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Keine Angst, ich bin nur Blogger… – eine (fast erzwungene) Selbstreflektion

Es ist doch immer wieder schön, welche Aufmerksamkeit einem Blogger ungeahnt zuteil werden kann. Ob positiv oder negativ – Presse ist Presse. Kossi & Co wird’s freuen…

Ein kurzer Rückblick

Kurz nach der letztjährigen Frankfurter Buchmesse hatte sich schon Frau Diener von der FAZ zum Thema Blogger ausgelassen, und der Artikel ließ mich etwas erstaunt zurück. Zugegeben: die bei der Veranstaltung gegebenen Wortmeldungen fand ich recht unglücklich. Sie spiegelten für mein Empfinden nicht das Gros der Blogger wider. Trotzdem oder gerade deshalb war es nicht verwunderlich, dass sich die Feuilletonistin direkt darauf stürzte, wie die Katze auf die Maus.
Dennoch hatte ich den Eindruck, dass ich eine andere Veranstaltung besucht oder das Gesagte einfach anders interpretiert hatte. Ach, aber natürlich verstehe und interpretiere ich anders, ich bin ja nur Blogger… Asche auf mein Haupt.

Trifft mich das?

In der Regel gehe ich mit dieser Art Bissigkeit eher tiefenentspannt um. Es tangiert mich nur peripher, um eine von mir geliebte Phrase zu bemühen.
Auch mit dem aktuellen Artikel in „Die Zeit“ wollte ich gleich verfahren, doch aus einer „Latte-Macchiato-Laune“ heraus, die mir den Schlaf raubte, wollte ich doch noch etwas dazu schreiben, was ich hiermit mache.

Auch Frau Michel („Die Zeit“) lässt sich über die Bloggerszene aus, und ich gebe nicht nur gerne zu dass ich ihr in einigen Punkten zustimme, sondern ich erkenne mich und mein Bloggerverhalten sogar hier und da.
Trotzdem ist auch dieser Artikel für meinen Geschmack zu stark verallgemeinernd und sehr subjektiv verfasst. Letzteres ist übrigens auch gerade das, was sie den meisten Bloggern unterstellt. Das sollte mir zu denken geben.

Was ich zu dem Artikel anmerken möchte ist folgendes:

Frau Michel schrieb vom „Ich, ich, ich“. Damit hat sie nicht unrecht, denn natürlich geht es bei meinem Blog um mich, meine Bücher, Favoriten, Eindrücke und Empfehlungen. Daher bleibe ich direkt beim ICH.

Ich lese viel, ich lese gerne, und vor allem lese ich freiwillig und was mir gefällt.
Warum sollte ich mich in meiner ohnehin schon knappen Freizeit mit Literatur befassen, die mir nicht zusagt oder mich gar beschwert?
Wenn ich fernsehe, dann schaue ich auch lieber Trivial-TV auf den privaten Sendern und nicht unbedingt die intellektuell hochrangigen Ableger der öffentlich rechtlichen Kanäle. Mache ich auch, aber nur wenn mir der Sinn danach steht. So what?
Ich lese häufig Mainstream, aber was ist daran verwerflich? Lesen ist mein Hobby, und das soll Spaß machen. Wenn mir der Klappentext des neuen Buches von XY gefällt, warum soll ich es dann nicht lesen? Nur weil es Mainstream ist? Ich renne nun wirklich nicht jedem Hype hinterher, aber manchmal kann und will ich vor manchem Buch nicht Halt machen.

Randnotiz: dieses Blog ist SoG-freie Zone 😉

Ich verleihe meinem Hobby zusätzlich Ausdruck, indem ich darüber blogge. Auch das mache ich übrigens freiwillig, dafür muss man mich nicht bezahlen – warum sollte man auch?
Ich schätze den Kontakt zu den Autoren und Verlagen sehr, arbeite gerne mit ihnen zusammen, und ich liebe es auf die Buchmesse zu gehen, um Neues zu erfahren. Was ich mir dadurch aber nicht streitig machen lasse, ist meine Meinung. Die gibt es trotzdem ungefiltert.
Dass die Besprechungen überwiegend positiv ausfallen hat übrigens den Grund, dass ich nur lese und bespreche was mir gefällt. Für den Rest ist mir die Zeit schade, denn schließlich bezahlt mir das keiner.

Was die journalistische Qualität bzw. Quantität dieser Meinungswiedergabe anbelangt, so lasse ich gerne mit mir diskutieren. Fakt ist aber, dass ich keine wissenschaftliche Abhandlung schreiben möchte, die das Buch in seine Einzelteile zerlegt. Ich möchte lediglich meinen höchstpersönlichen Eindruck der Geschichte wiedergeben. Von einem Leser, für einen (potentiellen) Leser… Zu mehr fühle ich mich weder berufen noch befähigt.
Es wurde im Artikel am Rande letztlich auch noch darauf hingewiesen, dass es da auch noch andere Blogger gibt, die verlagsunabhängig sind und nicht nur über Neuerscheinungen bloggen. Das ist zumindest mir nicht neu, aber seit wann darf eigentlich nicht mehr jeder in seiner Freizeit machen was er will? Ich betrachte mich in dieser Hinsicht ohnehin als Zwitter. Denn obwohl ich auch mit Verlagen zusammenarbeite, habe ich dieses Jahr bereits ca. 80€ für Bücher ausgegeben.

Damit soll der Selbstreflektion genüge getan sein,

nur noch wenige Worte, dann seid ihr erlöst:

Wenn Journalisten über „Otto Normalblogger“ herfallen, dann hat das ungefähr den gleichen Charme wie ein Bundesligist, der einen Kreisligaspieler abkanzelt.
Achtung, auch hier wurde von meiner Seite bewusst verallgemeinert… trotzdem: hat man das nötig?
Ich kann jede journalistische Tätigkeit vollkommen neidlos anerkennen und würde nie in Konkurrenz treten können und wollen. Zudem bediene ich ein anderes Publikum.
Vielleicht trägt das zur allgemeinen Beruhigung bei.

Die Liebe zum geschriebenen Wort verbindet uns, das ist doch schön oder nicht? Das jeder diese Liebe anders (er-)lebt ist doch nicht verwerflich.

Ach, und noch etwas:

Ich lese übrigens sehr gerne Zeitung – besonders das Feuilleton 🙂

 
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Verfasst von - 12/02/2016 in Bücher

 

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