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[Rezension] „Das Schweigen der Toten“, Todd Ritter (rororo)

15 Mrz

Die Geschichte
Perry Hollow ist ein verschlafener, friedlicher Ort, die Kriminalitätsrate mehr als niedrig.

Doch dann wird eine Kiste am Straßenrand entdeckt, der Inhalt: eine Leiche.
Sie ist ausgeblutet, ihr Mund mit Fäden vernäht, zwei Pennys liegen auf den Augen.

Der Fall soll von der örtlichen Polizeidirektion ermittelt werden, doch Chief Kat Campbell fühlt sich dem nicht gewachsen und bitte die Kriminalbehörde Pennsylvanias um Hilfe.

Man hat wenig Hinweise auf den Mörder, bis auf ein Fax, dass bei der ortsansässigen Zeitung einging. Darauf ist der Name des Toten vermerkt, sowie der exakte Todeszeitpunkt. Gesendet einige Minuten vor dem Tod, Absender unbekannt.

Wenig später wird ein Mann an der Landesgrenze aufgefasst, der den Mord gesteht. Die hochgelobte Sicherheit des Ortes scheint wieder hergestellt zu sein, doch dann kündigt ein weiteres Fax wieder einen Mord an, das Zeitfenster ist knapp….

Meinung und Fazit
Schon das Cover und der Klappentext deuten an, dass dieses Buch nichts für schwache Gemüter ist. Deutlich wird dies zudem im Prolog, wo der erste Mordhergang beschrieben wird. Sehr direkt, blutig und grausam.

Der Schreibstil ist gut und liest sich sehr flüssig. Der Thriller bietet rasante Phasen in denen viel Spannung aufgebaut wird, abwechselnd mit ruhigeren Passagen. Örtlichkeiten werden sehr gut beschrieben, so dass man sich das Handlungsumfeld sehr gut vorstellen kann. Ebenso gut gelingt dies bei den Protagonisten. Sie sind sehr facettenreich und lebensnah, wenn auch in Teilen einige Klischees bemüht werden. Trotzdem oder grade deshalb hat mich die Figur der Kat Campbell, als alleinerziehende, arbeitende Mutter besonders angesprochen.

Bei allem Lob beinhaltet die Geschichte aber auch Schwachpunkte.
Da die Ermittler lange im Dunkeln suchen, erfährt man für meine Begriffe viel zu wenig über das Lebensumfeld der Opfer, was sie gemein hatten, und nach welchem Muster sie evtl. ausgesucht wurden. Somit ist die Phantasie des Lesers mehr auf die entstehenden Bilder und weniger auf die eigene Tätersuche beschränkt.
Beim aufmerksamen lesen merkt man etwa nach der Hälfte, wer der Mörder sein könnte und wo man ihn findet. Die Ermittlungen laufen trotzdem in eine andere Richtung weiter. Das mag für einige Leser ärgerlich sein, hat meinem persönlichen Lesevergnügen jedoch wenig Abbruch getan, und ich las weiter gespannt dem Showdown entgegen.

Trotz einiger Schwächen ein gutes Debüt. Das Buch beschert einige spannende Lesestunden, wenn man über die angesprochenen Kritikpunkte hinweg sehen kann.

Der Autor
Todd Ritter wurde in Pennsylvania geboren, arbeitete erst als Filmkritiker, dann als Polizeireporter und ist mittlerweile seit vielen Jahren Journalist bei «The Star-Ledger», der größten Tageszeitungen New Jerseys. Außerdem schreibt er erfolgreich Theaterstücke und Kurzgeschichten. Das Schweigen der Toten ist sein Roman-Debüt.

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Verfasst von - 15/03/2011 in Bücher

 

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