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[Rezension] „Ego-Trip: Computerrallye durch das Leben“, Birgit Ebbert (Edition Zweihorn)

09 Feb

Inhalt
In dem Jugendroman „Ego-Trip“ begegnet der 14-jährige Mike im Jugendarrest seiner eigenen Geschichte. Sein Avatar Ego TripEkim und ein Computerprogramm leiten den jungen Kriminellen durch sein Leben. Auf Mike und die Leser warten einige heftige, aber auch schöne Überraschungen. So erfährt Mike, warum seine Eltern Alkoholiker wurden und warum er keinen Kontakt zu seinen Großeltern haben durfte, ihm wird klar, warum er die gleichaltrige Derya wegen einer Kleinigkeit zusammengeschlagen hat. Eine engagierte Sozialarbeiterin und ein cooler Knast-Lehrer sorgen dafür, dass Mike mit seinen Erfahrungen nicht alleine bleibt. Sie helfen ihm, eine Perspektive für ein Leben ohne Gewalt zu entwickeln und die Grundlagen dafür zu schaffen. (Quelle: editionzweihorn)

Meinung und Fazit
Als Leser lernte ich Mike kennen. Ich wusste zuerst nicht wie ich ihn einschätzen sollte. Er hatte ein Mädchen wegen einer Kleinigkeit zusammengeschlagen, wirkte verschlossen und legte einen gewissen Trotz an den Tag. Trotzdem wurde schnell klar, dass er eigentlich anders war. Was war es also, dass ihn so hat ausrasten lassen? Dieses „wissen wollen“ war Ausschlag gebend dafür, dass Seite um Seite nur so verflog. Ich begab mich auf eine ungewöhnliche, sehr interessante Reise, denn ich begleitet Mike fortan auf seinem Weg zurück in sein früheres Leben. Sein virtueller Freund Ekim leitet ihn dabei mit Fragen durch ein Computerprogramm, und lässt ihn als auch mich begreifen wie es soweit kommen konnte. Je mehr Fragen Mike beantwortete, desto sympathischer wurde er mir. Er wirkte plötzlich verletzlich, denn er begriff was in seinem Leben und im Leben seiner Eltern schief gelaufen ist. Weitere Erkenntnisse kamen dazu und mit ihnen auch erste Lösungsstrategien.
Sicherlich bietet dieses Buch kein Patentrezept, wie mit Jugendlichen Straftätern umzugehen ist, aber es zeigt sehr gute Ansätze und fördert das Verständnis.
Es ist bestimmt eine sehr gute Schullektüre, weil die Geschichte viel darüber vermittelt, was (nicht nur) bei Heranwachsenden wichtig ist: Man muss über Gefühle reden und mit ihnen umzugehen lernen, denn Gewalt ist keine Lösung. Man benötigt Bezugspersonen, wobei hier Nähe ebenso essentiell ist wie die Distanz/der Freiraum. Wichtig ist zudem die Freude am Leben, und man sollte sich feste Ziele stecken. Außerdem zeigt diese Geschichte sehr deutlich, dass die kindliche Wahrnehmung anders ist als die eines Erwachsenen.
Nicht unerwähnt lassen möchte ich, dass auch die Möglichkeit besteht das Thema Alkoholismus zu besprechen. Hier wird deutlich dargestellt, was Alkohol aus den Menschen machen kann, und welche Folgen es nach sich ziehen kann. Es besetzt aber nur einen der vielen Bausteine, die in diesem Buch angesprochen werden.

Spannend, aufschluss- und lehrreich. Ein Buch dass zum nachdenken und diskutieren einläd – unbedingt lesenswert !

Die Autorin
Birgit Ebbert, 1962 im westfälischen Borken geboren, lebt seit einigen Jahren in Hagen und schreibt dort mit Blick in die Stadt ihre Geschichten, Lernhilfen und Ratgeber. Die Autorin hat Pädagogik studiert und war lange Zeit in verschiedenen Bereichen tätig – im Jugendschutz, im PR-Bereich, im Marketing. Nebenher hat sie Sachtexte und Geschichten geschrieben, u. a. über Erich Kästner, über den sie auch promoviert hat. Seit Birgit Ebbert sich 2006 mit dem Lerncenter „Die Lernbegleiter“ selbstständig gemacht hat, widmet sie sich verstärkt ihrer Leidenschaft, dem Schreiben. (Quelle: editionzweihorn)

Buchdaten
Format: broschiert
Seiten: 127
Verlag: Edition Zweihorn; 1. Auflage (Oktober 2012)
ISBN-10: 3943199010
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 – 16 Jahre

 
 

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