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[Rezension] Wer hier stirbt, ist wirklich tot, Maximo Duncker (blanvalet)

30 Jan

Inhalt
Skurril, heiter, unterhaltsam!wer-hier-stirbt-ist-wirklich-tot

Wäre der Journalist Kai van Harm nicht vor knapp einem Jahr entlassen worden, hätte er jetzt nicht so viel Zeit. Hätte er jetzt nicht so viel Zeit, wäre er nicht ständig mit seinen Gedanken allein. Warum nicht ein Buch schreiben? Die Sehnsucht nach einem Neuanfang führt van Harm erst ins proletarische Neukölln, später in sein Landhaus in Brandenburg. Doch statt friedvoller Joggingrunden bei Sonnenaufgang erwarten ihn entflammte Gotteshäuser, vegetarisch gesinnte Antifas, ein Todesfall und allerlei skurrile Verwicklungen, wie es sie nur in der Provinz geben kann. (Quelle: randomhouse)

Meinung und Fazit
Das Buch beginnt im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Knall, der das Leben des Kai van Harm ganz schön durcheinander bringt. Danach durchlebt er einen sehr authentischen Leidensweg, zeigt deutliche Ecken und Kanten und kehrt glücklicherweise nicht das glatt geleckte Stehaufmännchen raus. Das hat mir sehr gut gefallen.
Auch die anderen Akteure waren einfach nur wunderbar. Besonders in Peggy und Bruno habe ich mich spontan verliebt. Sie wirkten einfach echt, was sich zum einen durch Äußerlichkeiten, aber auch durch ihren (leichten,) charmanten Dialekt ausdrückte. Sie brachten an den richtigen Stellen Schwung in die Geschichte, oftmals gepaart mit einer gehörigen Portion Charme und Witz.
Ich muss überhaupt sagen, dass mir Humor des Autors sehr gut gefallen hat. Es gab sogar an einigen Stellen etwas zu lachen, wo man es nicht unbedingt vermutet hätte.
Auch der Schritt von der Großstadt in den ländlichen Bereich ist dem Autor gut gelungen. Das betrifft zum einen natürlich die Darstellung Neukölln versus brandenburgische Provinz, aber auch wie sich die Romanfiguren (hier besonders Kai van Harm) in den unterschiedlichen „Welten“ zurecht finden. Kai hat manchmal eine recht eigenwillige, nicht mehr ganz zeitgemäße Art der Wahrnehmung. Das kann man kritisieren, aber ich schreibe es mal dem Umstand zu, dass er eine Art „Kulturschock“ erlitt…. In Bezug auf das Landleben stellte ich fest, dass die ländliche Idylle manchmal gar nicht so idyllisch ist. Auf den ersten Blick war das zwar nicht unbedingt überraschend, aber die Ideen des Autors dazu fand ich sehr gut.

Was ich anmerken muss ist, dass dieser Provinzkrimi deutlich mehr Provinz als Krimi bietet. Die Aufklärungsarbeit der Vorfälle erfolgt sozusagen als Nebeneffekt. Es hat mir allerdings noch nie so wenig ausgemacht wie in diesem Roman. Dazu fühlte ich mich viel zu gut unterhalten. Seite um Seite verflog, und mein Kopfkino hatte mehr als reichlich zu tun.

Echte Typen in einer ländlichen, nicht immer ganz idyllischen Umgebung. Wunderbar – da brat´ mir doch einer `nen Storch.

Der Autor

Maximilian Olaf Duncker, von seinen Freunden „Maximo“ genannt, wurde 1970 in Berlin-Zehlendorf geboren. Nach dem Studium der Literaturwissenschaften und Philosophie arbeitete er zwei Jahre als Lektor und Korrektor. Seit 2005 lebt er im ländlichen Teil Berlin-Pankows als freier Software-Berater und hat endlich wieder die Zeit, sich verstärkt seiner wirklichen Leidenschaft zu widmen: dem Schreiben. Wer hier stirbt, ist wirklich tot ist der erste Roman, den er nicht unter einem seiner zahlreichen Pseudonyme veröffentlicht. (Quelle: randomhouse)

Buchdaten
Format: Taschenbuch
Seiten: 320
Verlag: blanvalet
ISBN: 978-3-442-37977-4
Ihr könnt das Buch bei amazon oder bei blanvalet bestellen.

Mir wurde das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt, und ich möchte mich dafür sehr herzlich bei blogdeinbuch   und   blanvalet  bedanken !

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