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[Rezension] „Brombeerliebe“, Andrea Reichart (Oldigor)

Inhalt
Über ein unerwartetes Erbe und unerwartete Folgen

Meinung und Fazit
Diese Geschichte schaffte es, dass ich von Anfang an verzaubert war.
Andrea Reichart hat einen ganz wunderbaren, lockeren Schreibstil und viel Liebe zum Detail.
Die Geschichte beginnt mit einer Autorin, die ihr nächstes Buchprojekt beenden muss. Ihr Mann fährt daher mit den Kindern alleine in den Urlaub, wobei er allerdings von der attraktiven Yvonne, nebst Kind, begleitet wird.
Als ich wenig später schon dachte, dass sich die Geschichte in die Richtung Dreiecksbeziehung/Seitensprung/Eifersucht entwickeln würde, vollzog sich allerdings eine beeindruckende Wende, und es sollte nicht die letzte Überraschung bleiben.
Mit der Benachrichtigung über eine Erbschaft, an die allerdings Bedingungen geknüpft waren, wurde die Geschichte noch besser als sie es ohnehin schon war. Was dann folgte war interessant, stellenweise sehr lustig und auch tragisch. So trug mich die Geschichte spielerisch von Seite zu Seite.

Nicht nur die Geschichte hat mich begeistert, auch die Figuren fand ich alle ganz wunderbar.
Viele verschiedene Charaktere treffen hier aufeinander, ergänzen und bereichern sich gegenseitig.
Die Hauptfigur Sue Sandig ist Autorin und schreibt gerade ihren nächsten, potentiellen Bestseller. Daneben ist sie (zumindest vorrangig) so herrlich durchschnittlich, dass es mir das Herz erwärmt hat. Weil sie so bodenständig und lebensnah rüber kommt, hebt sie sich deutlich von den sonst gebräuchlichen, stereotypen Figuren ab.
Ganz im Gegensatz dazu ist Yvonne eine schillernde, egomane Gestalt. Ein wunderbarer Gegensatz. Später kommen so manche Typen dazu, wie man sie sich besser nicht hätte ausdenken können. Aber ich will hier nicht zu viel verraten, dass muss man einfach selber lesen.

Ein wunderbares, kurzweiliges Lesevergnügen, mit viel Humor, aber auch tragischen Momenten. Absolute Kaufempfehlung!

Die Autorin
Andrea Reichart wurde 1960 in Oberhausen geboren, verbrachte ihre Kindheit in den USA und die weiterführende Schulzeit in Deutschland (Essen). Nach ihrer Buchhandelslehre studierte sie Germanistik und Anglistik (MA, 1989), arbeitete bis 2004 als wissenschaftliche Assistentin an der Universität Essen am Lehrstuhl von Prof. H. Wenzel und besaß von 1992 bis 2008 in Essen einen Verlag und eine Buchhandlung.
1986 erschien eine von ihr und Peter Gustav Bartschat zusammengestellte Stilblütensammlung aus dem Buchhandel bei Eichborn unter dem Titel ‚Bücher welken nicht‘. 1996 erschien im Item-Verlag die erweiterte Neuauflage unter dem Titel ‚Haben Sie Bücher?‘ und 2006 die nochmals erweiterte Neuauflage ‚Heidi ist tot‘.
Zu ihren wissenschaftlichen Zeiten in den frühen 90er Jahren publizierte sie zu Themen der Alltags- und Genderforschung (Wochenbett und Kindertaufe im Mittelalter) und dem Alltagsleben im spätmittelalterlichen Essen.
2008 kam sie nach Iserlohn, um das Literaturhotel Franzosenhohl zu leiten, dessen literarisches Konzept von ihr stammt. Nachdem das Hotel im Sommer 2009 von der Stiftung Lesen für „die herausragende Initiative“ ausgezeichnet wurde, übergab sie die Geschäftsleitung Ende 2009 an einen Hotelfachmann und ist seit 2010 mit ihrer Agentur Leseziel wieder selbstständig. Das Literaturhotel ist ihr Kunde.
Sie bietet dort mit großem Erfolg 1-Personen-Blitz-Workshops an, stellt aktuelle Neuerscheinungen bei Buchpartys vor oder liest bei Wellness- oder Candlelight-Lesungen, wenn sie nicht an eigenen Texten arbeitet oder fremde Texte lektoriert.
Es fließen aus ihrer Feder immer wieder Kurzgeschichten – aus Freude an der Sache oder gezielt im Auftrag für Privatpersonen und Firmen, die sich dann als literarische Figuren darin wiederfinden.
Sie ist Herausgeberin der Anthologie ‘Sprung’ (erschienen im Mönnig Verlag 2010, ISBN 978-3-933519-48-1), das Ergebnis eines von ihr organisierten Kurzgeschichten Wettbewerbs des Literaturhotels. Im Candela Verlag erschien 2011 eine Kurzgeschichte in der Erotik-Anthologie ‚Venerii‘.
Im Mönnig-Verlag erschien im September 2011 ihr erster Roman: “Nenn mich Norbert” (ISBN 978-3-933519-51-4). Die Startauflage von 1.500 Exemplaren war nach nur 12 Wochen vergriffen, die 2. Auflage wurde im Januar 2012 ausgeliefert, die 3. Auflage im Frühjahr 2013. Am 14.2.2012 wurde „Norbert“ nominiert für den DeLiA Literaturpreis 2012 für den schönsten Liebesroman des Vorjahres. 2012 erschien „Safranträume“ und gleichzeitig in der Anthologie „Der vierte König“ (Kaufmann Verlag) die Geschichte „Adventsträume“. 2013 erscheint „Brombeerliebe“ – ein Roman, der auf Fortsetzungen angelegt ist. Sue Sandig und ihre Familie sind einfach zu nett! Und – für Norbert Fans – Sue’s Agent ist Norbert Schulte … 2013 gab die Autorin die Anthologie „Zauberhafte Welten“ heraus (Oldigor Verlag), darin erschien ihre Kurzgeschichte „Spiralnebel“.
Andrea Reichart organisiert nicht nur für das Literaturhotel in Iserlohn literarische Events. Sie war Mitorganisatorin der NRW Literaturtage 2011 und 2012 im Planungsteam für die DeLiA Liebesromantage 2013, beide in Iserlohn. Sie moderierte zwischen 2010 und Sommer 2013 literarische Sendungen für den Förderverein Lokalfunk Iserlohn (Fölok). Dazu interviewte sie die Autoren, die sie zu Lesungen ins Literaturhotel nach Iserlohn einlud. Sie ist Mitglied bei DeLiA. (Quelle: Oldigor)

Buchdatenoldigor
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 250
Verlag: Oldigor
Erscheinungsdatum: 21.11.2013
ISBN: 978-3943697827

 
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Verfasst von - 14/04/2014 in Bücher, Rezension

 

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[Rezension] „Humor und Hausverstand gewünscht“, Brigitte Teufl-Heimhilcher

Inhalt
Eine Powerfrau meistert ihr Leben

Meinung und Fazit
Ich muss schon sagen, dass mich alleine die Hauptfigur Thessa schon dazu bewogen hat das Buch in einem Rutsch zu lesen, denn sie ist alles andere als stereotypisch. Modelmaße und Perfektion sucht man vergebens, nur im Beruf macht ihr niemand so schnell etwas vor. Sie erschien mir recht bodenständig und sympathisch, und sie hatte mit so manchen Widrigkeiten zu kämpfen. Als alleinerziehende Mutter ist sie vermutlich gestählt.
Wie man an dieser (groben) Beschreibung schon merkt, hat die Autorin ihrer Hauptfigur sehr viel Persönlichkeit verliehen. Das macht die Identifikation wunderbar leicht, auch wenn man nicht gerade alleinerziehend ist. Etwas anders sieht das bei den weiteren Figuren aus. Sie bleiben manchmal hinter den Erwartungen zurück. Auch wenn sie sich überwiegend gut in die Geschichte einpassten, waren sie mir etwas zu blaß. Das betrifft natürlich nicht alle Figuren, aber einige. Mich persönlich störte das allerdings nicht so sehr, denn mir blieb ja Thessa…

Locker, leicht und herzlich ist der Schreibstil, mit einem sympathischen österreicher Dialekt. Letzteres aber sehr gut dosiert, so dass man alles versteht. Außerdem hat ein Dialekt für mich immer etwas sehr charmantes.
Die Geschichte an sich wirkt modern, was nicht zuletzt Thessas Lebens- und Beziehungsführung zu verdanken ist. Sie hat mit typischen, aber auch nicht ganz so typischen Situationen zu kämpfen, und versucht ihr Leben zu meistern.
Manchmal schwenkt die Geschichte zu ihrem (noch) Ehemann, der sich im Vorarlberg niedergelassen hat. Das macht die Erzählung abwechslungsreich, aber trotzdem fand ich diesen Teil der Geschichte etwas schwächer. Aber als ich gerade dachte dass die Geschichte jetzt in einen Zickenkrieg mit Eifersuchtsdrama abdriftet, überraschte mich die Autorin mit einer ungeahnten Wende. Das gab neuen Schwung und hat mir sehr gefallen, so dass ich gerne weiter las.

Ein Buch für vergnügliche Lesestunden, mit Liebe, Leid und Überraschungen. Einkuscheln und loslegen!

Die Autorin
Brigitte Teufl-Heimhilcher, geb. 1955, ist verheiratet und arbeitet als Immobilien-Fachfrau in Wien. Darüber hinaus schreibt die kommunikative Hobbyköchin seit einigen Jahren heitere Gesellschaftsromane, in denen sie sich auf unterhaltsame Weise mit dem Alltag, Beziehungen aller Art und gesellschaftspolitisch relevanten Fragen auseinandersetzt.

Buchdaten
Format: Kindle Edition
Dateigröße: 559 KB
Seitenzahl der Print-Ausgabe: 281 Seiten
Verkauf durch: Amazon Media EU S.à r.l.
ASIN: B00CS3NTNW

 

 
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Verfasst von - 29/03/2014 in Bücher, Rezension

 

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[Rezension] „Vier Pfoten und das Weihnachtsglück“, Petra Schier ( Rütten & Loening)

Inhalt
Der Weihnachtsmann möchte einen (alten) Wunsch erfüllen, doch das ist nicht so einfach wie gedacht…

Meinung und Fazit
Wer Petra Schiers wundervolle „Weihnachtsromane mit Hund“ kennt, der ahnt schon was ihn hier erwartet: Eine locker-flockige, märchenhaft anmutende Liebesgeschichte, mit den Irrungen und Wirrungen des Lebens, nebst einem Hund, der seinen Gedanken freien Lauf lässt und durchaus weiß was Menschen wünschen. Und zwischendrin der Weihnachtsmann…
Damit wäre eigentlich schon fast alles gesagt, würde ich mich nicht nahezu gezwungen fühlen in Lobhudelei auszubrechen.
Letztes Jahr habe ich Petra Schiers Roman „Der himmlische Weihnachtshund“ gelesen und dachte schon, dass ließe sich nicht so leicht toppen. Jetzt muss ich allerdings gestehen, dass es sehr wohl möglich ist, denn obwohl ich letztes mal schon des Lobes voll war, gefiel mir dieser Roman sogar noch ein klein wenig besser.
Er ist ein wenig schnulzig und vorhersehbar, dabei aber einfach zum dahinschmelzen schön, und genau das braucht Frau doch auch mal. In die Decke kuscheln, in einer Hand die Tasse Tee, in der anderen Hand das Buch, und dann wird gehofft, gebangt, gelitten und geschmachtet was das Zeug hält – einfach schön… Und mittendrin findet man immer wieder diese herrlichen Hundegedanken und märchenhafte Zwischenspiele des Weihnachtmanns, die zum schmunzeln verleiten.
Trotz dieses Grundgerüsts soll allerdings nicht der Eindruck entstehen, dass dieses Buch oberflächlich sei. Die Charaktere geben einiges her, wobei mir Sophie diesmal besonders gut gefallen hat. Sie ist nicht das „Püppchen“, dass auf die große Liebe wartet, sondern weiß was sie will und geht selbstbewusst ihren Weg. Doch auch Carsten ist ein interessanter Charakter, und das nicht nur bedingt durch seine Doppelrolle.
Außerdem ist es so, dass dieser Roman auch durchaus nachdenkliche Töne anstimmt, denn es geht im weitesten Sinne um Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und die Menschenwürde. Allerdings beschweren diese Aspekte den Roman nicht, sondern regen lediglich auf die eine oder andere Art zum Nachdenken an.
Eine märchenhafte, weihnachtliche Liebesgeschichte, von der man so schnell nicht loskommt. Absolute Leseempfehlung !

Die Autorin
Petra Schier, Jahrgang 1978, lebt mit ihrem Mann und einem Deutschen Schäferhund in einer kleinen Gemeinde in der Eifel. Sie studierte Geschichte und Literatur an der Fernuniversität Hagen, und seit 2003 arbeitet sie als freie Lektorin und Autorin.
Ihre historischen Romane erscheinen im Rowohlt Taschenbuch Verlag, ihre Weihnachtsromane bei Rütten & Loening.
Internetseite der Autorin: www.petra-schier.de
(Quelle: Petra Schier)

Buchdaten
Ausgabe: Gebundene
Seiten:
176
Verlag: Rütten & Loening
Auflage: 2 (4. Oktober 2013)
ISBN-13: 978-3352008719

 
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Verfasst von - 03/12/2013 in Bücher, Rezension

 

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[Veranstaltung] Auf zum Benefiz-Lese-Marathon !

Ich möchte euch heute auf eine Aktion aufmerksam machen, die ich so toll finde, dass ich sie unbedingt bewerben muss (!).
17 namhafte AutorInnen haben sich zusammen geschlossen und veranstalten in Hamburg eine Benefizlesung zu Gunsten der Buchhändler, die Opfer der Flutkatastrophe wurden.
Die Veranstaltung findet am 25.08. von 17.00-ca. 20.00Uhr statt, kostet 30€ (inkl. Getränke)

Jeder Autor hat eine Lesezeit von 5 Min., und ihr habt auch die Möglichkeit die Bücher vor Ort zu erwerben und signieren zu lassen.
In den Pausen und im Anschluss wird es zudem ein zwangloses Meet&Greet geben, auf dass man sich sicherlich auch freuen kann!

Der Kartenverkauf startet am 01.07., die Plätze sind begrenzt, daher merkt euch den Termin schon mal vor – ich denke es lohnt sich!

Und hier das offizielle Plakat
Lesung

 
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Verfasst von - 28/06/2013 in Bücher, Lesung

 

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[Buch-Woche] #27

In dieser Woche lautet mein aktueller Lesestoff Nubila – das Erwachen. Dieses Buch wurde geschrieben von HannahNubila Siebern und es handelt sich um Vampir-Fantasy. Bisher gefällt mir das Buch sehr gut.
Die Neuzugänge der Woche lauten
- Dann press doch selber, Frau Dokta! von Dr. Josephine Chaos
– Geisterfjord von Yrsa Sigurdardottir
– Unterholz von Jörg Maurer
– Das Leben in 5 Sekunden von Matteo Civaschi
– Ostfriesenmoor von Klaus-Peter Wolf

Über diese Bücher freue ich mich besonders, weil es ein gewonnenes Buchpaket des Fischer-Verlages ist. Zwei der Bücher habe ich zwar schon gelesen, aber das ist egal :-) In Sachen Büchern habe ich  mir für die folgende Woche folgendes vorgenommen: noch eine Rezi posten, „Nubila“ beenden und „Der Schwarze Prinz“ beginnen .

Trilogien/Buchreihen lese ich auch sehr gerne und habe schon viele davon im Regal stehen. Wieviele genau kann ich nicht sagen, aber es sind mindestens 12, wobei einige Reihen noch nicht komplett sind.

Dunkle Flammen der LeidenschaftBevorzugterweise lese ich da ganz gerne die Night-Huntress-Serie (Cat&Bones) inkl. der Spin-offs und Black Dagger. Aber eigentlich mag ich alle Trilogien/Reihen.

Ich möchte meine Lieblingsbücher nach Reihen und Genre geordnet im Buchregal stehen haben und somit in Szene setzen.

Meine beiden Kinder haben schon so viele Bücher, dass ich den Überblick verloren habe wieviele es sind ;-)

Mir persönlich ist es auch sehr wichtig, dass sie alleine lesen und dass ich ihnen vorlese. Darum haben wir immer ein Buch, aus welchem ich abends ein paar Seiten vorlese.

Bücher sind für mich ein sehr wichtiger Bestandteil des Lebens, weil ich sehr gerne lese und in den Geschichten eine anregende Abwechslung zum Alltag habe. Meine Kinder haben diese Haltung übernommen, lesen auch sehr gerne und darüber freue ich mich sehr.

Danke an Soli und Bibi für den Lückentext dieser Woche :-)Buchwoche

 
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Verfasst von - 29/03/2013 in Bücher, Blogtour

 

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[Rezension] Dann press doch selber, Frau Dokta!: Aus dem Klinik-Alltag einer furchtlosen Frauenärztin, Dr. Josephine Chaos (FISCHER TB)

Inhalt
Als Frauenärztin schon wieder ungeplant schwanger?! Eine wahre Geschichte, noch lustiger als die Schwarzwaldklinik …Dann press doch selber Frau Dokta

»Ich schwöre: Ich bin lieb! Wirklich! Aber mit Nierenschalen zu werfen – das geht dann doch ein bisschen zu weit. Also schrei ich: ›Frau Pharma? FRAU PHARMA! Es reicht jetzt! Pressen Sie mal, statt hier so rumzufurien!‹ Frau Pharma ist das aber so was von egal!
›Ich press nich mehr, Frau Dokta! Ich will JETZT ´nen Kaiserschnitt! Abba sofoooort!‹
Dann wirft sie mir noch eine ganze Batterie von Schimpfwörtern an den Kopf, deren Bedeutung ich erst googlen muss, bevor sie – und JETZT wird es lustig – einfach aufsteht und davonstürmt …«

Ärzte sind auch nur Kollegen im Kittel: Erleben Sie die Klinik als verrücktes Großraumbüro mit strengen Oberschwestern, attraktiven Chefärzten und vielen tollen Geburten! (Quelle: fischerverlage)

Meinung und Fazit
Schon nach der Leseprobe war mir klar: dieses Buch muss ich lesen.
Bereits auf den ersten Seiten habe ich so viel gelacht wie selten. Bezeichnende Kapitelüberschriften „Wie man Blutegeln das Fliegen beibringt“ oder „Die Steigerung von Wahnsinn lautet – Elternabend“ ließen mich schon schmunzelnd erahnen, was mich im Folgendem wohl erwartet.
Man wird direkt ins Geschehen katapultiert und lernt die diversen Figuren des Romans nach und nach kennen. Allen voran Josephine Chaos, ihres Zeichens schwangere Gynäkologin. Sie erzählt Geschichten aus ihrem Klinikalltag und zieht dabei gnadenlos über Patienten, Schwestern, Ärzte und Hebammen her, wobei Letztere noch vergleichsweise gut wegkommen. Außerdem erfährt man so manches über ihr Familienleben, welches sich auch nicht immer einfach gestaltet.
Da in diesem Buch die „Ich-Perspektive“ gewählt wurde, war Josephine für mich eine perfekte Identifikationsfigur. Egal ob Klinik oder häusliche Umgebung, ich konnte das meiste sehr gut nachempfinden. Hilfreich war hier allerdings sicherlich, dass ich selber lange Jahre auf einer Gynäkologie gearbeitet habe und Mutter bin.
Was die Klinikgeschichten anbelangt, so könnte man zu der Annahme gelangen, dass Josephine alle Anderen für unfähig hält. Ich denke, dass das auch garnicht so falsch ist. Es spricht für ihr ausgeprägtes Ego und dafür, dass sie für ihre Begriffe normal geblieben ist. Im Familienleben gestaltet sich das jedoch etwas anders. Hier ist es auch die Erzählerin selbst, die manchmal recht kritisch mit sich selbst umgeht. Das fand ich nicht nur glaubwürdig, sondern auch sehr sympathisch. Trotzdem bleibt sie immer die Power-Frau.
Die Autorin hat Figuren gezeichnet, die es in sich haben. Alle wirken mal mehr, mal weniger überspitzt, und sie tragen zumeist bezeichnende Namen wie Bambi, Dr. Rotz, O-Helga oder Frau Sorge. Das alles mag sehr klischeehaft anmuten, aber ich garantiere: Personen, zu denen diese Namen wie die Faust auf´s Auge passen, gibt es wirklich! Man muss nur in einigen Krankenhäusern gearbeitet haben, dann weiß man das. Natürlich treten sie nicht so geballt auf, wie es in diesem Roman dargestellt wird. Aber über die vielen „Normalos“ zu schreiben, die es zweifelsohne auch gibt, wäre nunmal äußerst langweilig. Von daher hat die Autorin aus meiner Sicht alles richtig gemacht.
Bei allem Lob möchte ich aber auch zwei Sachen anmerken, die mir nicht ganz so gefallen haben. Der laxe Sprachumgang, mit immer wiederkehrendem „Ächt jetzt!“ war mir manchmal etwas zu viel. Auf den letzten Seiten hatte ich zudem den leichten Eindruck, dass sich die Geschichten in Teilen wiederholen. Das konnte den positiven Gesamteindruck allerdings nicht schmälern.
Warum dieses Buch in die Kategorie „Sachbuch“ einsortiert wurde erklärt sich dadurch, dass man es mit vielen medizinischen Begriffen zu tun bekommt, die, wenn sie unbekannt sein sollten, sehr gut im Anhang erklärt werden.
Für mich ist es jedoch trotzdem eher ein „Lachbuch“. Unterhaltsam, lustig und überdreht, mit vielen Quäntchen Wahrheit – vom Anfang bis zum Ende.

Die Autorin
Dr. Josephine Chaos ist ein Pseudonym. Die Gynäkologin wurde ungeplant schwanger (mehrfach), ist lange verheiratet (glücklich) und arbeitet für ihr Leben gern in einer mittelgroßen Klinik irgendwo in Deutschland. Und wenn gerade mal keine Patientin in den Wehen liegt oder die Kinder in der Schule sind, bloggt sie, was ihr chaotischer Alltag hergibt, auf http://www.josephinechaos.wordpress.com. (Quelle: fischerverlage)

Buchdaten
Genre: Sachbuch
Ausgabe: Taschenbuch, ET 21.03.2013
Seiten: 256
ISBN: 978-3-596-19634-0

Die Leseprobe gibt es hier (klick)

 
Ein Kommentar

Verfasst von - 21/03/2013 in Bücher, Rezension

 

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[Buch-Woche] #25

Auch diese Woche hat die liebe Soli wieder einen Lückentext bereit gestellt… Viel Spaß !

In dieser Woche lautet mein aktueller Lesestoff Dann press doch selber, Frau Dokta!. Dieses Buch wurde Dann press doch selber Frau Doktageschrieben von Dr. Josephine Chaos und es handelt sich um einen Roman, den ich bei ChickLit einsortieren würde. Bisher gefällt mir das Buch super gut. Ich habe selten auf den ersten Seiten schon so viel gelacht.
Die Neuzugänge der Woche lauten
„Göttlich verliebt“, Josephine Angelini (Dressler)
– „In dieser ganz besonderen Nacht“, Nicole C. Vosseler (cbj)
– „Dreizehn Tage am Meer“, Markus Thiele (Oldigor)In dieser ganz besonderen Nacht
– „Jäger des verlorenen Zeitgeists“, Frank Jöricke (Solibro)
– „Eisige Rache“, Elke Schwab (Solibro)
Ich freue mich tierisch über alle Bücher. In Sachen Büchern habe ich mir für die kommende Woche folgendes vorgenommen: lesen, lesen, lesen und rezensieren. Weniger Bücher vorbestellen, das killt sonst mein Budget komplett ;-) Ich habe dieses Jehr ohnehin schon viel zu viele Bücher gekauft…
Ein Buch, dessen Cover ganz und gar nicht zum Inhalt passt, fällt mir momentan nicht ein.
Aber das Cover von „Er ist wieder da“ von Timur Vemes passt sehr gut zum Buch, weil es mit minimalistischem Aufwand den Kern des Buches widerspiegelt.
Ein schönes Cover/Schutzumschlag ist mir nicht unwichtig, denn es ist mit ausschlaggebend dafür, dass ich das Buch überhaupt in die Hand nehme. Mir fiel irgendwann auf, dass Bücher deren Cover mir gefallen häufiger im Korb landen als andere Bücher.
Göttlich verliebtIch habe keine Vorliebe wo die Geschichten spielen, denn egal welches Land, ob Gegenwart, Vergangenheit oder Zukunft – jede Geschichte hat einen besonderen Reiz.
Was mich bei Büchern nerven kann ist ein richtig heftiger Cliffhanger. Wenn ich dann noch ein Jahr oder länger auf den Folgeband warten muss…. das nervt und ärgert mich (positiv als auch negativ).

 

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