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[Rezension] „Wir Kassettenkinder: Eine Liebeserklärung an die Achziger“, Stefan Bonner/Anne Weiss (Droemer Knaur)

17 Nov

Ausgabe: Klappenbroschur81jou8fzwll
Seiten: 272
Verlag:
Droemer Knaur
Erscheinungsdatum:
04.10.2016
ISBN: 978-3-426-65598-6

Hier gibt es die Leseprobe

Inhalt
Von welchen die auszogen, um in den 80ern groß zu werden

Meinung und Fazit
Ich bin ein Kind der 80er, ein „Kassettenkind“ wie es der Titel des Buches so schön beschreibt.

Dieses Buch ist für mich Nostalgie pur….
Ich freute mich auf diese rückgewandte Zeitreise und war gespannt, wie viel ich noch in Erinnerung hatte. Vielleicht würden mich ja sogar Dinge erwarten, die ich nicht kannte, z.B. wegen nicht vorhandener Interessenlage. Ich war gespannt…
So ließ ich mich in diese Zeit entführen, schwelgte in Erinnerungen und stellte fest, dass diese Zeit insgesamt schöner war, als ich sie im Gedächtnis hatte.

Ich wurde selten überrascht, dafür aber hoch beglückt!
Das Autorenduo hat einen sehr gelungen Rundumschlag verfasst, und ich habe es sehr genossen. Man kann sich bestimmt darüber streiten, ob die Frisuren und der Kleidungsstil toll waren, aber es passte in diese Zeit. Abgesehen davon hätte es wohl kein Revival gegeben, wenn es wirklich so schrecklich gewesen wäre, und so musste ich plötzlich lächeln.
Bei anderen Sachen hingegen verzog ich eher das Gesicht, z.B. wenn es um die damals heißgeliebten Matschbrötchen ging. Ist heute noch ein Renner, aber mein Fall nicht mehr. Dafür konnten mich die Helden meiner Kindheit wieder vollends begeistern, wie so vieles andere mehr. Das wärmte Herz und Seele.

Früher war nicht alles besser, es war aber auch nicht alles schlecht.
Es war allerdings nicht nur eine schöne, sondern bisweilen auch eine streitbare Zeit. Man kann wirklich nicht behaupten, dass damals nur paradiesische Zustände herrschten, denn politisch war einiges los. Ich fand es gut, dass auch auf diesen Umstand eingegangen wurde, denn es zeigt nochmals die vielen Facetten dieser Zeit. Und manchmal frage ich mich, wo dieser innere und äußere Aufruhr geblieben ist. Sind wir mittlerweile zu kritik- oder perspektivlos? Bekommt man vieles einfach nicht mehr mit? Vielleicht wird es aber auch schon im Keim erstickt. Darüber lohnt es sich Gedanken zu machen…

Ein wunderbares, sehr lesenswertes Buch. Es ließ mich in Erinnerungen schwelgen, wovon manche tief vergraben, aber doch nicht verschwunden waren. Plötzlich blickte ich kurz wehmütig drein und dachte: „Hach, sie waren ja doch irgendwie schön, diese 80er…“

Die Autoren
Stefan Bonner wurde im Oktober 1975 geboren, zwei Tage, nachdem die Erstausgabe der Zeitschrift YPS erschienen war. Seine Vorbilder sind Tom Selleck und das A-Team. Er liebt die Achtziger und gerät deshalb immer wieder in Konflikt mit seiner Büromitbewohnerin, die behauptet, sie hätte Geschmack. Er hat Germanistik und andere Fremdsprachen studiert und alles, was bisher geschah – also Geschichte, vor den Achtzigern.

Stefan mag Malt-Whisky und Pommes mit Mayo und Saté-Sauce. Weil man sich die besten Fritten nur mit viel Geld leisten kann, schrieb er während des Studiums für die Wirtschaftsmagazine impulse und BIZZ und übersetzte Science-Fiction-Romane. Um sich auch den teuren Malt-Whisky leisten zu können, nahm er den Job als Lektor bei Bastei Lübbe an und betreute viele Bestsellerautoren, bevor er selber ein großer Autor von Weltrang wurde – zumindest nach eigenem Dafürhalten und nach ein paar Malt-Whisky. Stefan lebt mit seiner Familie in der Heimatstadt von Heidi Klum und geht in seiner Freizeit am liebsten segeln.

Anne Weiss ist ein Jahr älter als Stefan und deshalb weiß sie auch immer alles besser als er. Trotzdem bleibt sie für alle Zeiten 29. Wie das geht, wissen Frauen allein. Nach dem Studium in ihrer Heimatstadt Bremen und an der University of Ulster in Coleraine suchte Anne sich trotz lautstarker Einwände, mit Büchermachen könne man doch kein Geld verdienen, einen Job im Verlag und wurde Lektorin für Belletristik und Sachbuch, insbesondere im Bereich Humor.

Einige Jahre, Städte und Verlage später findet sie frivole Wortspiele mit ihrer Berufsbezeichnung immer noch gähnend langweilig und freut sich wie Bolle über jeden gelungenen Text. Wenn sie, was selten vorkommt, mal Zeit hat, hält sie Vorträge über Wohl, Wehe und Witz der gemeinen Straßentaube, liest das Beste der letzten Jahrhunderte, fährt mit Comedienne Petra Nadolny nach Indien und spielt miserabel Schlagzeug. Anne lebt in Köln, weil sich das gerade so ergeben hat. Sie liebt gescheite Bücher, gute Filme, gewaltfreies Essen und glanzvolle Sommerfeste. Sie verabscheut Dünkel, Geiz, Gier und Polentaklößchen. (Quelle: Anne Weiss & Stefan Bonner)

Mehr zum Autorenduo gibt es auf http://bonnerweiss.de

 

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3 Antworten zu “[Rezension] „Wir Kassettenkinder: Eine Liebeserklärung an die Achziger“, Stefan Bonner/Anne Weiss (Droemer Knaur)

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