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[Rezension] „Unguad“, Ingrid Werner (emons)

09 Nov

Inhalt
Kirchmünster, nahe der Therme Bad Griesbach im Rottal gelegen, ist einmal mehr Schauplatz eines grausigen Todesfalles. Elvira, Pflegerin im Altenheim Sonnenhügel, ist erstickt. War es ein Unglücksfall oder doch Mord? Karin Schneider findet die Leiche und mischt sich in die Ermittlungen ein. Daneben hat sie mit der Demenz ihrer Mutter, der Untreue ihres Ehemannes und manch dubioser Vergangenheit ihrer Mitmenschen zu kämpfen. Zur entscheidenden Begegnung kommt es in den unterirdischen Gängen des Städtchens, wobei ein Luchs eine ungewöhnliche Rolle spielt. (Quelle: emons)

Meinung und Fazit
Dies ist nach „Niederbayrische Affären“ der zweite Krimi der Autorin.
Spielort ist erneut Kirchmünster, diesmal liegt der Fokus allerdings hauptsächlich auf dem örtlichen Altenheim.
Sehr gut im Gedächtnis geblieben war mir die Ermittlerin Karin Schneider. Ihre Rolle als Ehefrau und Mutter hatte sich leicht verändert, aber an sich schien sie die Alte geblieben zu sein. Bodenständig wie eh und je, und doch voller Tatendrang, wenn man ihr den Raum dazu lässt. So ermittelt sie in dieser Geschichte auch direkt an mehreren Fronten.
Die Autorin schaffte es auch hier wieder, dass ich tief in die Geschehnisse eintauchen konnte. Ihr Stilmittel den Leser durch Karins Perspektive (Ich-Form) persönlich anzusprechen, nahm mich sofort wieder ein. Es war wie eine Wiederkehr zu einer guten Bekannten, die ich gerne bei ihren Ermittlungen verfolgte.
Bei ihren Aufklärungsversuchen wurde sie diesmal durch Bewohner des Altenheims, die selbsternannte „Agatha-Christie-Gang“, unterstützt. Ein Einfall der mich in verschiedener Hinsicht nicht nur erheitert hat, sondern der auch für abwechslungsreiche Spannung und Unterhaltung sorgte.
Ich muss überhaupt sagen, dass mich das Altenheim als Spielort sehr angesprochen hat. Ungewöhnlich auf der einen Seite, wobei aber gleichzeitig alles sehr authentisch und passgenau wirkte.
Was man in diesem Regionalkrimi vergeblich sucht, ist eine eingefleischte, bayrische Mundart. Sie blitzt nur hier und da kurz auf, was mir persönlich aber ganz recht war. Stattdessen findet man ungarische Worteinflechtungen, denn Karins Vater ist Ungar. Das fand ich persönlich sehr charmant und verlieh diesem Charakter eine besondere Note. Man musste diese ungarischen Einschübe auch nicht unbedingt verstehen, um dem Verlauf der Geschichte folgen zu können. Wenn man jedoch wie ich den Ehrgeiz besitzt wirklich alles verstehen zu wollen, findet man im Anhang ein kleines Wörterbuch, sowie die Rezepte aus der Geschichte zum nachkochen.

Die Autorin hat es wiederholt geschafft, mich mit einer sehr gekonnten Mischung aus Kriminal- und Gesellschaftsroman zu überzeugen. Pfiffige Ideen, ein schöner, lokaler Anstrich und die Einstreuung von daueraktuellen Themen wie Zivilcourage und Drogenmissbauch lassen diese Geschichte zu einem spannenden, kurzweiligen Lesevergnügen werden.

Die Autorin
Ingrid Werner wurde 1964 in München geboren. Nach Abitur und Banklehre studierte sie in München und Erlangen Jura. Im Anschluss daran arbeitete sie bei der Landeshauptstadt München als Verwaltungsjuristin. Nach der Geburt ihrer drei Kinder und dem Umzug nach Niederbayern ist sie als Heilpraktikerin und Entspannungspädagogin in eigener Praxis tätig. Daneben stellt sie als freischaffende Malerin in der Region ihre Werke aus und veranstaltet regelmäßig Workshops in Meditativem Malen. Sie lebt mit ihrer Familie im Rottal. (Quelle: emons)

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Ein Kommentar

Verfasst von - 09/11/2012 in Bücher, Rezension

 

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Eine Antwort zu “[Rezension] „Unguad“, Ingrid Werner (emons)

  1. Nicolas Sender

    11/11/2012 at 19:55

    Das hört sich spannend an! Danke für den Tipp.

     

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