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[Rezension] „Der dunkle Thron“, Rebecca Gablé (Bastei Lübbe)

Inhalt
London 1529: Nach dem Tod seines Vaters erbt der vierzehnjährige Nick of Waringham eine heruntergewirtschaftete Baronie und den unversöhnlichen Groll des Königs Henry VIII. Dieser will sich von der katholischen Kirche lossagen, um sich von der Königin scheiden zu lassen. Bald sind die Papisten, unter ihnen auch Henrys Tochter Mary, ihres Lebens nicht mehr sicher. Doch in den Wirren der Reformation setzen die Engländer ihre Hoffnungen auf Mary, und Nick schmiedet einen waghalsigen Plan, um die Prinzessin vor ihrem größten Feind zu beschützen: ihrem eigenen Vater. (Quelle: basteilübbe.de)

Meinung und Fazit
Es gab mehrere Dinge, die ich leider vor dem lesen dieses Buches nicht beachtet hatte. Es war die Fortsetzung einer Saga, die über 900 Seiten erschreckten mich doch ein wenig und es war mein erster historischer Roman. Ich hatte mich nie besonders für Geschichte interessiert, aber ich wollte mal etwas anderes lesen als Fantasy.

Ich ging etwas skeptisch zu Werke, doch es sollte sich sehr schnell herausstellen, dass dieses Buch, als auch die Autorin, meine Entdeckung des Monats werden würde!

Im Wissen um meine Unkenntnis studierte ich zunächst pflichtbewusst das Personenregister und den Stammbaum der Familie Waringham. Doch schon nach ca. 70 Seiten stellte ich erstaunt fest, dass ich mir das getrost hätte ersparen können.
Schreibstil und Textfluss gefielen mir von Anfang an sehr gut. Die Personen, ihre Beziehung zueinander und die Handlungsorte waren so wunderbar plastisch beschrieben, dass ich mich sofort zurecht fand und alles sehr gut einordnen konnte.
Mit Nicholas of Waringham, dem Haupt-Protagonisten des Romans, hat die Autorin einen absoluten Sympathieträger geschaffen. Man liebt, leidet, zweifelt und kämpft mit ihm. Selbst wenn er sich sehenden Auges in kleine und größere Miseren begibt, steht man ihm treu zur Seite, hofft und bangt mit ihm. Ich muss sagen, dass er wirklich ein Talent hatte, sich in irgendeinen Schlamassel zu verstricken, dass ich mir manchmal nur die Haare raufen konnte. Allerdings wirkte er im Part des Gentleman ebenso authentisch, wie in den etwas tragischeren Rollen. Haltung und Würde waren immer gut abgestimmt.

Eingebettet war die Saga um die Familie Waringham in die historische Geschichte um König Henry VIII. Hier wurden geschickt Nischen gefunden, um historische und fiktive Charaktere zu verbinden. Man könnte an dieser Stelle von „Geschichte light“ sprechen, die sehr unterhaltsam an den Leser herangetragen wurde. Ob des Königs Eskapaden, der Auf- und Abstieg der verschiedenen Adelsgeschlechter, die Willkürlichkeiten dieser Zeit, die Wirren der Reformationsbewegung und andere Begebenheiten – alles war sehr gut und anschaulich geschildert. Teilweise sehr ausladend, aber nie langatmig, so dass Seite um Seite nur so verflog.

Ein kleiner Punkt, der mir nicht ganz plausibel erschien war lediglich, dass die Waringhams scheinbar mit halb England/Schottland verwandt zu sein schienen. Und das erstaunlichste daran: Ob direkt oder nur sehr weitläufig verwandt, kannten sich scheinbar Alle. Aber diese Tatsache war für mich nur eine unbedeutende Kleinigkeit und störte nicht weiter.

Dies ist zwar die Fortsetzung der „Waringham-Saga“, aber dieser Roman kann sehr gut als Einzelbuch gelesen werden. Wunderbare Protagonisten und ihre Einbettung in die bestechende, spannende, historische Handlung ließen das lesen zum Genuss werden. Ich war begeistert !

Die Autorin
Rebecca Gablé, Jahrgang 1964, studierte Anglistik und Germanistik mit Schwerpunkt mittelalterliche Literatur in Düsseldorf, wo sie anschließend ein Jahr als Dozentin für altenglische Literatur tätig war. Heute arbeitet sie als freie Autorin. Ihr erster Roman “Jagdfieber” wurde 1996 für den Friedrich-Glauser-Preis nominiert. 1997 gelang mit ihrem ersten historischen Roman “Das Lächeln der Fortuna” der Durchbruch. Seither folgten 6 weitere historische Romane und ein Sachbuch, die alle SPIEGEL-Bestseller wurden. Für ihren Roman “Die Hüter der Rose” erhielt sie 2006 den Sir-Walter-Scott-Preis. Rebecca Gablé lebt mit ihrem Mann am Niederrhein auf dem Land, verbringt aber zur Recherche viel Zeit in England.

Steckbrief von Rebecca Gablé:

Kindheitstraum: Mit Robin Hood durch Sherwood Forest streifen
Lieblingsbuch in der Kindheit: Imri Pembaur “Das Zauberlicht”
Lieblingsbuch heute: J.R.R. Tolkien “Der Herr der Ringe”
Lieblingslied: “Somthing stupid” von Frank und Nancy Sinatra
So entspanne ich: Mit lauter Musik oder einem guten Buch
Worauf ich stolz bin: Wenn ich gelegentlich feststelle, dass ich klüger geworden bin.
Größte Herausforderung: Immer der nächste Roman, den ich schreiben will
Erster Job: Kellnern
Laster: Die gelegentliche Zigarette
Lieblingsfilm: “Der Club der toten Dichter” von Peter Weir
Wen ich bewundere: Rosa Louise Parks

(Quelle: www.amazon.de)

Mein herzlicher Dank für dieses Rezensionsexemplar geht an
    und  

Wenn auch ihr Interesse an dem Buch habt, dann könnt Ihr es hier bestellen.

Der dunkle Thron (amazon-Link)

 
 

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[Rezension] “Forbetter your english: Englisch für Deutsche” von Eric T. Hansen (Langenscheidt)

Inhalt
Eric T. Hansen lebt seit über 25 Jahren in Deutschland und ist fasziniert von der Begeisterung der Deutschen für die englische Sprache – und von ihren typischen Fehlern, über die er immer wieder schmunzeln muss. Mit viel Humor versucht der Autor, diesen auf den Grund zu gehen.

  • Eric. T. Hansen tut für das Englische, was Sebastian Sick für das Deutsche tut
  • Von finished statt ready über so good statt as good as: Über 200 Missverständnisse hat der Autor zusammengetragen
  • Forbetter your English ist eine Reihe kurzer, pointierter Essays über Englisch und das Englischlernen
  • Für alle, die Spaß an der Sprache haben und ihr Englisch auf unterhaltsame Weise verbessern möchten

(Quelle: amazon)

Meinung und Fazit
Die Deutschen machen typisch deutsche Fehler, liest man als erstes in der Einleitung. Ich konnte mir das nur schwer vorstellen, dachte aber, dass Eric T. Hansen es besser wissen müsste. Schließlich kam der gebürtige US-Amerikaner als Student nach Deutschland, und betätigte sich im Nebenjob als Nachhilfelehrer für seine Muttersprache. Er lehrte nicht nur Englisch, er lernte auch schnell, dass es immer wieder die selben Fallen waren, in die seine Schüler gerne tappten.

Als ich weiterlas, musste ich irgendwann zu meiner Schande gestehen: Einige der Fehler sind durchaus auch meine eigenen ;-) Denn zu gerne übersetzen wir Deutschen (so auch ich) unsere Sprache 1:1 ins englische – das kann nur schiefgehen.
Es folgten viele lehrreiche Kapitel, die aber keineswegs verschult belehrend wirken. Alles war verpackt in witzige Anekdoten und Gespräche, wobei ich die Szenen mit seiner Freundin immer besonders amüsant fand. Manchmal kam ich nicht umhin laut zu lachen, an anderen Stellen war seine Verzweiflung nahezu greifbar, wenn Jemand nicht sonderlich belehrbar war.
Was habe ich gelernt ?
– man sagt nicht nur bei Menschen „eat“
– Zusätze wie „by car“ sind völlig überflüssig, wenn man vorher „I´ll drive“ verwendet
– man bezahlt nie in „bar“ und sollte „the menu“ nicht essen
– „fun“ heißt zwar Spaß, aber „funny“ nicht spaßig
– und vieles, vieles mehr
Und ich muss gestehen, I had a lot of fun to read this book ! Man möge mich verbessern, sollte dieser Satz auch nicht stimmen^^

Doch man muss jetzt nicht meinen, dass nur wir, die Deutschen, in der englischen Sprache Fehler begehen können… E.T. Hansen widmet sich auch kurz den englisch-amerikanischen Stolperfallen. Auch hier gibt es Unterschiede, die unter Umständen sehr peinlich werden können. Das fand ich irgendwie recht tröstlich…

Ein sehr empfehlenswertes, lustiges und sehr lehrreiches Buch ! Zukünftig, so hoffe ich zumindest, werde ich einige Fehler zu vermeiden wissen – danke :-)

Der Autor
Eric T. Hansen, Jahrgang 1960, wuchs in Hawaii auf, wo er Linguistik studierte und seine Leidenschaft für europäische Kultur entdeckte. Er kam dem Ziel seiner Träume näher, als er nach Deutschland geschickt wurde – als Mormonenmissionar. Er entschloss sich, zu bleiben, unterrichtete viele Jahre Englisch, um sein Studium der Literatur des deutschen Mittelalters in München zu finanzieren, trat aus der Kirche aus und zog nach Berlin, wo er bis heute als Satiriker, Buchautor und Journalist arbeitet.

Zusammen mit seiner Co-Autorin Astrid Ule schreibt er humoristische Sachbücher, angefangen mit seiner Erkundung des Mittelalters, „Planet Mittelalter“, bis hin zu den Bestsellern „Planet Germany“, „Deutschland-Quiz“ und „Nörgeln – des Deutschen größte Lust.“ Seine journalistischen Arbeiten sind in Publikationen wie die Washington Post, The Hollywood Reporter, die Süddeutsche ZeitungGEO SpecialFHM und Cicero erschienen. Zum Thema seiner Sachbücher präsentiert er auch Vorträge und Bühnenshows und tritt damit ab und zu in Fernsehshows auf.
(Quelle: Langenscheidt)

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Und wer von englischem Nonsens noch nicht die Nase voll hat, der kann sich auch gerne meinen Artikel “I´m heavy on wire” durchlesen…

 
 

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