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[Rezension] „In die Füße atmen“, Mark Welte (Kiepenheuer & Witsch)

13 Nov

Klappentext
Als Lina den Sprung auf die berühmte Otto-Falckenberg-Schule schafft, ergattert auch Jan dort einen Platz. Allerdings ist dafür ist ein kleiner Betrug notwendig. Das ist kein Problem, denn Jan gibt es doppelt: Sein Zwillingsbruder Henrik ist das genaue Gegenteil von ihm: Große Klappe und absolut angstfrei. Für Jan ist die Schauspielschule das größte Risiko, das er je eingegangen ist. Aber Lina ist jedes Risiko Wert. Das Theater entpuppt sich als Kosmos mit eigenen Gesetzen: Pfeifen ist verboten, die Sitzordnung in der Kantine rätselhaft, und der erste Satz im großen Theater ein komplettes Desaster. Aber spätestens die magische Weihnachtsfeier versöhnt Jan mit dem Wahnsinn des Theaterlebens. Und schließlich hat er früh gelernt: Als Zwilling ist es schwer, eins zu werden mit dem Universum. Stück für Stück kämpft sich Jan an seine große Liebe heran. Und dabei kann er alles brauchen, was er auf der Schauspielschule lernt: Fechten, Flirten und in die Füße atmen.

Meinung und Fazit
Die Geschichte fängt sehr amüsant an. Doch schon nach kurzer Zeit empfand ich Jan leider als sehr anstrengend und nervig. Ein Lichtblick ergab sich durch Jans Zwillingsbruder Henrik, der mir sympathischer erschien.

An der Schauspielschule angekommen, fühlte ich mich viel zu sehr an eine Szene mit Jürgen Vogel aus „Kleine Haie“ erinnert. Von daher kann ich hier leider nicht von Originalität sprechen. Was der Autor allerdings später noch aus dieser Szene machte war sehr witzig! Auch sonst muss ich einräumen, dass es von da an bergauf ging. Es kann auch daran gelegen haben, dass Jan zunehmend lockerer wurde.
Die Geschichte wurde interessanter und amüsanter, je mehr Charaktere hinzu kamen. Diese hätte der Autor nicht unterschiedlicher zeichnen können. Er hat dabei zwar hier und da tief in die Klischeekiste gegriffen, aber in einem gut proportionierten Maß, so dass es noch authentisch wirkte. Abgesehen davon glaube ich, dass er weiß wovon er schreibt, nur hier und da vielleicht etwas überspitzt. Man findet Perfektionisten, Heulsusen, Esotheriker, Trampel, mehr oder weniger begabte Schüler und – nicht zu vergessen – eine allwissende Sekretärin, sowie Lehrer, die auch so manch Merkwürdiges an sich hatten. Auch Jans Eltern tragen durch ihre psychologische Ader einiges zur Geschichte bei. Das alles ist eingebettet in eine Romanze, die so recht keine Liebe werden will.
Sehr positiv möchte ich noch anmerken, dass die Kapitel kurz gehalten, und Einige davon mit Zitaten geschmückt waren. Das lockerte nicht nur auf, sondern hinterlies auch den einen oder anderen Schmunzler.
Eine leichte, eher anspruchslose Geschichte, die sich aber gut und zügig lesen lässt. Nach einem etwas scheppenden Beginn, hatte ich noch nette, unterhaltsame Stunden. Nicht das Highlight des Monats, aber für Zwischendurch gut geeignet.

Der Autor
Mark Welte besuchte nach dem Abitur die Otto-Falckenberg-Schule. Er arbeitet als Drehbuchautor (u.a. für die Anke-Engelke-Show »Ladykracher«), Schauspieler und Kabarettist und lebt in Köln. (Quelle: kiwi-verlag)

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