„Phantasma“ von Christoph Marzi (Ulrich Burger Verlag)
Klappentext
Giorgio Phantasma, den größten Show-Star aller Zeiten umgibt ein schreckliches Geheimnis. Hat er wirklich für den sagenhaften Erfolg sein Herz an den mysteriösen Professor Marvel verkauft? Ist er deshalb verdammt zu dauerndem Unglück und Leid? Auf einer Zeitreise zurück zu den Stationen seines außergewöhnlichen Schicksals erleben wir das mondäne Paris des Can-Can, die wilden 30er in Chicago und das Pop-New York der 70er Jahre. Auf dem Höhepunkt seines Erfolges droht Professor Marvel endgültig nach Phantasmas Herzen zu greifen …
Wie Jacques Offenbachs phantastische Oper «Hoffmanns Erzählungen», so ist auch Phantasmas Geschichte eine moderne Parabel vom hohen Preis des Erfolgs – und vielleicht sogar von Erlösung.
Meinung und Fazit
Schon John Lennon soll gesagt haben „Ich weiß, daß die Beatles Erfolg haben werden wie noch keine andere Gruppe. Ich weiß es genau — denn für diesen Erfolg habe ich dem Teufel meine Seele verkauft.”
Genau darum geht es auch in „Phantasma“, dem Buch zum gleichnamigen Musical. Hat Phantasma seinen Erfolg erkauft, und wenn ja, für welchen Preis ?
Anfangs erschien mir die Person des „Phantasma“ sehr blass, da der äußeren Erscheinung kaum Beachtung geschenkt wurde.
Ich erkannte jedoch recht schnell, dass hier nicht auf Äußerlichkeiten Wert gelegt wurde. Das war auf Grund der geringen Seitenzahl vermutlich auch nicht möglich. Vielmehr geht es um Phantasmas Seelenleben. Seine Sucht nach Bewunderung, Erfolg und dem Applaus der Massen, seine verzweifelte Suche nach Liebe, die Trauer, Selbstzweifel und eintretende Abneigung gegen sich selbst. Sein Gefühlsleben wird so überzeugend und ausdrucksstark geschildert und die tiefgründigen Gedanken so wunderbar transportiert, dass man einfach in die Geschichte hineingezogen wird. Hierdurch wurden Äußerlichkeiten zur Nebensache.
Außerdem zeichnet Christoph Marzi ganz wunderbare, plastische Bilder der Umgebung. Auch dadurch hatte ich immer wieder das Gefühl mittendrin zu sein.
Im Nachwort schreibt der Autor, er hätte kein Buch zum Musical schreiben wollen. Vielmehr soll es so aussehen, als hätte die Novelle vorher existiert. Ich finde, das ist im sehr gut gelungen. Es wirkt nicht wie eine Nacherzählung, sondern ist durchaus eigenständig.
Man hätte auch einen ganzen Roman über diese Geschichte schreiben können. Das Potential wäre vorhanden gewesen.
Eine sehr gelungene Novelle, voller Emotionen.
Der Autor
Christoph Marzi (geboren 1970 in Mayen und aufgewachsen in Obermendig) lebt heute mit seiner Familie im Saarland und denkt sich dort und woanders Geschichten aus, während der Garten, der das Haus umgibt, immer wilder und seltsamer wird.
Seine Romane erscheinen bei Heyne und Arena, die vielen Kurzgeschichten fühlen sich in diversen Anthologien wohl.
Der Roman LYCIDAS wurde 2005 mit dem Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie „Bestes Roman-Debüt Deutschsprachig“ ausgezeichnet, die Kurzgeschichten-sammlung NIMMERMEHR erhielt den Deutschen Phantastik Preis 2009 in der Kategorie „Beste Kurzgeschichtensammlung“.
Einige seiner Bücher wurden ins Englische, Holländische, Spanische, Italienische, Rumänische, Tschechische, Serbische, Norwegische und Japanische übersetzt. (Quelle: Christoph-Marzi.de)







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