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[Rezension] „Nocona“ von Britta Strauss (Sieben Verlag)

22 Aug

Inhalt
Die junge Fotografin Sara reist durch den mittleren Westen der USA, auf der Suche nach dem einen, besonderen Foto. Als ihr in einem Museum der Comanche Makah über den Weg läuft, ist sie hingerissen. Das perfekte Gesicht für das perfekte Foto. Doch wie erklärt sich die Vertrautheit zwischen ihnen? Was haben die intensiven Träume zu bedeuten, die sie seit ihrem ersten Zusammentreffen immer häufiger heimsuchen? Träume, die sie in die Vergangenheit reisen lassen, in eine Welt, die längst untergegangen ist. Immer mehr Fragen tauchen auf, die mit dem Verstand nicht zu beantworten sind. Als Pflichten Sara zurück nach New York zwingen, wird sie von Visionen überwältigt. Sie spürt, dass nur Makah ihr helfen kann. Verzweifelt versucht sie, ihn wiederzufinden, doch als es ihr endlich gelingt, bricht Unheil über die beiden Liebenden herein. Schatten aus ferner Vergangenheit drohen ihr Leben zu zerstören, auf Sara wird ein Mordanschlag verübt. Während Vision und Wirklichkeit zunehmend verschwimmen und eine tragische Liebe aus längst vergangenen Zeiten ihren Weg in die Gegenwart findet, kämpft Makah um das Leben der Frau, der sein Herz gehört.

Meinung und Fazit

Direkt vorweg: Ich bin mehr als stark beeindruckt!
Der flüssige Schreibstil machte es mir sehr leicht in die Geschichte hinein zu kommen. Alle handlungsrelevanten Personen sind überaus plastisch, facettenreich und glaubhaft. Zudem versprühen sie eine unglaubliche Lebendigkeit.

Der Roman ist in zwei Zeitebenen aufgeteilt. Der historische Teil umfasst die Geschichte von Cynthia Ann Parker und dem (späteren) Indianerhäuptling Nocona, und in der Gegenwart lesen wir von Sara und Makah. Beide Geschichten wechseln sich ab und sind dabei wunderbar nahtlos miteinander verwoben. Beide Teile würde ich als interessant, anrührend, dramatisch und spannend bezeichnen, und auch erotische Szenen fehlten nicht. Im historischen Teil kam die Bandbreite der Emotionen allerdings noch besser zur Geltung. Man erfährt viel über das Leben der Comanchen, nimmt an ihrer Jagd und ihren Kämpfen teil, spürte ihren Stolz, erlebte ihr Glück, sowie das Lieben, Leiden und Sterben. Man merkte deutlich, dass der Autorin dieser Teil besonders wichtig war.
Auch wenn die Comanchen in diesem Roman als „die Guten“ hingestellt werden, so geht die Autorin auch kurz darauf ein, dass nicht alle Indianer gut und alle Weißen schlecht waren. Dieser Aspekt fiel mir besonders positiv auf, da er das realistische Bild unterstreicht.
Gegen Ende des Romans spitzt sich das Drama um Cynthia und Nocona immer weiter zu, und auch bei Sara und Makah wird es nochmals sehr tragisch. Diese letzten Szenen fand ich erneut überaus berührend und im wahrsten Sinne zum heulen.

Ein bildgewaltiger, emotionsgeladener Roman über das ergreifende Schicksal von Cynthia Ann Parker und ihrem Mann Nocona. Die historische Geschichte wurde perfekt mit der Gegenwart verknüpft, so dass ein wunderbares Gesamtwerk entstanden ist. Zurück bleibt die Frage, wie man Cynthia Ann Parker, als auch den Indianern so etwas antun konnte. Nach unseren heutigen Maßstäben ist das kaum zu begreifen, damals war es normal.
Von mir gibt es dafür eine absolute Leseempfehlung, und das nicht nur für Freunde von Indianer-Sagen !

Die Autorin
Geboren 1978 in Sachsen-Anhalt, habe ich meine metaphorischen Zweige und Äste seit 2001 zum bergischen Land ausgestreckt. Ich schreibe, um mich selbst zu entführen – um durch nächtliche Wälder zu rennen, in die Tiefen des Universums einzutauchen, auf fremden Planeten Urlaub zu machen oder mit Walen zu tauchen. Und ich schreibe, um meine Leser zu entführen. Für eine Weile die Realität vergessen. Abtauchen. Eintauchen. Verführt werden.
In meinem Leben erlaube ich mir so viele Freiheiten wie möglich und gehöre zu den glücklichen Wesenheiten, die ihre wahre Liebe gefunden haben. Meinereiner glänzt durch Chaos, Unordnung, Zerstreutheit, Naturvernarrtheit, Vorliebe für Dresdner Stollen, Kaffee und sonstige Leckereien, sowie durch exorbitanten Hang zum Träumen und Fabulieren, dem sehnsüchtigen Streben nach Erfüllung und Freiheitsdrang in manchmal ungesundem Maße. Wo derselbe in der Realität an seine Grenzen stößt, muss mein Laptop ran. Denn im Geiste ist die Freiheit grenzenlos.
Motto: Die Wahrheit ist irgendwo da draußen. Oder woanders.
Muse: Mein Liebster. Meine Kollegin Jennifer. Die Erde, der Himmel und das Universum.
(Quelle: www.brittastrauss.com)

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