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[Rezension] „Die kalte Zeit“, Susanne Kliem (Leporello)

19 Jan

Heute gibt es eine Rezension zu „Die kalte Zeit“ von Susanne Kliem (Leporello) – viel Spaß !

Klappentext
„Der Himmel hing wie ein graues, nasses Betttuch über den Feldern, bald würde es wieder schneien. In der Ferne gingen zwei Männer, dunkel gekleidet, vermummt in Schals. Zwei Fremde. Gesa Verhoevens Herz schlug schneller. Vielleicht nur Spaziergänger, Leute aus Büttgen. Gesa blickte auf ihre Tannenbaumkulturen, die Nachbarhöfe. Dort hinten ragte die Turmspitze von St. Dionysius empor. Ihre vertraute Welt. Heimat. Doch seit Vaters Tod war alles anders. Überall lauerten Feinde.“
Rätselhafte Verbrechen reißen das friedliche Nest Herkenbroich bei Neuss aus dem Winterschlaf. Wer hat die Spitzen von tausenden Weihnachtsbäumen abgeschlagen und Tannenbaumproduzent Konrad Verhoeven an den Rand des Ruins getrieben? Kurz darauf stirbt Verhoeven qualvoll bei einem Brand. Ein schwieriger Fall für die Mordkommission: Stecken Konkurrenten dahinter? Oder jemand aus Verhoevens Familie? Welches Spiel treibt seine Tochter Gesa, die eigene Pläne verfolgt, um den Betrieb zu retten?
Da stoßen die Kommissare auf ein Geheimnis aus der Vergangenheit – eine Spur, die nach Osteuropa führt, in die Heimat der Tannensamen…
Der zweite Fall für das Düsseldorfer Ermittler-Duo Tom Zagrosek und Wiebke Blessing – und der erste deutsche Weihnachtsbaum-Krimi.

Meinung und Fazit
Das erste Kapitel schaffte es direkt, mich vollkommen gefesselt in der Geschichte versinken zu lassen. Ich hatte mit einem seichten Anfang gerechnet, doch weit gefehlt…. Dem entsprechend atemlos war ich schon nach den ersten Seiten, die ich sehr spannend fand.
Die folgenden Kapitel waren von Abwechslung geprägt. Sie vermittelten mir ein Bild der Vorgeschichte des Kriminalfalls, brachten mir die Umgebung und beteiligte Personen der Geschichte näher und die Polizei suchte (natürlich) den Mörder. Durch die Datierung am Anfang der Kapitel blieb es aber immer sehr übersichtlich, ob man sich in der Gegenwart oder Vergangenheit bewegte.
Der Roman rankt sich um einen Familienbetrieb, der in eher ländlicher Umgebung Tannenbäume anbaut, die vornehmlich als Weihnachtsbäume verkauft werden. Ich fand die Umgebung wunderbar plastisch dargestellt, so dass ich fast das Gefühl hatte vor Ort zu sein. Das Leben der Familie war sehr authentisch, die einzelnen Personen fand ich facettenreich und interessant. Für mich persönlich bot Gesa, die Tochter des Toten, ein hohes Maß an Identifikationspotential. Sie nahm gleichzeitig die sympathische, aber auch ein Stück weit die tragische Rolle ein. Mit ihr konnte man leiden, hoffen und lieben. Sie legte im Verlauf des Romans eine tolle Entwicklung hin, was mich persönlich sehr freute. Die anderen Personen bedienten den Rest der Gefühlspalette. Zuneigung, Verständnis,  Abneigung, Erstaunen, Ungläubigkeit…. diese Liste kann man beliebig weiterführen.
Die Beamten und ihre polizeiliche Arbeit wirkte sehr glaubhaft und nachvollziehbar. Es war spannend die Ermittlungsarbeit zu verfolgen und es machte einfach Spaß, sich mit auf die Mördersuche zu begeben. Die Polizeibeamten fand ich ebenfalls sehr gut, plastisch und authentisch  dargestellt. Sie waren nicht nur für den Kriminalteil des Romans zuständig, sondern man las auch viel persönliches über Liebe, Leid, Freundschaft u.s.w.  Sehr gut, stimmig und keineswegs aufdringlich in den Rest der Geschichte eingebettet.

Abschließend kann ich sagen, dass dieser Roman eine wunderbare Mischung aus Kriminal- und Gesellschaftsroman ist. Eine spannende, erschütternde und bewegende Geschichte, mit Liebe, Leid und Zuversicht, abgerundet durch interessante, facettenreiche und authentische Charaktere.

Die Autorin
1965 am Niederrhein geboren, wuchs in Krefeld auf. Sie arbeitete als Pressereferentin für Fernsehserien von ARD, ZDF und für das Festival ‚Theater der Welt’. Sie war journalistisch tätig, verfasste Synchrondrehbücher und schrieb als Ghostwriterin Ratgeber rund um das Thema Karriere.
Ihre Leidenschaft fürs Theater und die langjährige Arbeit als Regieassistentin und Regisseurin an deutschen Bühnen inspirierten sie zu ihrem Krimi-Debut „Theaterblut“, das 2009 im Leporello Verlag erschienen ist.
Im gleichen Jahr erhielt ihre Krimi-Kurzgeschichte „Sekt im Wasserglas“ den Krefelder Kurzkrimipreis (2. Platz) und wurde in dem Erzählband „Niederrhein-Leichen“ veröffentlicht.
Ihr neuester Roman heißt „Die kalte Zeit“ – ein Weihnachtsbaum-Krimi mit dem Schauplatz Niederrhein, erschienen im September 2010 bei Leporello.
Susanne Kliem lebt mit ihrer Familie in Berlin, sie ist Mitglied des Autorinnen-Netzwerkes „Syndikat“ und bei den „Mörderischen Schwestern“
mehr unter www.susannekliem.de

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich bei Susanne Kliem und dem Leporello Verlag. Es war mir ein Vergnügen 🙂

Ihr könnt das Buch hier bestellen: Leporello Verlag oder Amazon (externe Links)

  • Broschiert: 227 Seiten
  • Verlag: Leporello; Auflage: 1., Auflage (Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3936783403
  • ISBN-13: 978-393678340
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