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[Rezension] “Engel spucken nicht in Büsche” von Ralf Boscher (Books on Demand)

20 Apr

Inhalt
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Da er es auf Frauen abgesehen hat, die eine Abtreibung vornehmen ließen, nennt ihn die Presse „Abtreibungskiller“. Die Kriminalpolizei nimmt die Ermittlungen auf. Wer ist dieser Mörder, welche Motive hat er, wann und wie wird man ihn überführen können ? Kommissar Kramer steht vor einem Rätsel.

Parallel lernen wir Krish und sein Umfeld kennen. Seine freiheitsliebende Freundin Helen lässt ihn gleichermaßen lieben und leiden. Dann hat er plötzlich eine Vision, die er nicht zu deuten weiß und die ihm Angst macht….

Meinung und Fazit
Wer den Abschnitt „Zu diesem Buch“ und die ersten Seiten liest, der könnte zu der Annahme gelangen, dass dieser Roman ein reiner Krimi ist. Doch da die Geschichte weit mehr beinhaltet, fand ich den Untertitel „Roman über Liebe, Tod und Teufel“ sehr passend.

Eine gute Mischung aus Krimi und Gesellschaftsroman, mit dem besonderen Etwas. Spannend, abwechslungsreich, kurzweilig und daher sehr flüssig zu lesen.
Die Charaktere sind facettenreich und wirken authentisch. Besonders die Hauptprotagonisten erlangen eine sehr gute Tiefe, so dass man sich in sie hineinversetzen kann. Man spürt ihre Zerissenheit und die widersprüchlichen Gefühle, man liebt, leidet und zweifelt mit.
Die Künstlerszene, in der ein größerer Teil der Geschichte spielt, ist recht überzeichnet und orientiert sich dabei nah an gängigen Klischees. Ich fand dies allerdings wenig störend, da es der Erzählung eine gewisse Rasanz gab, die sehr frisch wirkte. Die, u.a. in diesem Teil enthaltenen, frivolen Seiten der Geschichte, waren geschickt eingebaut. Sie passten gut, auch wenn diese Szenen sicher nicht den Geschmack jeden Lesers treffen.
Der Roman wechselt häufig die Handlungsorte, schwenkt von der Gegenwart in die Vergangenheit und zurück. Immer wieder erfährt man, wie es in der Kriminalgeschichte weiter geht. Hier mag ein kleiner Kritikpunkt liegen, denn nicht jeder Leser mag diese vielen Zeit- und Handlungssprünge. Ist man jedoch einmal in die Geschichte abgetaucht, so sollte das kein Problem darstellen. Für mich trug es sogar bedeutend zum abwechslungsreichen Lesevergnügen bei, denn es hielt alle Handlungsstränge lebendig, spannend und verlieh den Hauptfiguren immer größer werdende Plastizität.

Ein sehr guter Debütroman, und es fiel mir schwer, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen. Ein Autor mit Potential, von dem man hoffentlich noch mehr hören und lesen wird.

Der Autor
Ich wurde im Oktober 1968 in Aldekerk am Niederrhein geboren, dort bin ich auch aufgewachsen.

Nach dem Abitur Studium der Philosophie und Deutschen Literatur in Wuppertal und Konstanz
(begleitet von diversen Jobs wie Briefträger, Sensenlackierer, Möbelpacker, Koch, Müllsortierer,
vor allem aber Barmann & Bibliothekar). Abschluss des Studiums als Magister Artium im Juli
1999, Magisterarbeit über das Thema literaturwissenschaftliche Topik-Forschung. Aufgrund dieser
Arbeit wurde mir der wissenschaftliche Nachlass von Lothar Bornscheuer vermacht, welcher sich
heute in der Universitätsbibliothek Konstanz befindet.
Während meines Studiums habe ich begonnen, regelmäßiger Geschichten zu schreiben und an
einem Roman zu arbeiten (die Urform meines, damals schon so genannten, ersten Romans „Engel spucken nicht in Büsche“). Kurzgeschichten von mir wurden dann abgedruckt in Literaturzeitschriften (Federwelt, Lesestoff, Literatur am Niederrhein, Maskenball, Macondo) und Anthologien (z.B. Titelgeschichte von „Futter für die Bestie. Grusel-Geschichten“, erschienen im Schreiblust-Verlag). Gedichte von mir erschienen u.a. in der Anthologie „Ausgewählte Werke VI“ der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes und in der Zeitschrift für Literatur
„Allmende N. 82“, z.B.:
Traumlos
Wenn der Tag zu Ende geht,
Fällt mein Schlaf in ein Vakuum,
Das jeden Traum, der mir entsteht,
In den Wehen erstickt, und stumm
Bleiben die Bilder der Träume,
Mir ungeboren entrissen.
Verborgen bleiben die Räume,
Von denen nur Träume wissen.

2004 wurde meine Kurzgeschichten-Sammlung „Vom Höcksken aufs Stöcksken. Hartes und Zartes in Geschichten und Gedichten“ gedruckt. Aufgrund dieses Buches habe ich dann auch einige Einladungen zu Lesungen erhalten (u.a. im Rahmen der AStA-Literaturreihe an der Uni Konstanz) und auch selbst Lesungen veranstaltet, zudem kam es zu ersten Interviews mit und Besprechungen in Tageszeitungen. Im Herbst 2010 habe ich meinen ersten Roman „Engel spucken nicht in Büsche. Roman über Liebe, Tod und Teufel“ in den Buchhandel gebracht. Derzeit überarbeite ich, hier in meinem Zuhause in Meersburg, neben meiner Arbeit als Werbetexter, meinen zweiten Roman „Entfesselt: Abschied ist ein scharfes Schwert“.

Homepage: http://www.ralfboscher.de

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Ein Kommentar

Verfasst von - 20/04/2011 in Bücher, Rezension

 

Eine Antwort zu “[Rezension] “Engel spucken nicht in Büsche” von Ralf Boscher (Books on Demand)

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