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[Rezension] „Der Frauenjäger“ von Petra Hammesfahr (Wunderlich)

08 Feb

Klappentext
Während Dein Leben perfekt scheint, lauert er im Dunklen.

Keiner weiß, dass es ihn gibt. Niemand hat die Zeichen erkannt, niemand die Frauen gefunden. Frauen, die seiner Meinung nach Parasiten sind, die sich von ihren Männern aushalten lassen und diese betrügen.
Auch Marlene muss nicht arbeiten. Ihr Mann ist ein erfolgreicher Unternehmensberater, sie hat zwei wohlgeratene ältere Kinder, ein Haus – kurz: alles, was man braucht. Nur das Gefühl, gebraucht zu werden, das fehlt ihr oft. Nur zu gerne hilft sie ihrem alten Freund Andreas Jäger aus der Klemme.
Kurz darauf erwacht Marlene in totaler Schwärze und erinnert sich nicht, wie sie in diese Finsternis geraten ist.

Meinung und Fazit
Der Klappentext und die Leseprobe waren so viel versprechend, dass ich das Buch einfach lesen musste. Außerdem habe ich bisher viel Gutes über Petra Hammesfahr gehört – das animierte mich zusätzlich.

Das Buch fing sehr gut und spannend an. Der Schreibstil hat mir gut gefallen, und er lies sich zügig lesen.
Zwei Erzählperspektiven wechselten sich ab… Auch das fand ich gut, denn dadurch wurde die Spannung gehalten. Marlenes Gefangenschaft stach dabei eindeutig heraus. Hier litt man wirklich mit. Die dabei geschickt eingeflochtenen, gedanklichen Bruchstücke (z.B. zu Ereignissen der letzten Tage) sorgten für zusätzliches Kribbeln.
Nicht so gut fand ich allerdings die Ausführlichkeit, mit der die anderen Personen vorgestellt wurden. Denn trotz der hohen Seitenzahl, die auf die diversen Nebencharaktere verwendet wurde, konnten mich die Figuren nur mäßig begeistern. Sie waren mir schlichtweg nicht plastisch genug und ich hatte trotz der ausführlichen Darstellung immer wieder Zuordnungsprobleme. Ich denke, dass dem Buch weniger beteiligte Personen gut getan hätten. Damit wären mir einige Irritationen erspart geblieben.
Was Marlene angeht, so kam sie in der Darstellung am besten weg. Allerdings war es auch bei ihr so, dass sie nicht richtig greifbar war. Es mag unter anderem daher kommen, dass ich einige ihrer Handlungen überhaupt nicht nachvollziehen konnte. Wobei ich ihr gerne zugute halten möchte, dass man in Extremsituationen manchmal paradox reagiert…
Die Suche nach dem Täter gestaltet sich spannend, jedoch liegen auch hier Schwächen vor. Zum einen liest man schon im Klappentext, dass irgendwann (leider sehr spät) noch ein Andreas Jäger auftauchen muss, der etwas zur Handlung beizutragen hat. Auf der anderen Seite lässt sich die Zahl der möglichen Täter recht schnell eingrenzen. Aber spannend fand ich es dennoch, und sehr positiv möchte ich anmerken, dass dieser Thriller ohne Blutbäder und dergleichen auskommt….
Etwas schade fand ich, dass das Tatmotiv so wenig ausgefeilt wurde. Man wusste zwar um die Beweggründe des Täters, trotzdem fehlte mir hier etwas. Man hätte für meinen Geschmack gerne mehr ins Detail gehen können.
Die Grundidee des Buches fand ich sehr gut, aber in der Umsetzung mangelt es leider manchmal.
Ich persönlich bin kein passionierter Thriller-/Krimileser, daher fand ich das Buch trotz meiner Kritik spannend und lesenswert. Ich kann mir allerdings vorstellen, dass Thriller-/Krimi-Liebhaber das anders sehen….

Die Autorin
Petra Hammesfahr wurde am 10. Mai 1951 geboren. Sie wollte schon immer Schriftstellerin werden und begann mit 17 zu schreiben. Ehe sie aber dazu kam, das Schreiben zu ihrem Beruf zu machen, lernte sie Einzelhandelskauffrau und schrieb nebenbei. 1991 machte sie ihr Hobby zum Beruf und veröffentlichte ihren ersten Thriller. Zuvor jedoch bekam sie 159 Ablehnungen. Dem ersten Buch lies sie in rascher Folge weitere Kriminalromane folgen. Ab Mitte der neunziger Jahre wandte sich Petra Hammesfahr mit ihren Arbeiten auch dem Fernsehen zu. Sie schrieb zwei Episoden für die Serie »Der Fahnder«, verfaßte das Drehbuch zur Verfilmung ihres Romans »Der stille Herr Genardy« und entwickelte den Film- und Buchstoff »Heiss und kalt«. Für ihren Roman »Der gläserne Himmel« erhielt sie den Rheinischen Literaturpreis. Mit ihren Romanen »Die Sünderin« und »Der Puppengräber« eroberte sie auf Anhieb die Bestsellerlisten.

Petra Hammesfahr hat früh geheiratet und die erste Ehe war problematisch. Ihr erster Mann unterstützte sie bei ihrer Schreiberei nicht. Nun ist sie in zweiter Ehe verheiratet und hat drei Kinder. Mit ihnen gemeinsam bewohnt sie ein Reihenhaus in Kerpen. (Quelle: krimi-couch)

 
 

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