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[Rezension] „Seelen im Eis“, Yrsa Sigurdardottir (Fischer Verlage)

01 Dez

Inhalt
Óðinn untersucht einen undurchsichtigen Mordfall, der weit in der Vergangenheit liegt. Doch plötzlich verändert sich auch sein eigenes Leben. Gibt es Zusammenhänge?

Meinung und Fazit
Wenn der Prolog bereits einen Teil der weiteren Geschichte vorweg nimmt, dann kann ich mich damit oft nur bedingt anfreunden, und so war es, zumindest im Nachhinein betrachtet, leider auch hier. Trotzdem kam mit dem Prolog schon ein erstes Kribbeln auf, und ich begab mich gespannt auf eine Reise, die in zwei Handlungssträngen abgearbeitet wurde. Beiden Zeitschienen, Vergangenheit und Gegenwart, widmete die Autorin hierbei in etwa die gleiche Aufmerksamkeit.
Der Schreibstil gefiel mir gut und ist flüssig zu lesen. Die isländischen Namen fand ich eingängig, so dass es auch hier zu keinerlei Schwierigkeiten kam. In ihrer Ausgestaltung waren die Figuren gut, wobei ich mir hier und da noch etwas mehr erwartet hätte, um sie mir noch besser vorstellen zu können. Charakterlich dürften die Person unterschiedliche Meinungen hervorrufen, denn sie waren doch manchmal etwas speziell. Ich persönlich fand sie aber trotzdem in sich stimmig, und in ihrem Zusammenspiel mit den anderen Figuren weitgehend gut und glaubhaft.
Die Autorin versucht durch verschiedene Effekte eine düstere, unheimliche Stimmung zu schaffen. Das gelang ihr leider nur in Teilen, denn hier sprang der Funke nicht immer über. Zusammen mit einer vagen Vorhersehbarkeit der Geschichte, die durch viele kleinere Andeutungen verursacht wurde, hatte das zur Folge, dass der Spannungsbogen nicht durchgängig gehalten werden konnte. Besonders der Mittelteil litt verstärkt darunter, was von dem spannenden Ende aber zum Teil wieder wett gemacht wurde.
Letztlich wurden die Begebenheiten (auch die aus dem Prolog) aufgeklärt, allerdings nicht ohne ein paar kleine, strittige Sachverhalte zurück zu lassen, die wohl der persönlichen Interpretation des jeweiligen Lesers überlassen sind.

Mit diesem Roman durchbricht die Autorin die Reihe um die Rechtsanwältin Dóra Guðmundsdóttir, denn man hat es hier mit einem „Solowerk“ zu tun. Daher kann man den Thriller bedenkenlos, auch ohne Vorkenntnisse lesen. Trotz der Kritik lesenswert.

Die Autorin
Yrsa Sigurðardóttir studierte Bauingenieurwesen in Reykjavík und Montreal. Seit 1998 schreibt sie Kinderbücher, und im Jahre 2005 erschien ihr erster Kriminalroman »Das letzte Ritual«. Ihre Bücher sind mittlerweile in 30 Sprachen übersetzt. Neben dem Schreiben arbeitet sie als Ingenieurin in Reykjavík. (Quelle: fischerverlage)

Buchdaten
Ausgabe:
TaschenbuchFischerTB
Seiten: 368
Erscheinungsdatum: 23.Oktober 2013
Verlag: FISCHER Verlage
ISBN: 978-3-10-402516-2

 
 

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