte sagte man mir, dass sich ein junger Mann nach einem blonden Mädchen erkundigt hätte, und die Beschreibung konnte nur auf mich zutreffen. Er hätte viele, zum Teil merkwürdige Fragen gestellt.

Das war der erste Moment, indem mir heiß und kalt zugleich wurde, denn das fand ich doch unheimlich.

Einen Tag später bat mich mein Ex-Freund um ein Gespräch. Es ging um dies und das und was ich jetzt so machen würde. Ich dachte mir nichts dabei, erzählte im von meiner Woche, bis er sagte: „Aber Mittwoch und Freitag warst Du auch nicht zu Hause, ich weiß das.“
Ich versuchte es mir nicht anmerken zu lassen, aber ab diesem Moment war meine Welt eine Andere. Ich war geschockt. Als er dann noch meinte, man könne das Versteckspiel aber auch lassen, ich bräuchte nur mit ihm in eine andere Stadt ziehen, um nochmal neu anzufangen, ergriff ich die Flucht.
Von diesem Moment an hatte ich ständig Angst. Ich ging nicht mehr alleine raus, igelte mich oft zu Hause ein, stellte das Telefon und den Anrufbeantworter auf stumm und rief nur noch zurück, wenn jemand auf den AB gesprochen hatte. Wenn ich doch mal wegging fühlte ich mich stets verfolgt. Sah ich ein Auto, dass dem Wagen meines Ex auch nur ähnelte, bekam ich Panik. Wie sich immer wieder herausstellte, war diese Panik nicht unbegründet, denn er lauerte mir auf, versuchte mit mir in Kontakt zu bleiben.

Es war eine unvorstellbar schlimme Zeit, in der ich mich hilflos und ausgeliefert fühlte.“

Wie man an diesem Fall sieht, reicht das Handeln des Stalkers von Telefonanrufen und SMS, über das Ausfragen von Bekannten bis hin zum Auflauern. Manchmal schreckt der Täter auch nicht vor körperlicher Gewalt und sogar Mord zurück.

Man unterscheidet im wesentlichen 6 verschiedene Stalker-Gruppen.
1. Zurückgewiesene Stalker, 2. Beziehungssuchende Stalker, 3. Intellektuell retardierte Stalker, 4. Rachsüchtige Stalker, 5. Erotomane, morbide, krankhafte Stalker, 6. Sadistische Stalker

Der obige Fall zeigt allerdings, dass es diverse Mischformen gibt.

Zu dem Straftatbestand und zu einzelnen Ausprägungen möchte ich hier keine Stellung nehmen, denn das wird Thema in anderen Blogtour-Artikeln sein.
Daher lohnt es sich heute bei „Kleine Bücherinsel“ vorbei zu schauen, die etwas zum Thema „Liebeswahn“ schreibt, und am 04.04. findet ihr auf „Schlunzenbücher“ etwas zu den Sraftatbeständen.

Ich kann jedoch nicht enden, ohne etwas zu dazu zu sagen was man tun kann, wenn man gestalkt wird. Dazu gibt es heute verschiedene Empfehlungen, die im wesentlichen wie folgt lauten:
Kontakt zum Stalker vermeiden, Verhalten des Stalkers dokumentieren, ggf. Polizei alarmieren, eigenes Umfeld informieren, Unterstützung und ggf. fachliche Beratung suchen, Ausspähung vorbeugen (Dokumente, Post etc. gründlich vernichten, nicht achtlos liegen lassen oder wegwerfen), ggf. juristische Maßnahmen einleiten.

Weitere Infos, Tipps und Hinweise findet man auf http://www.gegenstalking.de/, https://www.weisser-ring.de/internet/landesverbaende/berlin/landesverband-berlin/service/stalking/, http://www.stalking-justiz.de/ und natürlich vielen anderen Seiten.
Ich hoffe, dass ich euch das Thema etwas näher bringen konnte, auch wenn es viel zu lesen war… Das Stalking ist für mich eine Straftat, die man leider immer noch viel zu wenig beachtet.

Ich wünsche euch noch viel Spaß auf der weiteren Blogtour!

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4 Antworten zu “[Blogtour] „Der Zorn des Lammes“, Thema „Stalking“

  1. karin

    02/04/2014 at 07:01

    Hallo und guten Tag,

    Stalking ist schon ein echtes Problem und wirklich schlimm, besonders wenn man als Frau alleine lebt. Ich hatte mal auch so einen Typ, der mich angerufen hat und dann nur rumgestöhnt. Es war schon extrem nervenaufreibend, weil man eigentlich nichts dagegen tuen kann..außer hoffen, der Typ hört mal auf.. Hat er dann auch, aber ich hatte beim Klingeln meines Telefons eine zeitlang ein echt mieses Gefühl.

    LG..Karin…

     
  2. Chaostante Karin

    02/04/2014 at 08:13

    Ein toller Bericht, ich denke wenn man Betroffen ist und sich noch keine Hilfe geholt hat – kann man mit diesem Beitrag.

    Wie ist deine Freundin denn da raus gekommen?

    Viele liebe Grüße
    Karin

     
    • lesenundmehr

      08/04/2014 at 07:35

      Danke dass Du nachfragst, und entschuldige die späte Antwort.
      Ich muss vorweg schicken, dass das schon über 10 Jahre her ist. Es passierte also zu einer Zeit, in der „Stalking“ viel weniger beachtet wurde als heute.
      Sie hat sich instinktiv richtig verhalten, indem sie versucht hat ihren Ex so gut wie möglich zu ignorieren und ihn nicht an ihrem Leben teilhaben zu lassen. Außerdem hat sie sich (wenigen) Freunden anvertraut. Frühere, gemeinsame Freunde hat sie gemieden.
      Nach einigen Monaten hatte sie einen neuen Partner und es war schätzungsweise einfach Glück, dass ihr Ex sich daraufhin freiwillig zurück zog. Er hat sie noch einmal kontaktiert, danach war er weg.
      Losgelassen hat sie die Angst allerdings bis heute nicht. Jeder hat ja mal einen schlechten Tag, und bei ihr ist es so, dass dann auch schonmal die Gedanken an damals wieder aufkommen. Ich glaube nicht, dass es noch richtige Angst ist, aber vergessen kann sie es auch nicht, und es bleibt ein ungutes Gefühl….

       

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