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[Rezension] „Qualle vor Malle“, Elena Uhlig (Knaur)

27 Jul

 

Format: eBookQualle vor Malle
Seitenzahl Print: 208
Verlag: Knaur eBook
Erscheinungsdatum: 26. März 2018
ASIN: B077D3W4SC
Herkunft: Jellybooks
Sterne: 2 von 5

Eine Leseprobe findet man auf der Verlagsseite

 

Titel und Inhalt versprachen viel

und es ging auch unterhaltsam los. Der Ton war recht schnodderig und frei von der Leber weg, aber es gefiel mir, weil es mal etwas anderes war. Man begleitete die Hauptfiguren bei der recht schwierigen Suche und Durchführung, anders kann ich es nicht beschreiben, des Urlaubs.
Irgendwann jedoch, leider schon recht zu Anfang des Buches, ging mir der Schreibstil oder vielmehr der Umgangston ziemlich an die Nerven.

Die Figuren waren alles andere als einfach

Sie hatten Ecken und Kanten, und davon sehr reichlich. Was ich von „Frau Uhlig“ halten sollte, wusste ich irgendwann überhaupt nicht mehr. Ich glaube ich habe noch nie ein Buch gelesen, dass von einer derart schwierigen, neurotischen und phobischen Hauptfigur dominiert wurde. Denn dominant war Frau Uhlig allemal und schockierte mich durch ihre Art und Handlungen immer wieder. „Herr Karl“, ihr Mann, verblasste regelrecht neben ihr. Trotzdem habe ich ihn bewundert, dass er alles mit solch stoischer Ruhe und Gelassenheit über sich ergehen ließ. Es tut mir leid das sagen zu müssen, aber ich hoffe inständig, dass die Hauptfigur und die Autorin nicht zu viel gemeinsam haben.
Die Nebenfiguren fand ich gut getroffen. Ein wenig klischeehaft gezeichnet, wirkten sie trotzdem authentisch. Außerdem benahm sich Frau Uhlig in ihrer Gegenwart ganz anders als sonst, was ich recht entspannend fand.

Ein Buch mit (leider) sehr durchwachsenem Lesegenuss

Es gab einige unterhaltsame, lustige Stellen, zumal man sich nicht nur auf Mallorca bewegt, sondern auch Einblicke in vergangene Urlaube erhält. In manche Situationen konnte ich mich gut hineinversetzen. Leider waren es für meine Begriffe zu wenige, da manches einfach vollkommen überzogen daher kam. Es mag sein, dass die Autorin alles genauso erlebt und gefühlt hat, aber ich konnte dem oft wenig abgewinnen. Was ich ihr anrechne ist, dass sie sich dabei aber selber manchmal nicht so ernst und auf die Schippe nimmt. Sie kennt ihre Schwächen und weiß, wie sie wirkt, sofern diese Darstellungen authentisch sind.
Was dem Buch und meinem Lesespaß auch sehr abträglich war, war der ständige Gebrauch von „Frau Uhlig“ und „Herr Karl“, wenn es in die Dialoge ging. Das lag zum einen an der Häufigkeit des Gebrauchs, und es erinnerte auch weniger an ein Elternpaar, sondern viel mehr an Geschäftspartner.

Ich mag Frau Uhlig als Schauspielerin sehr, aber als Autorin bin ich mehr als zwiegespalten. Zumindest dieses Buch ging an meinem Geschmack vorbei.

 

 
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Verfasst von - 27/07/2018 in Bücher

 

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