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[Rezension] „Verschwörung im Zeughaus“, Petra Schier (rororo)

06 Jul

Inhalt
Im mittelalterlichen Köln ereignet sich ein Mord. Adelina Burkas Halbbruder Tilmann soll der Mörder sein. War er es Verschwörung im Zeughauswirklich oder stimmt es, dass im Zeughaus eine große Verschwörung im Gange ist ? Wenn ja, wer wird darin verstrickt sein ?

Meinung und Fazit
Dies ist zwar schon der fünfte Roman über die Apothekerin Adelina Burka und ihre Familie, doch für mich war es eine Premiere. Daher war ich recht erstaunt, wie einfach ich in die Geschichte hinein kam.
Die Autorin hat großes Geschick bewiesen, und die Figuren auch für Nichtkenner der früheren Geschichten sehr gut beschrieben. Das galt ebenso für ihre Verflechtungen untereinander.
Nur ein- oder zweimal kam es vor, dass ich mich orientieren musste, doch da half mir das Personenregister im Anhang wunderbar weiter.
Was das mittelalterlichen Köln angeht, so war ich auch hier positiv beeindruckt wie gut alles dargestellt war. Das gesellschaftliche Leben, die Seilschaften, Köln selbst als auch die Umgebung – alles wirkte sehr glaubwürdig. Die aussagekräftige, bildliche Darstellung lieferte den Rest zum perfekten Kopfkino. Auch wenn die Autorin im Nachwort schreibt, dass ihr eine historische Begebenheit dieser Zeit lediglich als Inspiration diente, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich die Geschichte genauso hätte zutragen können.

Direkt am Anfang wurde ich im sprichwörtlichen Sinn in die Geschichte hinein katapultiert und beschäftigte mich fortan mit der Aufklärung des Mordfalls.
Die Geschichte die daraufhin folgte war nicht nur sehr spannend, sondern auch hochinteressant. Immer wieder bekam ich in kurzen Rückblenden einen Eindruck, was in der Vorgeschichte passiert sein musste. Dies geschah allerdings immer so dezent, dass es die jetzige Geschichte nicht störte, sondern lediglich vervollständigte. Auch die eingefügten Nebenhandlungen fand ich gut in Szene gesetzt, aber ohne dass sie von der Hauptgeschichte abgelenkt hätten.
Die Autorin hat scheinbar ein Händchen dafür, wie sie mich immer wieder in die Irre führen konnte. Immer wenn eine Spur scheinbar im Sand verlief, fand sie dafür eine sehr schlüssige Erklärung, um den Faden dann später doch evtl. noch einmal weiter zu spinnen. Das gefiel mir außerordentlich gut.
Bis zum Schluss, der einen wahren Höhepunkt bildete, konnte ich hoffen, bangen, im Dunklen tappen und mit raten.

Ein spannender Krimi in historischem Gewand, der mich überzeugen und anhaltend fesseln konnte. Man kann die Geschichte sehr gut „solo“ lesen, wobei ich persönlich jetzt Lust habe auch die Vorgeschichten kennen zu lernen.
Die Autorin hat auch im Genre Historie/Krimi wiederholt, eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sie einfach tolle Geschichten schreiben kann. Daher gibt es eine absolute Leseempfehlung für Krimi- und/oder Historienfreunde!

Die Autorin
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte  Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.

Unter dem Pseudonym Mila Roth veröffentlicht die Autorin verlagsunabhängig die erste Vorabendserie in Buchform um den Geheimagenten Markus Neumann und die Zivilistin Janna Berg.

Petra Schier ist Mitglied in folgenden Autorenvereinigungen: DeLiA, Homer, Quo Vadis, Syndikat, Autorenforum Montesegur (Quelle und weitere Infos: http://www.petralit.de/html/biografie.html)

Buchdaten
Ausgabe: Taschenbuchrowohlt_logo_neu
Seiten:
352
Erscheinungstermin: 1. Juli 2013
ISBN-10: 3499259222

 
 

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