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[Rezension] „Nephilim“, Gesa Schwartz ( Egmont Lyx)

29 Nov

KlappentextNephilim
Der junge Nando lebt bei seiner Tante in Rom. In einem Traum erscheint ihm ein geheimnisvoller Fremder, der ihn zu sich ruft. Kurz darauf gehen merkwürdige Veränderungen mit dem Jungen vor: Er entwickelt plötzlich übermenschliche Fähigkeiten und wird von einem gefährlichen Schattenwesen verfolgt, das ihm nach dem Leben trachtet. Nur um Haaresbreite kommt Nando mit heiler Haut davon und macht eine unglaubliche Entdeckung: Er ist ein Nephilim, und damit nicht genug: Er ist der Sohn des Teufels! Luzifer will sich Nandos Kräfte zunutze machen, um die Tore zur Hölle zu öffnen und sich zum Herrscher über die Welt der Menschen aufzuschwingen. Um dieses Schicksal abzuwenden und sein Leben zu retten, hat Nando nur eine Chance: Er muss sich der Finsternis stellen!

Meinung und Fazit
Diesmal hatte ich anfangs leichte Schwierigkeiten mich in die Geschichte einzufinden. Woran das lag, kann ich noch nicht einmal genau sagen. Vielleicht daran, dass ich den Anfang recht brutal und eklig fand. Eins muss man der Autorin trotzdem lassen: Sie hat eine herausstechende Art, Worte zu Bildern werden zu lassen. Aber dazu später mehr….

Trotz der Einstiegsschwierigkeiten hatte mich die Geschichte dann doch recht schnell und vollkommen im Griff. Ich wurde geradezu in die Geschehnisse hineingezogen, lief mit der Hauptfigur Nando durch Rom und die Unterwelt, litt mit ihm unter der Ablehnung, hoffte und kämpfte mit ihm. Letzteres betrifft übrigens auch die inneren Konflikte, die er auszustehen hatte, wenn er sich gegen seinen teuflischen Vater stellen musste.
Anfänglich kam mir Nando wie ein „Ja-sager“ vor, aber er entwickelte sich nach und nach zu einem sehr starken, sympathischen Charakter. Er nimmt den Hauptpart ein, und wird daher im Verlauf die greifbarste Figur. Aber auch alle anderen Charaktere sind von bemerkenswerter Plastizität und zeichneten sich durch Facettenreichtum aus. Ich erlebte hier sogar die eine oder andere Überraschung, da einige Figuren plötzlich neue, nicht geahnte Seiten offenbarten.

Die durchgehend sehr gute, detaillierte Beschreibung der Handlungsorte sorgte für ein solch lebendiges, greif- und fühlbares Kopfkino, wie ich es selten erlebe. In Teilen fühlte ich mich vermutlich wie Bastian in der Unendlichen Geschichte. Ich war vollkommen fasziniert von der Darstellungsgabe der Autorin, aber auf der anderen Seite schockte sie mich ebenso durch die Bilder, die sie erschuf. Manche Szenen waren ganz wundervoll gefühlsbetont, so dass mich einige davon sogar zu Tränen rührten. Andere Romanteile waren reine Horrorszenarien und einfach nur ekelhaft, daher wohl eher nichts für zart besaitete Seelen. Dass es düster werden würde, spiegelt sich schon auf dem Cover wider. Wie düster, dass bemerkte ich erst beim Lesen.

Zwei kleine Kritiken habe ich anzumerken. Zum einen gab es besonders im letzten Teil für meinen Geschmack zu viel Drama, dass dann immer wieder durch glückliche Umstände oder Zufälle aufgelöst wurde. Zum Zweiten hätte ich mir ein Personenregister gewünscht, denn manchmal hatte ich leichte Zuordnungsschwierigkeiten.

Abschließend muss ich sagen, dass mich die Autorin mit einer für mich neuen, ungewöhnlichen Art der Nephilim- und Engel-Darstellung, sowie ihrer hervorragenden, bildgewaltigen Schreibweise in den Bann gezogen hat. Es ist kein Buch, was man einfach nebenbei lesen kann, denn es legt einen gewissen Anspruch an den Tag. Einige Szenen beeindrucken sogar nachhaltig, aus unterschiedlichsten Gründen.
Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht…

Die Autorin
Gesa Schwartz wurde 1980 in Stade geboren. Sie hat Deutsche Philologie, Philosophie und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ihr besonderes Interesse galt seit jeher dem Genre der Phantastik. Nach ihrem Abschluss begab sie sich auf eine einjährige Reise durch Europa auf den Spuren der alten Geschichtenerzähler. Für ihr Debüt „Grim. Das Siegel des Feuers“ erhielt sie 2011 den Deutschen Phantastik Preis in der Sparte Bestes deutschsprachiges Romandebüt. Zurzeit lebt sie in der Nähe von Hamburg in einem Zirkuswagen. (Quelle: http://www.gesa-schwartz.de)

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