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[Rezension] „Der Fall Collini“, Ferdinand von Schirach (btb)

10 Apr

Ausgabe: TaschenbuchDer Fall Collini
Seiten: 208
Verlag: btb Verlag
Erscheinungsdatum: 13. Februar 2017
ISBN-10: 3442714990
ISBN-13: 978-3442714995
Herkunft: Rezensionsexemplar der Agentur „jetztundmorgen“
Sterne: 5 von 5

Hier geht es zur Leseprobe (Verlagsseite)

Fesselnd

Der Anfang ist zugegebenermaßen grausam und nichts für zart besaitete Seelen. Doch als ich auf die Hintergründe der Tat wartete, stieß ich auf Schweigen.
Das machte den Roman zunächst etwas verwirrend, da alles einfach zu klar erschien, aber es machte ihn auch spannend. Letztlich wird man doch noch über die Hintergründe informiert, aber ich fand diesen Roman trotz des zunächst fehlenden Motivs sehr fesselnd. Daran hatten nicht zuletzt der Schreibstil und Ausdruck einen erheblichen Anteil. Die manchmal minimalistische Ausdrucksweise beschönigt nicht und schmückt wenig aus. Sie stellt in wenigen Worten die Situation dar und zwar genau so wie sie ist.

Erschreckend

Als ich dann mehr über die Hintergründe erfuhr, war ich ehrlich geschockt.
Der Roman basiert auf einer mittlerweile veralteten Rechtsprechung einiger NS-Prozesse. Diese Verfahren wurden bald als Justizskandal gewertet, da eine solche Rechtsprechung nach heutigem Verständnis absolut undenkbar wäre. Der fiktive Fall des Herrn Collini wurde damit verbunden, um das ganze plastischer zu gestalten und das ist dem Autor eindrücklich gelungen. Der Mensch hinter dem Mörder, als auch hinter dem Opfer wurden sichtbarer denn je – und ich war einfach nur fassungslos.

Grandios

Auf vergleichsweise wenigen Seiten erzählt der Autor eine Geschichte, die nicht eindrücklicher und treffsicherer hätte sein können. Er faszinierte mich ab der ersten Seite und machte mich gleichzeitig aufgrund seiner verschiedenen Thematiken sprachlos.
Ich kann diesen Roman nur als grandios betiteln. Er beschönigt und verharmlost nicht, sondern er zeigt schonungslos die Menschen hinter der Tat. Selbst wenn es eindeutig ist, stellte ich mir zwischendurch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit und der Schwere der Schuld.

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Eine Antwort zu “[Rezension] „Der Fall Collini“, Ferdinand von Schirach (btb)

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