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[Rezension] „Die Sprache der Menschlichkeit“, Christie Watson (Goldmann)

01 Feb

Ausgabe: gebunden mit Schutzumschlagdiesprachedermenschlichkeit
Seiten: 384
Verlag: Goldmann Verlag
Erscheinungsdatum: 29. Oktober 2018
ISBN-10: 3442314739
ISBN-13: 978-3442314737
Herkunft: Rezensionsexemplar des Verlages
Sterne: 4 von 5

Eine Autobiographie

Ich muss gestehen, dass ich mit bestimmten Erwartungen an dieses Buch herangegangen bin. Ich habe eine Diskussion über verschiedener Punkte zur Ethik und Moral in der Pflege erwartet. Was läuft richtig, was falsch, warum sollte man und wie kann man etwas ändern? Wo sollte man das eigene Tun in Frage stellen, wie kann man neu gesteckte Ziele erreichen? Wie gelingt eine gute Sozialhygiene? Die Liste kann beliebig erweitert werden.
Dass es sich hier vorrangig um eine Autobiographie handelt, war mir vorher nicht ganz klar. Trotzdem wurden viele meiner Fragen beantwortet. Dies geschah alleine dadurch, dass ich miterleben durfte, wie andere Pflegende oder auch die Autorin selbst in den verschiedenen Situationen handelten.

Menschlich und echt

Man erlebt den Werdegang einer Krankenschwester, angefangen von der Berufsfindung bis hin zu den verschiedenen Fachbereichen, in welchen Frau Watson tätig war.
Man spürt ihrem innersten Empfinden nach, was ihr leicht oder schwer fiel und was ihr recht sauer aufstieß. So geht sie z.B. mit einigen Berufsgruppen recht streng ins Gericht. Da die Grundhaltung der Autorin überaus positiv und sozial ausgerichtet ist, mag das befremdlich wirken, aber sie ist nun mal nicht Mutter Theresa. Kein Mensch kann sich von Vorurteilen freisprechen, zumal man im Laufe des Berufslebens so einige Erfahrungen sammelt und ein Gespür entwickelt, wen man gerne auch mal etwas kritischer beäugen kann. Für mich machte diese Mehrschichtigkeit der Autorin als pflegende Person einen Großteil der Echtheit dieses autobiographischen Sachbuches aus. Denn was man der Autorin auf jeden Fall auch zugestehen muss ist, dass sie gegenüber ihren Patienten die Menschlichkeit nicht vermissen ließ. Das fand ich sehr bewundernswert.

Anders als erwartet, aber wie erwartet sehr gut

Auch wenn ich mit anderen Erwartungen an das Buch heran ging, so wurden diese trotzdem vollkommen erfüllt. Da ich selber ursprünglich aus diesem Bereich komme, konnte ich vieles gut nachempfinden, fand mich oft selbst wieder und hatte keinerlei Verständnisprobleme.
Im Interesse anderer Leser muss ich allerdings darauf hinweisen, dass es in diesem Buch nicht nur um soziale und pflegerische Aspekte menschenwürdiger Pflege geht. Es werden auch viele Fakten zum historischen Hintergrund benannt, ebenso wie medizinische Details oder andere Einflüsse auf die Pflege. Ich fand das zweifelsohne sehr interessant, das dürfte aber nicht jedem Leser so gehen.

Trotzdem empfehle ich dieses Buch nicht nur Pflegenden, sondern auch allen anderen Lesern, die sich zumindest ein Stück weit in den Pflegealltag einfühlen möchten. Dieser ist wirklich sehr gut und eindrücklich geschildert und ich halte es für wahrscheinlich, dass man auch als Außenstehender/nicht Pflegender eine andere, differenziertere Sichtweise erlangt. Mich persönlich hat diese Biographie in meiner Haltung bestätigt und gleichermaßen nachdenklich gemacht.

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