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[Rezension] „Oksa Pollock-Die Unverhoffte“, Anne Plichota + Cendrine Wolf (Oetinger)

26 Mrz

Die Geschichte
Als Oksa in Paris geboren wird, erkennt ihre Großmutter Dragomira sofort, dass dieses Kind „die Unverhoffte“ ist. Oksas Vater ist zwiegespalten. Auch er freut sich über die Geburt seiner Tochter und dass sie die Erfüllerin der Prophezeiung sein wird. Doch er weiß auch, dass es grade diese Prophezeiung ist, die nur über einen möglicherweise gefahrenreichen Weg herbeigeführt werden kann.

Oksa wächst heran wie jedes normale Mädchen. Sie liebt Karate und Inlineskaten, träumt davon, dass sie eine Ninja-Kämpferin ist.
Dann beschließen ihre Eltern nach London zu ziehen. Anfänglich ist Oksa nicht begeistert, doch als sie erfährt, dass ihr Freund Gustave (Gus) mit seiner Familie ebenfalls nach London zieht, findet sie sich damit ab. Sie integriert sich in ihrer neuen Heimat, nur ihr Lehrer McGrawe bereitet ihr extreme Probleme, als hätte er es speziell auf sie abgesehen.

Eines Tages bemerkt Oksa mehrere Veränderungen. Ein erst unscheinbarer blauer Fleck formt sich zu einem sternförmigen Mal und sie hat plötzlich magische Fähigkeiten. Dragomira erkennt, dass es nun an der Zeit ist, mit ihrer Enkelin zu reden. Sie erzählt von der Herkunft ihrer Familie, von ihrer alten, verschwundenen Welt Edefia, dem Chaos das dort herrschte, der Verbindung der „Rette-sich-wer-kann“ und vielem mehr. Oksa soll diejenige sein, die Edefia wiederfinden, den Zugang öffnen und Edefia wieder befrieden kann.
Eine große Aufgabe für ein kleines Mädchen. Doch bis es soweit ist, muss Oksa noch viel über Magie und Selbstbeherrschung lernen und nie geahnte Gefahren bestehen.

Meinung und Fazit
Die Geschichte um „die Unverhoffte“ ist faszinierend, wenn sie auch kleine Schwächen hat. Es gibt rasante, spannende Passagen, die sich mit erklärendem Text abwechseln. Vielfach las ich, dass der erklärende Teil zu ausufernd wäre. Ich persönlich denke, dass diese Erläuterungen am Anfang ein Muss sind, um sich in späteren Fortsetzungen gut zurecht finden zu können.

Der Schreibstil ist recht einfach gehalten, daher gut verständlich und flüssig zu lesen. Für den erwachsenen, fantasyliebenden Leser könnte es an vielen Stellen zu einfach und durchsichtig sein.
Die Protagonisten deuten jedoch schon auf ein Kinder- und Jugendbuch hin, von daher fand ich das nicht sonderlich störend. Auch für mich ergab sich der eine oder andere Überraschungseffekt.

Anfangs vermittelten die Pressetexte den Eindruck, dass es sich bei Oksa um eine Alleskönnerin handelt. Im Buch wurde ich zum Glück eines besseren belehrt, denn Oksa ist ein junges, ungestümes Mädchen, das Selbstkontrolle und Beherrschung erst noch lernen muss. Die Mittel, die ihr dazu zur Verfügung stehen, bringen viel Fantasie mit. Seien es die diversen sprechenden Pflanzen, wie Kapiernix, Sensibylle und co oder die Granuks, kleine Granulatkörner mit magischen Fähigkeiten. Besonders die Plemplems, kleine koboldähnliche Wesen, haben es mir angetan. Mit ihrer Art sich sprachlich auszudrücken, sorgten sie immer wieder für Erheiterung.
Auch wenn ich von der Grundidee begeistert war, lässt sich besonders an den letzten Beispielen gut die sprachliche Einfachheit erklären. Denn nahezu jede Pflanze/Figur/Granuk heißt abgewandelt so, wie es ihrem Wesen oder der Fähigkeit entspricht. Auch viele Sprachkonstrukte wie der Begriff der „Rette-sich-wer-kann“ sind leider weder originell noch neu. An mehreren Stellen kommt man nicht umhin eine Parallele zu Harry Potter zu sehen.
Sehr gut gelungen fand ich dahingegen das “Filmauge“, mit dessen Hilfe die Huldvolle (Herrscherin von Edefia) ihre Erlebnisse mit anderen teilen kann. Hier bekam man einen ersten, guten Eindruck von der Fantasiewelt Edefia und damit einen Vorgeschmack auf kommende Bücher.

Auch wenn nun der Eindruck entstanden sein sollte, dass dieses Buch nicht zu empfehlen ist: Ich habe es trotz der Kritik gerne gelesen.
Erwachsenen und Harry-Potter-Liebhabern kann ich es nur mit Einschränkung empfehlen, aber Kinder und auch viele Jugendliche werden sicherlich ihren Spaß daran haben.

Die Autoren
Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Cendrine Wolf erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt.

Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportlehrerausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin in der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben. Die Geschichten um das Zaubermädchen Oksa Pollock, die sie gemeinsam mit Anne Plichota erdacht und geschrieben hat, sind ihr erstes und überaus erfolgreiches literarisches Projekt. (Quelle: Verlagsgruppe Oetinger)

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