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[Hörbuch-Rezension] „Der Junge der Träume schenkte“, Luca Di Fulvio (Bastei Lübbe)

28 Aug

Ausgabe: gekürzte Fassung, 6 Audio-CDs51KzS+st5DL._SY446_BO1,204,203,200_
Verlag:
Bastei Lübbe (Lübbe Audio)
Erscheinungsdatum: 11. März 2016
ISBN-10: 378575289X
ISBN-13: 978-3785752890

Eine Hörprobe gibt es hier

Inhalt
Ein Junge auf der Suche nach sich selbst und einem lebenswerten Leben im alten Amerika (ab 1909)

Meinung und Fazit
Dieses Hörbuch hat mich direkt mitgerissen und abtauchen lassen. Ich wurde sofort von der Geschichte gefangen genommen, anfangs besonders von dem Mut und dem Schicksal von Natales (alias Christmas) Mutter.
Erstaunt hat mich nicht nur an dieser Stelle, die immer wieder aufflackernde Brutalität. Die Begebenheiten, die damit zu tun hatten, passten zugegebenermaßen gut in die Zeit und somit auch zur Geschichte, aber eine Nebenhandlung wurde fast gänzlich von ihr bestimmt. Ich fand das o.k., es ist aber bestimmt nicht jedermanns Sache.
In der Hauptsache jedoch verfolgt man Natales/Christmas´ Geschichte. Er ist ein Lebenskünstler, gaukelt dabei manchen Leuten auch gerne mal etwas vor und erfindet sich immer wieder neu. Er hat eine besondere Ausstrahlung und im Grunde ein gutes Herz. Letzteres verschenkt er an Ruth, doch die beiden trennen zunächst Welten, dann verlieren sie sich aus verschiedenen Gründen sogar ganz aus den Augen. Von da an sind es beide, Christmas und Ruth, deren Geschichte erzählt wird. Man trifft hier auf die schon erwähnte Brutalität, wie auch auf Traurigkeit, Orientierungslosigkeit, Hoffnung, Humor und anderes mehr. Die Bandbreite der Gefühle ist groß.
Wenn man den Titel zu Grunde legt, so mag man sich während des hörens fragen, welche Träume Christmas denn nun schenkt. Das ist allerdings gar nicht so leicht zu beantworten, und es liegt sicher im Auge des Betrachters, was als Traum gelten kann und was nicht. Fest steht für mich, dass es keine nächtlichen, sondern sehr reale Träume sind, und sie handeln von Erfolg, Freundschaft, Liebe etc.. Christmas lässt die Menschen an das Gute glauben, auch wenn sie teilweise einen Preis für diesen und andere Träume zahlen müssen.

Das einzige was ich zu bemängeln hätte ist, dass es sich bei der CD-Ausgabe um eine gekürzte Fassung handelt. Dadurch wirkten einige Szenen leider nicht ganz rund. Obwohl ich gekürzte Hörbücher nicht so sehr mag, empfand ich das hier allerdings als nicht ganz so tragisch, weil der Kern der Geschichte trotzdem gut herausgearbeitet war.
Zudem hat Timmo Niesner die Geschichte sprecherisch toll umgesetzt. So wird eine überwiegend gleichmäßig ruhige und unaufgeregte Stimmung geschaffen, aber ohne dabei langweilig zu wirken, weil er mit den nötigen Betonungen an den richtigen Stellen geradezu spielerisch umgeht.

Diese Hörreise nach Amerika hat mich verzaubert und in eine Welt entführt, die schön und grausam zugleich war. Trotz der Kürzungen ein empfehlenswertes Hörbuch.

Der Autor
Luca Di Fulvio, geb. 1957, lebt und arbeitet als freier Schriftsteller in Rom. Bevor er sich dem Schreiben widmete, studierte er Dramaturgie bei Andrea Camilleri an der Accademia Nazionale d’Arte Drammatica Silvio D’Amico. Seine  Romane Der Junge, der Träume schenkte und Das Mädchen, das den Himmel berührte standen monatelang auf den ersten Plätzen der Spiegel-Bestsellerliste. (Quelle: Bastei Lübbe)

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 28/08/2016 in Bücher, Hörbuch, Rezension

 

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Eine Antwort zu “[Hörbuch-Rezension] „Der Junge der Träume schenkte“, Luca Di Fulvio (Bastei Lübbe)

  1. irveliest

    28/08/2016 at 21:31

    Hallo Tanja,
    ich hatte das Buch damals gelesen als es erschien, hat mich aber nicht vom Hocker gerissen – es war recht langatmig fand ich. Ein kurzes, knackiges Hörbuch mit nem tollen Sprecher ist da was ganz anderes😉
    Liebe Grüße….

     

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