RSS

[Rezension] „Alice im Netz – Das Internet vergisst nie“ von Antje Szillat (Edition Zweihorn)

20 Aug

Inhalt
“Alice, alles, was ich über dich weiß, hast du mir selbst verraten. Alles, was du über mich wissen musst, ist, dass ich dich liebe – und dass du mir nicht entkommen kannst … Jared”

Zunächst glaubt Alice an einen Scherz, als sie diese E-Mail in ihrem Postfach vorfindet. Doch die Nachrichten, die der geheimnisvolle Jared ihr zukommen lässt, werden immer bedrohlicher und konkreter. Jared scheint einfach alles über sie zu wissen und als Alice endlich begreift, dass sie ihn selbst mit diesen Details über sich versorgt hat, nämlich in den zahlreichen Foren im Internet, befindet sie sich schon inmitten eines lebensbedrohlichen Alptraums.

Meinung und Fazit
Schon das Cover ist ein echter Hingucker und vermittelt den Eindruck von „Big brother is watching you“. Es passt in der Aufmachung sehr gut zum Thema, geht es in diesem Buch doch hauptsächlich um Cybermobbing und Gefahren des Internets.

Schon mit dem Prolog gelang es der Autorin mich vollständig zu fesseln. Ein sehr spannender und ebenso beklemmender Auftakt, der viel versprach.
Danach wurde ich in Alice´ Leben und Lebensumfeld eingeführt. Hier ging es weniger rasant und aufregend zu, dafür bekam ich einen ersten Eindruck von den Figuren, die in der weiteren Geschichte eine Rolle spielen würden. Im Verlauf des Buches wurden diese Personen immer plastischer. Besonders mit Alice und ihrer zunehmenden konfusen Gefühlslage konnte ich mich sehr gut identifizieren.
Immer wieder werden auch Kapitel eingeschoben, wo das Gefühlsleben und Denken des Stalkers dargestellt war. Hier kam sehr gut zur Geltung, wie wenig nachvollziehbar seine Reaktionen auf Alice´ Taten oder Worte waren. Er lebt in seiner eigenen, völlig verzerrten Realität.
Abgerundet wurde der Roman durch eine zarte Liebesgeschichte, was vor allem weibliche Leser ansprechen dürfte.

Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich die Auflösung der ominösen Jared-Emails in Verbindung mit dem weiteren Stalking etwas unglücklich fand. Selten findet so etwas wirklich parallel (von verschiedenen Personen) statt. Ich muss allerdings zugeben, dass dadurch ein gewisser Überraschungseffekt entstand, und die Spannung bis zum Schluss gehalten wurde.

Insgesamt gesehen ein gut gemachter Jugend-Thriller für alle, die sich mit den eventuellen Problemen der Internetnutzung auseinandersetzen wollen.
Als Schullektüre unbedingt zu empfehlen (!), denn es werden viele Bereiche angesprochen: neben Cybermobbing und gefährlichem Internetverhalten, wie z.B. nicht verschlüsselten Profildaten und unbedachtes bloggen persönlicher Inhalte, geht es auch um Miteinander reden/Vertrauen (auch auf das Bauchgefühl), Freundschaft, die Reflexion des eigenen Handelns und Vergewaltigung.
Sehr interessant sind zudem die angehängten statistischen Zahlen und weiteren Informationen.

Die Autorin
Als ich noch klein war, lag ich gerne auf dem Rücken im Gras und sah den Flugzeugen am Himmel nach und den Kondensstreifen, die sie hinter sich ließen. Damals träumte ich davon, auch einmal in einem Flugzeug zu sitzen und nach Schweden zu fliegen.
Warum gerade Schweden? Weil ich unbedingt wie Britta sein wollte. Träumte davon, erst Pferdebursche zu werden, dann Springreiterin, später auf Silver zu siegen und anschließend den blonden Lasse zu küssen. Heute sehe ich noch immer gerne in den Himmel und schaue den Flugzeugen hinterher und noch immer träume ich davon, nach Schweden zu fliegen.   Na ja, vielleicht möchte ich heute nicht mehr unbedingt Pferdebursche oder Springreiterin in Schweden werden, doch den blonden Lasse zu küssen, das erscheint mir nach wie vor recht reizvoll.   Aber nicht nur der wunderbaren Autorin Lisbeth Pahnke gelang es damals, mich in fremde Länder, spannende Abenteuer und andere Welten zu entführen, auch Astrid Lindgren lud mich regelmäßig nach Bullerbü oder Saltkrokan ein.
Bücher sind in meiner Kindheit meine ständigen Begleiter gewesen und so ist es bis heute geblieben.   Inzwischen arbeite ich als freie Autorin für Kinder- und Jugendbücher sowie Sachbücher, Redakteurin für namhafte Printmagazine und als Dozentin, bin ausgebildete Lerntherapeutin, betreue Leseclubs und Schreibgruppen und wohne mit meinen vier Kindern, Ehemann, zwei Hunden und vielen Büchern in der Nähe von Hannover.
(Quelle: Antje Szillat)

Für das Rezensionsexemplar bedanke ich mich ganz herzlich bei

Advertisements
 
2 Kommentare

Verfasst von - 20/08/2011 in Bücher, Rezension

 

2 Antworten zu “[Rezension] „Alice im Netz – Das Internet vergisst nie“ von Antje Szillat (Edition Zweihorn)

  1. Seitenfetzer

    25/03/2015 at 14:22

    Ave,

    oftmals habe ich bei Büchern mit der Thematik Angst vor einem übertriebenem „Erhobener-Zeigefinger“-Geschmack. Aber den scheinst du bei diesem Buch nicht so sehr gesehen zu haben, oder?

    Und darf ich fragen, was genau du mit folgendem Abschnitt meinst?
    „Immer wieder werden auch Kapitel eingeschoben, wo das Gefühlsleben und Denken des Stalkers dargestellt war. Hier kam sehr gut zur Geltung, wie wenig nachvollziehbar seine Reaktionen auf Alice´ Taten oder Worte waren. Er lebt in seiner eigenen, völlig verzerrten Realität.“
    Ist es jetzt so, dass zwar einige Passagen aus der Sicht des Stalkers sind, man ihn aber immer noch überhaupt nicht nachvollziehen kann oder kriegt man über diese Abschnitte irgendwie doch Einblick in seine ganz eigene Logik, so fremd sie einem normalen Menschen auch sein mag?

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

     
    • lesenundmehr

      25/03/2015 at 14:42

      Das ist offen gesagt schwer zu erklären…. Zum einen liegt das lesen des Buches schon lange zurück, so dass ich mich nicht an alles erinnere. Soweit ich dass noch weiß, konnte man es im Nachhinein immer noch nicht ganz nachvollziehen….
      An die Auflösung erinnere ich mich allerdings sehr wohl, aber damit würde ich zuviel spoilern 😉

      Einen übertriebenen Zeigefinger habe ich hier wirklich nicht gesehen. Zurück blieb nur die Mahnung, dass man etwas umsichtiger mit seinen Worten und „Schritten“ im Netz umgehen sollte.

      Viele Grüße

       

Ich freue mich immer über einen Kommentar - trau Dich :-)

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: